20 Jahre Insolvenz: AEG ist nicht totzukriegen

20 Jahre Insolvenz: AEG ist nicht totzukriegen

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Die drei Buchstaben des Elektrogeräte-Herstellers AEG stehen 2010 auf dem ehemaligen Firmengelände in Nürnberg.

Den einstigen Weltkonzern AEG gibt es seit 1996 nicht mehr. Doch bis heute werden Geräte mit dem Logo verkauft. Verschiedene Firmen haben sich die Rechte gesichert – und verdienen mit dem Namen gutes Geld.

Mixen, kochen, spülen, waschen, saugen - das rote kastenförmige AEG-Logo fällt bei der Haushaltsarbeit schnell ins Auge. Ob auf Waschmaschine, Kochfeld oder Toaster: Die Marke hält sich wacker, obwohl es den dazugehörigen ehemaligen Weltkonzern schon seit zwanzig Jahren nicht mehr gibt.

Das einst große deutsche Industrieunternehmen existiert inzwischen nur noch als Marke, die Rechte haben sich verschiedene Firmen gesichert. Die Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft (AEG) hat eine lange Tradition, gegründet wurde sie im Mai 1887. Dem beispiellosen Aufstieg in der deutschen Industriegeschichte folgte allerdings von den 1970er Jahren an ein ebenso langer Niedergang - bis hin zur Pleite.

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Mit dem Zugpferd Rüstungsindustrie boomte das Geschäft zu Kriegszeiten. So schnellte die AEG-Mitarbeiterzahl nach Angaben des Firmenchronisten Peter Strunk im Zweiten Weltkrieg von 55.000 auf 102.000. In den 1950ern brummte dann das Geschäft mit Haushaltsgeräten, etwa mit dem ersten Waschvollautomaten auf dem Markt: dem „Lavamat“.

Dann aber verkam der einstige Firmenslogan „AEG - Aus Erfahrung Gut“ im Volksmund zum Spott „AEG: Ausgepackt - Eingeschaltet - Geht nicht“. Führungsprobleme und Finanzchaos belasteten die Firma, die jahrelang am Abgrund balancierte. 1982 stellte die Konzernführung schließlich den Antrag auf ein gerichtliches Vergleichsverfahren. Damit begann der Ausverkauf von Unternehmensteilen. Am 17. Januar 1996 beschloss der AEG-Aufsichtsrat die Auflösung der AEG.

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Die Marke gibt es dank mehrerer Lizenznehmer aber bis heute. Am bekanntesten ist die Hausgerätesparte, die mitsamt den Markenrechten heute dem schwedischen Konzern Electrolux gehört. Dessen Deutschlandzentrale in Nürnberg steuert Verwaltung, Vertrieb und Kundendienst. Das Siegel „Made in Germany“ tragen aber nur noch wenige der AEG-Geräte. Das letzte Deutschland-Werk liegt im 70 Kilometer entfernten Rothenburg ob der Tauber. 1050 Mitarbeiter produzieren dort jährlich rund 2,15 Millionen Herde, Öfen und Kochfelder. Sie werden laut Unternehmensangaben in mehr als 50 Länder der Erde exportiert. „In Europa ist Deutschland der wichtigste Markt für den Electrolux-Konzern und nach den USA und Brasilien der drittwichtigste global“, sagt eine Sprecherin.

In Deutschland mit starken heimischen Konkurrenten wie Siemens und Bosch ist die Marke AEG nach Unternehmensangaben die Nummer drei bezogen auf ihren Absatz. „Für uns ist das Jahr 2015 sehr positiv verlaufen“, heißt es aus Nürnberg. Hoffnung auf wachsende Marktanteile machten vor allem der Bereich Wäschepflege und Innovationen. Erfindungen wie besonders energiesparende Waschmaschinen sollen die Geschäfte weiter ankurbeln. Nach Angaben des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) lässt sich für die Unternehmen im Bereich Haushaltsgeräte immer mehr Geld verdienen.

2015 war für die Branche das achte Jahr in Folge, in dem Wachstum verzeichnet werden konnte. Im Inland wurde ein Umsatzplus von fünf Prozent auf rund 8,2 Milliarden Euro erzielt - vor allem dank Waschmaschinen. Aber auch Geschirrspüler, Backöfen und Induktionskochfelder verkauften sich gut. „Diese Produktgruppen profitieren besonders vom anhaltend starken Trend „Kochen“ und von der Bereitschaft der Kunden, durchaus auch höherwertig zu kaufen“, sagte Reinhard Zinkann vom ZVEI zum Jahresabschluss. Darüber hinaus sei die Nachfrage nach Edel-Kaffeemaschinen und Smoothie-Mixern groß.

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Innovationen wittert die Branche vor allem noch im Bereich Vernetzung von Geräten, wo der Pfad zwischen Nutzen und technischer Spielerei allerdings schmal ist. Bei Electrolux betont man, über Vernetzungstechnologien bei der Traditionsmarke AEG nur „echten Mehrwert“ bieten zu wollen, „auch aufgrund der anfallenden Mehrkosten für Endkunden“. In ein paar Monaten kommt ein Dampfgarer mit integrierter Kamera auf den Markt. Für Live-Bilder direkt aus dem Backofen aufs Handy muss der Kunde dann rund 3100 Euro berappen.

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