Immobilienfinanzierer: Sanierungsplan für Hypo Real Estate nimmt Konturen an

Immobilienfinanzierer: Sanierungsplan für Hypo Real Estate nimmt Konturen an

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Logo vor einer Bankfiliale der Hypo Real Estate in Berlin

von Anke Henrich

Entgegen aller Befürchtungen verläuft die Hauptversammlung der verstaatlichten Hypo Real Estate ruhig. Nun wird klar, wie die HRE neu ausgerichtet werden soll. Kluge Fragen treffen auf billige Polemiken, berichtet WirtschaftsWoche-Reporterin Anke Henrich.

Michael Endres geht die Kritiker der Hypo Real Estate (HRE) direkt an. In seinen Eröffnungsworten stellt der scheidende Aufsichtsrat des Immobilienfinanziers gleich mal klar: Die als Nothelfer im vergangenen Jahr eingesprungenen Aufsichtsräte haben das Schlimmste verhindert und das Institut überlebensfähig neu ausgerichtet. Dass der aktuelle Vorstandsvorsitzende Axel Wieandt eine Sonderzahlung von 500.000 Euro erhält, sei nicht überzogen, sondern angemessen in Anbetracht des Gehaltes, auf das er im Vergleich zu seinem früheren Job verzichte.

Die zweite Hauptversammlung binnen zehn Wochen bei der HRE in München: Nachdem am 2. Juni der Staat als neuer Großaktionär mit einem 90 Prozent-Paket die freien Aktionäre im Rahmen des sogenannten Squeze-Out rausgedrängt hat, geht es nun nur noch pro forma darum, den neuen Aufsichtsrat zu installieren.

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Neue Aufsichtsräte, wenig Aufregung

Die alten Aufsichtsräte, die im vergangenen Jahr als Externe einsprangen um den Karren aus dem Dreck zu ziehen, müssen das Gremium verlassen, weil der Bund stattdessen seine Vertreter installieren will. Erstaunlich ist, dass noch am Vortag der Versammlung unklar war, wer denn den Vorsitz im Aufsichtsrat übernimmt: Zur Wahl stehen Dagmar Kollmann, Vorsitzende des Gesellschafterausschusses der Kollmann GmbH und Bernd Thiemann, selbstständiger Unternehmensberater.

Größere Aufregungen sind heute im Münchener Messecentrum wohl trotzdem nicht zu erwarten, auch wenn einige Aktionärsvertreter Gegenanträge gestellt und Ärger angekündigt haben. Auch ihr Protest ist pro forma, denn Einfluss haben sie mangels Masse nicht mehr.

Neue HRE bleibt im Immobiliengeschäft

Wieandt fasst zunächst die malade Lage der Bank zusammen: Die Bank hat im zweiten Quartal einn Nettoverlust von 750 Millionen Euro gemacht. Damit fehlen im ersten Halbjahr bereits 1,13 Milliarden Euro in der Kasse. Die Zahl der so genannten „problembehafteten“ Immobilienkredite steigt. Vor 2012 werde die Bank wohl keine schwarzen Zahlen und der Steuerzahler muss noch mehr als bisher gedacht zuschießen.

Daran wird weder die vom Aufsichtsrat angestrebte Sonderprüfung rund um den Kauf der Depfa Bank plc und der Liquiditätssteuerung der HRE Holding etwas ändern, noch die vom Vorstand beauftragte Anwaltssozietät, die untersuchen soll, ob sich frühere Aufsichtsratsmitglieder ihren aktienrechtlichen Überwachungs- und Kontrollpflichten nachgekommen sind.

So soll der Konzern neu ausgerichtet werden: Aus der HRE wird künftig die Deutsche Pfandbriefbank AG mit Sitz in München. Sie konzentriert sich auf Immobilien- und Staatsfianzierungen, refinanziert über Pfandbriefe. Probematische Kredite und solche, die nicht pfandbrieffähig sind, sollen an eine Bad Bank ausgegliedert werden, um die neue Kernbank besser aufzustellen.

Über theoretisch 210 Milliarden Euro hält der Konzerne noch ein nicht strategisches Portfolio. Die  arktbewertungen liegen – derzeit – aber erheblich niedriger. Peu à peu sollen in besseren Zeiten verkauft werden. Zudem werden 300 Stellen gestrichen, 22 Standorte geschlossen.

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