Abspaltung per Börsengang: Bayer will sich von Kunststoffsparte trennen

Abspaltung per Börsengang: Bayer will sich von Kunststoffsparte trennen

, aktualisiert 18. September 2014, 09:20 Uhr
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Fahnen mit dem Markenzeichen des Chemie- und Pharmakonzerns Bayer.

Der deutsche Pharma- und Chemiekonzern Bayer will seine Kunststoffsparte an die Börse bringen. Der Aufsichtsrat muss den Plänen des Vorstands allerdings noch zustimmen.

Bayer will seine Kunststoff-Sparte MaterialScience an die Börse bringen. Der Konzern werde sich künftig auf die Bereiche Pharma und Agrarchemie fokussieren, teilte das Leverkusener Unternehmen am Donnerstag mit. Den Plänen des Vorstands müsse allerdings der Aufsichtsrat zustimmen, der noch am Donnerstag zusammenkomme. "Es ist geplant, nach einer Beschlussfassung des Aufsichtsrats weitere Informationen zu veröffentlichen", teilte Bayer mit.

Die Bayer-Historie

  • Von einer Farbenfabrik zum Chemie- und Pharmariesen

    Der Bayer-Konzern kann auf eine lange Geschichte zurückblicken: Sie beginnt in Wuppertal Barmen vor 150 Jahren. Es war die Geburtsstunde der deutschen Chemieindustrie.

  • 1863

    Friedrich Bayer und Johann Weskott gründen am 1. August die Farbenfabrik Fried. Bayer & Co.

  • 1899

    Das Schmerzmittel Aspirin wird zum Patent angemeldet. Noch heute gehört das Medikament zu den umsatzstärksten Bayer-Präparaten.

  • 1925

    Nach gut 60 Jahren verliert Bayer seine Selbstständigkeit; das Unternehmen geht in die IG Farben auf. Aus Bayer wurde die IG Betriebsgemeinschaft Niederrhein.

  • 1933

    In Leverkusen leuchtet erstmals das Bayer-Kreuz auf. Es hatte eine Durchmesser von 72 Metern und war mit 2200 Glühbirnen bestückt. Es ist bis heute das Wahrzeichen der Stadt geblieben.

  • 1939

    Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wird die Produktion der Chemieindustrie den Zielen der Kriegsführung untergeordnet. Zwangsarbeiter vor allem aus Osteuropa wurden in vielen Betrieben eingesetzt, auch in Leverkusen.

  • 1951

    Bayer wird nach der Zerschlagung der IG Farben neu gegründet und Ulrich Haberland der erste Vorstandsvorsitzende.

  • 1978

    Bayer übernimmt das US-Unternehmen Miles, das nach dem Rückerwerb der Markenrechte in den USA 1995 in Bayer Corporation umbenannt wird.

  • 2001

    Bayer nimmt den Blutfettsenker Lipobay vom Markt, was den Konzern in eine tief Krise stürzt. Im gleichen Jahr erfolgt der Erwerb des Pflanzenschutzgeschäftes Aventis CropScience.

  • 2005

    Bayer löst das Chemie- und Teile des Kunststoffgeschäftes aus dem Konzern und bringt ihn als Lanxess AG an die Börse.

  • 2006

    Der Erwerb des Berliner Pharmaunternehmens Schering für rund 17 Milliarden Euro ist der teuerste Zukauf der Firmengeschichte.

  • 2010

    Marijn Dekkers wird Vorstandsvorsitzender. Der Niederländer mit amerikanischem Pass ist der erste externe Manager an der Spitze des Konzerns.

Bayer hatte die Kunststoffsparte, die unter zunehmender Konkurrenz aus Asien leidet, mit einem Sparprogramm wieder fit gemacht. Im ersten Quartal 2014 hatte das Geschäft den kräftigsten Ergebnisanstieg von allen Sparten erzielt. Laut dem "Wall Street Journal" wird der Wert von MaterialScience von Analysten auf rund acht Milliarden Euro taxiert.

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