Agrochemiekonzern: Monsanto greift nach Syngenta

Agrochemiekonzern: Monsanto greift nach Syngenta

, aktualisiert 08. Mai 2015, 12:27 Uhr
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Der weltgrößte Saatguthersteller Monsanto will sich offenbar den Konkurrenten Syngenta aus der Schweiz einverleiben.

Der weltgrößte Saatguthersteller Monsanto will sich offenbar den Konkurrenten Syngenta einverleiben. Ein Zusammenschluss würde auch die Wettbewerber BASF und Bayer herausfordern.

Der US-Saatgut- und Genpflanzenproduzent Monsanto will den Schweizer Konkurrenten Syngenta schlucken. Syngenta bestätigte am Freitag in Basel, dass ein umgerechnet 45 Milliarden Dollar (42 Milliarden Franken) schweres Angebot der Amerikaner eingegangen sei. Monsanto sei bereit, je Syngenta-Aktie 449 Franken zu bezahlen.

Der Syngenta-Verwaltungsrat habe das Angebot bereit einstimmig abgelehnt. Die Offerte sei auf jeden Fall zu niedrig. "Der Vorschlag von Monsanto reflektiert die herausragenden Wachstumsaussichten der Strategie von Syngenta nicht", erklärte Syngenta-Präsident Michel Demare.

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An der Börse Zürich kletterten die Syngenta-Aktien 17 Prozent auf 390 Franken. Das ist zwar der größte Kurssprung der Unternehmensgeschichte.

Dennoch blieb der Kurs deutlich unter dem Angebotspreis von Monsanto. "Obgleich eine vollständige Übernahme von Syngenta durch Monsanto nicht ausgeschlossen werden kann, ist sie nicht einfach zu realisieren, insbesondere wegen wettbewerbsrechtlichen und steuerlichen Auflagen", erklärten die Analysten der Zürcher Kantonalbank. Zudem wollte Monsanto einen Teil des Kaufpreises in eigenen Aktien leisten. Dies schmälere die Attraktivität des Angebotes.

Sollte es trotzdem zu einem Zusammenschluss kommen, würde ein Konzern mit einem jährlichen Umsatz von rund 31 Milliarden Dollar entstehen. Monsanto war Insidern zufolge bereits im vergangenen Jahr mit Kaufabsichten bei Syngenta abgeblitzt. Doch die Amerikaner hätten nie aufgegeben und wollten die Fusion unbedingt durchziehen, hatte ein mit der Geschäftsstrategie des Unternehmens aus St. Louis vertrauter Banker kürzlich gesagt.

Syngenta ist der weltgrößte Hersteller von Pestiziden gegen Insektenbefall, Unkräuter und Pilze. Monsanto ist führend bei Saatgut und vor allem für seine gentechnisch veränderten Maissorten bekannt.

Herausforderung für BASF und Bayer

Ein Zusammenschluss würde auch die Wettbewerber BASF und Bayer herausfordern. Denn mit 31 Milliarden Dollar Umsatz wäre Monsanto/Syngenta deutlich größer als die Pflanzenschutz-Sparten der beiden deutschen Traditionskonzerne. Der neue Agrochemie-Konzern dürfte alsbald seine Größe nutzen, um seine Vertriebs- und Preismacht gegenüber den deutschen Konkurrenten auszuspielen. Freilich muss Monsanto nicht nur Syngenta, sondern auch die Wettbewerbshüter überzeugen: Bei einer solchen Großfusion werden Monsanto und Syngenta einige Zugeständnisse machen und sich von einigen ihrer Produkte trennen müssen, heißt es in der Branche.

Spannend ist auch, was dann aus der Kooperation zwischen Monsanto und BASF wird: Vor einigen Jahren hatten die beiden Unternehmen eine Entwicklungskooperation vereinbart. Bislang ist dabei allerdings nicht viel herausgekommen – außer einem dürreresistenten Mais, der bislang allerdings nur in den USA erhältlich ist.

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