Aber starkes Auftragsplus: Siemens überrascht mit schwachem Gewinn

Aber starkes Auftragsplus: Siemens überrascht mit schwachem Gewinn

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Konzernchef Kaeser präsentiert am 12.11.2015 die Zahlen für 2015 und gibt einen Ausblick aufs kommende Jahr.

Siemens will nach dem radikalen Konzernumbau wieder Fahrt aufnehmen. Für das neue Geschäftsjahr hofft Konzernchef Joe Kaeser trotz der weltweiten Konjunktureintrübung auf ein moderates Wachstum des Umsatzes.

Siemens hat trotz hohem Auftragseingang und steigenden Umsätzen im vierten Quartal unter anderem wegen Abschreibungen einen Gewinneinbruch verbucht. Der Gewinn aus fortgeführtem Geschäft schrumpfte binnen Jahresfrist um ein Drittel auf eine Milliarde Euro, wie der Münchner Technologiekonzern am Donnerstag mitteilten. Analysten hatten mit deutlich mehr gerechnet. Einmal mehr sorgten böse Überraschungen aus längst abgehakt geglaubten Geschäften für den Einbruch: Siemens musste auf das Gemeinschaftsunternehmen Primetals, das der Konzern mit Mitsubishi betreibt, 138 Millionen Euro abschreiben. Primetals liefert Ausstattungen für Stahl- und Metallwerke.

Wie Siemens 2014 abgeschnitten hat

  • Konzern

    Umsatz: 71,9 Milliarden Euro (2013: 73,4 Milliarden Euro)
    Gewinn nach Steuern: 5,5 Milliarden Euro (2013: 4,4 Milliarden Euro)
    Operative Rendite: 10,3 Prozent
    Nettorendite: 7,6 Prozent
    Free Cashflow: 5,40 Milliarden Euro (2013: 5,38 Milliarden Euro)

    Quelle: Geschäftsbericht 2014

  • Power and Gas (Gasturbinen und Dampf)

    Umsatz: 12,7 Milliarden Euro (2013: 14,0 Milliarden Euro)
    Ergebnis: 2,2 Milliarden Euro (2013: 2,1 Milliarden Euro)
    Rendite: 17,4 Prozent

  • Wind Power and Renewables (Windkraftanlagen)

    Umsatz: 5,6 Milliarden Euro (2013: 5,4 Milliarden Euro)
    Ergebnis: 0,006 Milliarden Euro (2013: 0,007 Milliarden Euro)
    Rendite: 0,1 Prozent

  • Energy Management (Stromübertragung)

    Umsatz: 10,7 Milliarden Euro (2013: 11,7 Milliarden Euro)
    Ergebnis: -0,09 Milliarden Euro (2013: -0,25 Milliarden Euro)
    Rendite: -0,8 Prozent

  • Building Technologies (Gebäudetechnik)

    Umsatz: 5,6 Milliarden Euro (2013: 5,8 Milliarden Euro)
    Ergebnis: 0,51 Milliarden Euro (2013: 0,38 Milliarden Euro)
    Rendite: 9,2 Prozent

  • Mobility (Zug- und Bahntechnik)

    Umsatz: 7,2 Milliarden Euro (2013: 5,8 Milliarden Euro)
    Ergebnis: 0,53 Milliarden Euro (2013: -0,23 Milliarden Euro)
    Rendite: 7,3 Prozent

  • Digital Factory (Automatisierung, Industriesoftware)

    Umsatz: 9,2 Milliarden Euro (2013: 9,0 Milliarden Euro)
    Ergebnis: 1,7 Milliarden Euro (2013: 1,3 Milliarden Euro)
    Rendite: 18,3 Prozent

  • Process Industries and Drives (Antriebssysteme)

    Umsatz: 9,6 Milliarden Euro (2013: 9,8 Milliarden Euro)
    Ergebnis: 0,77 Milliarden Euro (2013: 0,51 Milliarden Euro)
    Rendite: 8,0 Prozent

  • Healthcare (Medizintechnik)

    Umsatz: 11,7 Milliarden Euro (2013: 12,0 Milliarden Euro)
    Ergebnis: 2,1 Milliarden Euro (2013: 2,1 Milliarden Euro)
    Rendite: 17,7 Prozent

Andererseits legten Umsatz und Auftragseingang stärker zu als erwartet. Die Einnahmen kletterten binnen Jahresfrist um vier Prozent auf 21,3 Milliarden Euro, das Volumen der Neubestellungen gar um 15 Prozent auf 23,7 Milliarden Euro. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Siemens währungsbereinigt ein leichtes Umsatzplus. Die Marge des industriellen Geschäfts solle etwa wie im Vorjahr bei zehn bis elf Prozent liegen. Das Ergebnis je Aktie solle 5,90 bis 6,20 Euro erreichen, im Vorjahr lag der Wert bereinigt bei 5,18 Euro.

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Die Aktionäre sollen eine Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr 2014/15 von 3,50 Euro je Anteilsschein erhalten, 20 Cent mehr als zuletzt. Siemens kündigte zudem einen neuen Aktienrückkauf an, für den das Unternehmen in den kommenden drei Jahren bis zu drei Milliarden Euro ausgeben will.

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