Airbus: Fernando Alonso übernimmt Militärfliegersparte

Airbus: Fernando Alonso übernimmt Militärfliegersparte

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Bei Airbus übernimmt Fernando Alonso die Kontrolle über die Sparte für Militärflugzeuge.

Nach der Pannenserie beim Militärtransporter A400M zieht Airbus personelle Konsequenzen: Der Spanier Fernando Alonso löst Domingo Urena-Raso als Chef der Militärflugzeugsparte ab.

Airbus tauscht nach einer Pannenserie den Chef seiner Sparte Militärflugzeuge aus. Der Spanier Fernando Alonso löst auf dem Posten seinen Landsmann Domingo Urena-Raso ab, der zurücktrat und andere Aufgaben im Konzern übernimmt, wie Airbus am Donnerstag mitteilte. Der 58-jährige Alonso leitete bislang die Flugerprobung bei Airbus.

Das pannengeplagte A400M-Programm werde neu aufgestellt, kündigte Airbus-Rüstungschef Bernhard Gerwert an. Das soll die Produktion des Militärfliegers effizienter machen und die jüngsten Schnitzer ausbügeln. Für alle Produktionsfragen des Transporters sei künftig die Operations-Einheit der Rüstungssparte unter Pilar Albiac-Murillo zuständig, hieß es. Entwicklung und Auslieferung blieben beim relativ neuen Chef des A400M-Programms, Rafael Tentor.

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Die Chronik des Airbus-Pannenfliegers A400M

  • 1982

    Führende europäische Rüstungskonzerne gründen im Dezember 1982 das Future International Military/Civil Airlifter-Konsortium (FIMA) mit dem Ziel, den Bau eines gemeinsamen Militärtransporters zu prüfen. Die neue Maschine soll als Ersatz für die alternenden Flieger Lockheed C-130 Hercules und Transall C-160 dienen.

  • 1994

    orDas mittlererweile auf Euroflag umgetaufte Konsortium stellt das erste Modell der A400M auf der Flugschau in Farnborouv. Der Name: Future Large Aircraft (FLA). Kurz darauf übernimmt der Flugzeugbauer Airbus das Programm.

  • 1999

    Airbus legt sieben Regierungen ein Angebot über feste Leistungen und Preise für den A400M vor.

  • 2003

    Nach schwierigen und lange dauernden Verhandlungen unterschreiben die Länder im Mai 2003 einen Vertrag über die Lieferung von 180 Maschinen.

  • 2007

    Der Bau des ersten Prototypen beginnt. Ende des Jahres gibt Airbus bekannt, dass sich der eigentlich für 2008 geplante Start der Serienproduktion wegen technischer Probleme um mindestens zwölf Monate verzögert.

  • 2009

    Im Dezember 2009 findet schließlich der Erstflug des Militärtransporters statt. Es ist längst ausgeschlossen, dass Frankreich wie geplant im Frühjahr 2010 die erste A400M erhält.

  • 2009/2010

    Die Situation spitzt sich zu: Airbus zweifelt wegen der immens erhöhten Belastung durch technische Probleme und Verzögerungen in der Entwicklung intern an der Realisierung des Projekts. In Medien ist von fünf bis elf Milliarden Euro Mehrkosten die Rede.

  • 2010

    Die Beteiligten Länder einigen sich mit Airbus auf den Bau des Flugzeugs und akzeptieren eine Preiserhöhung. Die Produktion der ersten Serienmaschinen beginnt.

  • 2013

    Im August 2013 wirddie erste A400M an das französische Militär geliefert.

  • 2015

    Laut Medienberichten führen Produktionsprobleme dazu, dass 2015 maximal zwei statt fünf A400M an Deutschland ausgeliefert werden können. Auch die Franzosen und Briten sind von den erneuten Verzögerungen betroffen.

Gerwert räumte ein, beim Hochfahren der Fertigung des A400M habe die Leistung unter den eigenen Erwartungen gelegen. "Wir werden unser Bestes geben, um die Sorgen unserer Kunden zu zerstreuen und das Flugzeug so schnell wie möglich zu liefern."

Airbus gerät unter Druck

Nach den jüngsten Verzögerungen bei Militärtransportern gerät die Airbus-Spitze zunehmend unter Druck. Vor allem für Konzernchef Tom Enders, der die Bundesregierung wiederholt wegen ihrer Rüstungsexportpolitik angegriffen hatte, wird es zunehmend ungemütlich. Erst jüngst musste er sich in Großbritannien für Lieferpannen entschuldigen.

Airbus Erster A400M hat 161 Mängel

Der Airbus A400M lässt nicht nur auf sich warten - er ist auch noch ziemlich defektanfällig. Die Bundeswehr hat nun eine Liste mit Mängeln beim ersten ausgelieferten Flieger vorgelegt – und die hat es in sich.

Das erste deutsche A400M Transportflugzeug der Luftwaffe hat ziemlich viele Probleme. Quelle: dpa

Anfangs hatten beim Bau des von europäischen Truppen heiß ersehnten Transporters vor allem die Turboprop-Triebwerke Probleme gemacht. Zuletzt konnte Airbus Insidern zufolge nicht genügend Rümpfe für das Modell fertigstellen. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen zürnt mit dem paneuropäischen Konzern, mit dem ihr Haus regelmäßig wegen Kosten und Lieferzeiträumen über Kreuz liegt.

Enders sagte in Paris, dass Airbus Strafzahlungen an europäische Staaten für die jüngsten Verspätungen und technischen Probleme beim A400M leisten müsse. Das Unternehmen werde jedoch nicht die Regierungen um weitere finanzielle Hilfen über die im Jahr 2010 bereits erhaltenen 3,5 Milliarden Euro bitten.

"Die Zahlen werden zeigen, dass 2014 ein gutes Jahr war", ergänzte Enders. Airbus präsentiert seine Bilanz am 27. Februar der Öffentlichkeit.

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