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Immobilienfonds: Middelhoff bietet Dienste als Interessensvertreter an

von Henryk Hielscher

Anleger des Berliner Immobilienfonds Gewobag 3 waren verblüfft: Ausgerechnet Thomas Middelhoff, einst Chef des Handelskonzerns Arcandor, bot sich ihnen als ihr Interessensvertreter an.

Thomas Middelhoff Quelle: LAIF/Thomas Rabsch
Thomas Middelhoff Quelle: LAIF/Thomas Rabsch

In einem Brief vom 18. November an die rund 550 Fondsgesellschafter bat Middelhoff um die Erteilung einer Vollmacht „zur Vertretung bei Verhandlungen aller Art“, um künftig „ein gemeinsames Auftreten der Eigentümer zu gewährleisten“. Sein Wirken sei kostenlos, verspricht Middelhoff – uneigennützig ist es nicht.

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Middelhoff hatte in den Neunzigerjahren selbst rund 1,3 Millionen Euro in den Immobilienfonds gesteckt, dürfte von der Performace aber wenig begeistert sein. Dem Fonds gehören zwei Häuserkomplexe in Berlin. Nachdem der Berliner Senat vor einigen Jahren jedoch Förderzusagen kassiert hat und zudem Probleme mit der Schadstoffbelastung eines Gewobag-Areals auftauchten, werden die Anleger jetzt nachträglich zur Kasse gebeten. Sie sollen insgesamt rund 25 Millionen Euro nachzahlen.

Sonst drohe die Abwicklung der Fonds-GbR zu weit höheren Kosten, heißt es im Sanierungskonzept. Damit sich derlei Probleme nicht wiederholen, macht Middelhoff mobil, will die Geschäftsführung kontrollieren, die Kosten optimieren und die Immobilie loswerden. Er sei von „einer Vielzahl von Gesellschaftern angesprochen und um Rat gebeten worden“ und habe „erfreulicherweise auch die Unterstützung einer Reihe größerer Gesellschafter erhalten“, sagt sein Rechtsanwalt Willy Holz.

Andere sehen Middelhoffs Engagement skeptisch. Eine Vollmachterteilung an Middelhoff sei „nicht erforderlich“, schrieben die drei gewählten Beiräte des Fonds. Sie bringe den Gesellschaftern „insgesamt keinen zusätzlichen Nutzen“. Im Übrigen könne Middelhoff ja für den Beirat kandidieren, wenn er sich „zum Wohl der Gesamtheit der Gesellschafter einbringen will“.

8 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 28.12.2010, 14:30 UhrAnonymer Benutzer: flug430

    Middelhoff ist der blender der Superklasse und leider ein trauriges beispiel, wie man eine Firma in die insolvenz treiben kann. ich warte auf den Gerichtstermin und freue mich heute schon diesen blender im Gericht zu treffen.

  • 28.12.2010, 13:59 UhrAnonymer Benutzer: Tom

    Wenn ich bestimmte Namen lese bekomme ich metaphorisch das Kotzen. Was Mittelknopf angeht: ist es Chuzpe seinerseits oder eine total verblödete Gesellschaft die gewähren läßt ?

  • 28.12.2010, 11:22 UhrAnonymer Benutzer: Moskauer

    Solche Menschen können leider nur hier frei herumlaufen :(

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