Absatz bricht ein: Audi hat Ärger mit seinen Händlern in China

Absatz bricht ein: Audi hat Ärger mit seinen Händlern in China

, aktualisiert 14. Februar 2017, 14:07 Uhr
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Audi hat im Januar in China 35 Prozent weniger Fahrzeuge abgesetzt als im Vorjahr.

Quelle:Handelsblatt Online

Audi will seine Autos in China künftig nicht mehr nur mit dem Partner FAW bauen und vertreiben, sondern mit einem zweiten Partner, SAIC. Die bisherigen Händler lassen die Muskeln spielen.

Ingolstadt/PekingEin Einbruch der Autoverkäufe in China hat Audi den Start ins Jahr verhagelt. Die Ingolstädter VW-Tochter setzte auf ihrem wichtigsten Markt im Januar 35 Prozent weniger ab als im Vorjahr und fiel damit weit hinter die Konkurrenten Mercedes und BMW zurück. Audi baut sein Händlernetz in China derzeit neu auf.

Vertriebsvorstand Dietmar Voggenreiter sprach am Dienstag von einer zeitlich begrenzten Entwicklung. „In Europa und Nordamerika konnten wir mehr Kunden zu Jahresbeginn erreichen als je zuvor“, sagte er. „Auch in China bleiben wir für die künftige Geschäftsentwicklung optimistisch.“ Weil die Zuwächse in den USA und in Europa das Minus nicht ausgleichen konnten, fiel der weltweite Absatz im Januar um 13,5 Prozent auf 124 000 Autos.

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In China ist der Autoabsatz insgesamt im Januar zwar um fast 10 Prozent gesunken, aber BMW konnte um 18 Prozent zulegen und Mercedes sogar um 39 Prozent. Mit 59.000 verkauften Wagen in der Volksrepublik überholten die Stuttgarter im Januar den bisherigen Marktführer Audi, der statt 54.000 nur noch 35.000 Autos verkaufte.

Die chinesischen Audi-Händler hätten „ihr Geschäftsvolumen zu Jahresbeginn zurückhaltend disponiert“, teilte Audi mit. Audi ist in China für die nächsten zehn Jahre Joint-Venture-Partner des Autobauers FAW, will sich aber durch eine weitere Partnerschaft mit dem Autobauer SAIC breiter und unabhängiger aufstellen. Die Audi-Händler sind bisher nur Vertragspartner von FAW. Verhandlungen über das künftige Händlernetz laufen jetzt.

Stefan Bratzel vom Autoinstitut CAM in Bergisch Gladbach sagte: „Da wollen die Verhandlungspartner Druck machen. Das muss sich erst wieder beruhigen.“ Als Marktführer in China müsse Audi aufpassen, dass sich bei den Händlern keine feindselige Einstellung entwickelt. Mercedes habe schmerzhaft erfahren, was Ärger in den Vertriebskanälen anrichte. „Das muss schnell gelöst werden“, meinte Bratzel. Im vergangenen Jahr war Audi mit 592.000 verkauften Autos in China noch deutlich stärker gewesen als BMW und Mercedes.

Quelle:  Handelsblatt Online
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