12-Milliarden-Übernahme: Nestlé kauft Babynahrungssparte von Pfizer

12-Milliarden-Übernahme: Nestlé kauft Babynahrungssparte von Pfizer

, aktualisiert 23. April 2012, 09:10 Uhr
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Nestlé kauft im Bereich Babynahrung kräftig zu.

Quelle:Handelsblatt Online

Knapp 12 Milliarden Dollar lässt sich Nestlé den Bereich Babynahrung von Pfizer kosten. Der Kaufpreis ist höher als erwartet. Der Schweizer Lebensmittelkonzern sticht damit den Konkurrenten Danone aus.

Vevey/ZürichDer Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestle baut mit der Übernahme der Babynahrungssparte des US-Pharmakonzerns Pfizer sein Geschäft in Schwellenländern aus. Für den Bereich, der 2011 auf einen Umsatz von 2,1 Milliarden Dollar kam, legen die Schweizer nach Angaben vom Montag 11,85 Milliarden Dollar (9 Milliarden Euro) auf den Tisch.

Interessant für Nestle ist vor allem, dass 85 Prozent der Verkäufe aus Schwellenmärkten wie China und Lateinamerika kommen. In diesen Ländern mit ihren großen und schnell wachsenden Bevölkerungen passen sich die Menschen immer mehr den westlichen Lebensgewohnheiten an und ernähren ihre kleinen Kinder mit vorgefertigten Lebensmitteln.

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Die Übernahme stelle eine ausgezeichnete strategische Ergänzung für Nestle dar, erklärte Konzernchef Paul Bulcke. Dieses Jahr soll der Umsatz des Bereiches auf 2,4 Milliarden Dollar (2,2 Milliarden Franken) steigen. Nestle selbst setzte im vergangenen Jahr mit Babynahrung rund 6,5 Milliarden Franken um.

Für den Weltmarktführer, der in den Industrieländern schon über hohe Marktanteile verfügt, werden die Schwellenländer immer wichtiger. Im ersten Quartal stieg der Nestle-Umsatz dort um 13 Prozent, während er in reifen Märkten mit drei Prozent nahezu stagnierte. Bis 2020 will Nestle den Umsatzanteil der Schwellenländer auf rund 50 Prozent von derzeit etwa 40 Prozent erhöhen. Im letzten Jahr übernahmen die Schweizer in China den Süßwarenhersteller Hsu Fu Chi und den Getränkeproduzenten Yinlu.

Beim Preis hatte Nestle offenbar noch einmal nachlegen müssen. In der vergangenen Woche hatten mit der Sache vertraute Personen gegenüber Reuters von einem Preis von bis zu zehn Milliarden Dollar gesprochen. Der französische Rivale Danone soll Medienberichten zufolge zuletzt elf Milliarden Dollar geboten haben. Auch der amerikanische Babynahrung-Herstellers Mead Johnson soll an der Übernahme interessiert gewesen sein. Pfizer hatte den Bereich im letzten Jahr zum Verkauf gestellt.

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