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Industrie: Völkerwanderung à la Siemens

von Michael Kroker

Siemens soll wieder einmal umgebaut werden. Der Industriegigant will Megastädte bauen - und initiiert dabei eine Zersiedelung des eigenen Mitarbeiterstamms.

Der Unruhestifter Betriebsrat Quelle: Frank Leonhardt dpa/lby
Der Unruhestifter Betriebsrat macht Druck auf Siemens-Chef Löscher Quelle: Frank Leonhardt dpa/lby

Nach dem Umbau ist vor dem Umbau. Das war bei Siemens in der vergangenen Dekade praktisch Dauerzustand, ob unter Heinrich v. Pierer und Klaus Kleinfeld oder dem amtierenden Vorstandschef Peter Löscher. Der gebürtige Österreicher hat das Tempo gegenüber seinen Vorgängern allerdings noch einmal beschleunigt: Zum Start des neuen Geschäftsjahres am 1. Oktober hat der 54-Jährige dem Münchner Elektro- und Industrieganten eine komplett neue Konzernstruktur verordnet – wieder mal.

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Neben den drei Sektoren Industrie, Energie und Gesundheit soll ein vierter Geschäftsbereich namens Infrastruktur und Städte entstehen. Darin sollen Teile des Industrie- und des Energieportfolios gebündelt werden, um besser vom weltweiten Trend zur Bildung riesiger Städte zu profitieren.

Arbeitnehmervertreter machen Druck

Allein bei den Beschäftigten kommen die Pläne weniger gut an – sie fürchten einen Abbau von Arbeitsplätzen. "Unser Ziel lautet daher, einen Stellenabbau beim Übergang in die neue Unternehmensstruktur zu vermeiden", verspricht Peter Kropp, Sprecher des Siemens-Gesamtbetriebsrats in München. "Wir nehmen den Vorstand beim Wort, dass es sich um eine Wachstumsstrategie handelt." Mit insgesamt drei Betriebsvereinbarungen wollen die Arbeitnehmervertreter Druck machen. Jeder Mitarbeiter, so die Forderung, soll seinen Arbeitsplatz behalten, muss allerdings gegebenenfalls in eine andere Division oder einen anderen Geschäftssektor wechseln.

Kleine Völkerwanderung

Tatsächlich gleicht der anstehende Umbau in der betrieblichen Praxis einer Mischung aus Völkerwanderung und Zersiedlung: Rund 81 000 Mitarbeiter ziehen aus den Sektoren Industrie und Energie in die neue Infrastruktur-Sparte. Die drei betroffenen Divisionen Gebäudetechnik, Mobilität und Energieverteilung erzielen rund 16,4 Milliarden Euro Umsatz – gut ein Fünftel des Siemens-Gesamtumsatzes von rund 76 Milliarden Euro. Die zuvor in den Bereichen Mobilität und Energieverteilung gebündelten Geschäfte werden aufgespalten und auf neue Einheiten verteilt.

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7 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 07.10.2011, 22:59 UhrAnonymer Benutzer: Besserwisser

    "Der Standort XXX wird auf jeden Fall erhalten!"
    Das klingt mir immer noch in den Ohren.
    Jetzt kann ich dort Fitness betreiben oder ein Fahrrad kaufen.

    Und dieser Schlipsträger möchte sich mit seiner Umstrukturierung natürlcih auch ein Denkmal setzen. Und kommt dabei denn was Produktives heraus?
    Das optimistische Gegackere der Analysten dazu bestärkt mich, daß es in diesem korrupten Kombinat noch mehr bergab gehen wird.

  • 07.10.2011, 13:34 UhrAnonymer Benutzer: voctioner

    Tja alles wird verändert bei Siemens, nur das Hauptproblem bleibt.
    Der Konzern hat so viel mit sich selbst zu tun, dass die Kunden untergehen.
    Hauptsache du bist kein Kunde, weil dann bist du verlassen, bei Problemen. Keiner hat mehr eine Ahnung wer eigentlich zuständig ist.
    Traurig aber die Wahrheit.

  • 07.10.2011, 12:02 UhrAnonymer Benutzer: Bell'Abruzzo

    Sorry Adminator, leider haben Sie von Siemens und davon wie dort heute Geld verdient wird keine Ahnung, andernfalls wuerden Sie keinen derartig flachen Kommentar abgeben.

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