Industrie: Siemens will IT-Sparte endlich konkurrenzfähig machen

Industrie: Siemens will IT-Sparte endlich konkurrenzfähig machen

von Michael Kroker

Deutschlands größter Industriekonzern Siemens will seine IT-Sparte endlich fit machen im Kampf gegen Konkurrenten wie IBM oder Wipro.

„Mit dem Schritt, dieses Geschäft zu verselbständigen, wollen wir einen Rahmen schaffen, damit sich die Sparte regional und geschäftlich fokussierter im Wettbewerb behaupten kann“, sagt Siemens-Chef Löscher. Löscher hatte die Abspaltung der IT-Sparte kürzlich angekündigt. Dass Siemens im kommenden Jahr weltweit weitere 10.000 Stellen abbauen will, dementierte Löscher: „Es gibt keine solche Zahl in unseren Planungen und keinen Bedarf für ein weiteres konzernweites Programm.“ Dabei schließt Löscher aber nicht aus, „punktuell und standortbezogen“ zu handeln, „wenn die Umstände das erfordern“. Wesentlich langsamer als in der Vergangenheit wird der weitere Umbau des Konzerns vonstatten gehen: „In den heutigen Sektoren Industrie, Energie und Gesundheit setzen wir vor allem auf organisches Wachstum und kleinere Zukäufe“, so Löscher.

In den vergangenen zehn Jahren hat Siemens rund die Hälfte seines Umsatzes durch Verkäufe und Zukäufe ausgetauscht. Dass Siemens in den nächsten zehn Jahren noch einmal sein Portfolio „so massiv verändern müsste“, sieht Löscher ausdrücklich „nicht“. Positiv aufgestellt inmitten der Weltwirtschaftskrise ist laut Löscher die Bundesrepublik. Es zeichne sich bereits ab, dass Deutschland „angetrieben von seinen Exporten schneller aus der Krise kommt“. Die Weltwirtschaft aber, „genauer gesagt die Industrieproduktion wird sich wesentlich langsamer erholen, als viele glauben“, sieht Löscher schwarz.

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Pilotprojekte für Elektromobilität

Löscher sieht zudem in grüner Technologie das Geschäft der Zukunft und fordert für Deutschland Pilotprojekte mit elektrisch betriebenen Bussen und Taxis, wie es sie in China und in den Golfstaaten gibt: „Gerade war ich mit meinen Vorstandskollegen in China. Dort gibt es in 13 Städten Pilotprojekte. In Deutschland sollten wir mehr derartige Pilotprojekte anstoßen“. Siemens beschäftige sich, so Löscher vor allem mit der Infrastruktur, die Elektromobilität erst möglich macht. Dazu gehörten nicht nur Ladestationen, sondern auch intelligente Leitungen und Verteiler. Löscher: „Bei der Technik wollen wir uns vorne positionieren. Insbesondere im innerstädtischen Bereich passiert da heute schon viel.“ Dass sich das Geschäft mit Energieeffizienz lohnt, ist für Löscher keine Frage: In immer mehr Ländern gebe es einen klaren Fokus darauf. Löscher: „Wir erwarten, dass weltweit 430 Milliarden Euro aus Konjunkturprogrammen für grüne Technologien ausgegeben werden.“ Sie würden, so Löscher, in den nächsten drei Jahren stabilisierend auf die Weltwirtschaft wirken. Löscher: „Sie sind im Übrigen auch eine wichtige Stütze für unser Geschäft. Wir erwarten, dass von den rund zwei Billionen Euro, die weltweit für Wirtschaftsprogramme ausgegeben werden, gut 150 Milliarden Euro von uns adressierbar sind. Wir wollen zehn Prozent dieser Aufträge für Siemens holen, also rund 15 Milliarden.“

Im Geschäftsjahr 2009 erwirtschaftete der Münchner Dax-Konzern mit Produkten, die beim Kunden zu mehr Energieeffizienz führen, laut Löscher rund 23 Milliarden Mark. Auch im eigenen Unternehmen spielt Umweltschutz eine wichtige Rolle. Löscher: „Unsere Produktionsprozesse sind jetzt schon sehr effizient – dennoch haben wir uns auch intern das Ziel gesetzt, die Energieeffizienz von 2006 bis 2011 um 20 Prozent zu verbessern.“

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