Indexgewicht gestutzt: Nasdaq schickt Apple-Aktie ins Minus

Indexgewicht gestutzt: Nasdaq schickt Apple-Aktie ins Minus

Bild vergrößern

Großes Apple-Logo vor dem eigenen Store in New York

Apple-Aktien kennen seit Jahren nur den Vorwärtsgang. Dem Börsenbetreiber Nasdaq wird der Erfolg jetzt zu viel. Weil Apple zu dominant ist, ändert die Nasdaq die Regeln. Die Apple-Aktie fällt, weitere Turbulenzen drohen.

Apple-Anleger sind erfolgsverwöhnt: In den vergangenen Jahren legte die Aktie des Herstellers von iPod, iPhone und iPad eine beeindruckende Rally hin: Binnen fünf Jahren hat sich der Kurs verfünffacht, auf zehn Jahre steht gar ein Plus von fast 3.200 Prozent. Im laufenden Jahr kommt die Aktie allerdings nicht richtig in Fahrt. Seit Jahresanfang hinkt sie mit einem mageren Plus von fünf Prozent dem breiten US-Markt hinterher. Und heute geht es sogar deutlich abwärts: Im frühen Handel an der Wall Street verlieren die Apple-Papiere 1,5 Prozent an Wert und fielen auf 336 Dollar.

Grund für den Rückschlag ist eine überraschende Entscheidung der Nasdaq. Die US-Technologiebörse will einen ihrer wichtigsten Indizes zu Lasten der stark gefragten Apple-Aktie gerechter machen. So solle das Gewicht des Apple-Papiers im Nasdaq-100-Index ab dem 2. Mai von derzeit 20,5 Prozent auf 12,33 Prozent fallen, teilte die Börse mit. Die Folgen könnten drastisch sein. Denn Fonds im Wert von rund 330 Milliarden Dollar zeichnen den Nasdaq-100-Index genau nach. Sie sind dann gezwungen, ihren Bestand an Apple-Aktien zu reduzieren, entsprechend käme weiterer Druck auf den Kurs. 

Anzeige

Apple dominiert das Börsenbarometer

Der Anlass für den Umbau des Index: Durch die Kursgewinne der Vergangenheit bestimmt der Apple-Kurs die Bewegungen des Börsenbarometers stärker als es seiner Bedeutung im Markt entspricht. Im März kostete eine Apple-Aktie noch weniger als 100 Dollar. Da die Zahl der Aktien, die für die Berechnung des Nasdaq herangezogen wird, seither ungeachtet des rasant steigenden Börsenwerts konstant blieb, kam es zu einem drastischen Übergewicht. So ist der Computerhersteller mit einer Marktkapitalisierung von gut 310 Milliarden Dollar rund 46 Prozent schwerer als der Software-Konzern Microsoft, im Nasdaq-100-Index ist Apple aber sechs Mal so stark gewichtet wie Microsoft. Wenn sich die Apple-Aktie also um einen Dollar bewegt, ist der Effekt auf das Börsenbarometer sechs Mal so stark wie bei einer Ein-Dollar-Bewegung" in der Microsoft-Aktie.

Während Apple an Gewicht verliert, werden anderen hinzugewinnen. Das gilt vor allem für Microsoft. Das zweitwichtigste Mitglied des Nasdaq gewinnt 4,9 Prozentpunkte hinzu und wird künftig mit 8,32 Prozent gewichtet. Auch das Gewicht von Oracle steigt um 3,3 Prozentpunkte, Google wird rund 1,6 Prozentpunkte schwerer. Entsprechend werden Fondsmanager gezwungen sein, ihre Anteile an diesen Aktien aufzustocken. Die Aktien der drei Schwergewichte legten im frühen Handel entsprechend zu: Microsoft-Aktien gewannen rund ein Prozent, Oracle legten 0,6 Prozent zu. Lediglich Google-Aktien gaben trotz der Höhergewichtung zunächst nach.

Kaufempfehlung für Apple-Aktie bleibt

Analysten schreckt die Aktion der Nasdaq nicht ab. Die Experten von Barclays, BMO Capital Markets und Deutscher Bank bestätigten ihre Kaufempfehlung umgehend. Unter dem Strich raten nach wie vor 49 Experten zum Kauf der Apple-Aktie, fünf sagen "halten" und Verkaufsempfehlungen gibt es nicht. Das Kursziel liegt im Schnitt bei 438 Dollar. Das entspräche einem weiteren Plus von 20 Prozent im Vergleich zum bisherigen Allzeithoch bei 364,90 Dollar.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%