Airbus: Flugzeugbauer gibt Mehrheit an Elbe-Flugwerken ab

Airbus: Flugzeugbauer gibt Mehrheit an Elbe-Flugwerken ab

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Airbus will den Umbau alter Passagierjets zu Frachtmaschinen in Dresden deutlich ausweiten.

Der Flugzeugbauer Airbus will den Umbau alter Passagierjets zu Frachtmaschinen in Dresden deutlich ausweiten. Dazu gibt das Unternehmen seinen Mehrheitsanteil ab. Mehr Personal und eine neue Halle sind geplant.

Airbus will den Umbau alter Passagierjets zu Frachtmaschinen in Dresden deutlich ausweiten. Die Elbe Flugzeugwerke (EFW) sollen künftig neben ersten Airbus-Modellen des Typs A300 und den größeren A330-Jets auch kleineren Mittelstreckenfliegern ein zweites Leben im Frachtgeschäft geben. Dabei gibt Airbus seinen Mehrheitsanteil an den EFW an den Miteigner ST Aerospace aus Singapur ab. Auf der weltgrößten Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris setzten Manager von Airbus, ST Aerospace und EFW am Mittwoch ihre Unterschriften unter den Vertrag.

Die Problemzonen der Airbus Group

  • Geschäftsfeld Großraumflugzeuge

    Im Kerngeschäft Ziviljets lebt Airbus fast nur von den A320-Mittelstreckenfliegern. Auf der Langstrecke bringt nur das älteste Modell A330 Geld. Der neue A350 wird netto erst nach 2020 Gewinn abwerfen, der Superjumbo A380 wohl nie.

  • Geschäftsfeld Rüstung

    Kampfjets und Raketen bringen viel Profit. Doch ab 2018 fehlen neue Aufträge. Für die Drohne Talarion fand Airbus keine Kunden, und das Geschäft mit Grenzsicherung wirft weniger ab als erwartet.

  • Organisation

    Die Airbus Group wurde 2000 als EADS gegründet. Dabei wurden völlig unterschiedliche Unternehmen zusammengeworfen, die schon in ihren vier europäischen Heimatländern kaum kooperierten. Trotz mehrerer Umstrukturierungen werkeln Firmenteile weiter vor sich hin, gibt es Doppelarbeiten und kaum Synergien.

  • Politik

    Seit der Airbus-Gründung kämpfen Frankreich und Deutschland darum, mehr High-Tech-Jobs als der andere zu bekommen. Dazu vergeben sie Aufträge und Anlauffinanzierungen. Paris versuchte auch schon, die Mehrheit am Konzern zu erlangen.

  • Enders' Fehler BAE

    Eine Fusion mit dem britischen Rüstungskonzern BAE schien ideal: Sie rettete Airbus das Waffengeschäft und half bei der Globalisierung. Doch Enders hatte unterschätzt, wie viel politisches Porzellan er mit seiner schroffen Art in Berlin zerschlagen hatte. Berlin legte sein Veto ein.

  • Enders' Übermut

    2008 wollte Enders Airbus-Werke an Zulieferer verkaufen. Der Deal platzte, weil er den Käufern auch einen Teil des Wechselkursrisikos aufbrummen wollte.

Der ST-Aerospace-Anteil an EFW steigt von 35 auf 55 Prozent. Airbus schraubt seinen Anteil im Gegenzug auf 45 Prozent herunter. „Wir bleiben ein wichtiger Partner der EFW“, sagte Airbus-Finanzchef Harald Wilhelm. So sollten EFW-Kunden davon profitieren, dass Airbus über mehr Daten der gebrauchten Passagierjets verfüge als andere.

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„Wir gehen davon aus, dass sich die erfolgreiche Zusammenarbeit mit ST Aerospace fortsetzen wird“, sagte EFW-Sprecher Christopher Profitlich. Das Unternehmen aus Singapur war nach Zustimmung der Kartellbehörden Anfang 2013 bei den Dresdnern eingestiegen.

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Airbus erwartet, dass in den kommenden 20 Jahren weltweit rund 600 kleinere Frachtflieger auf Basis der Passagierjets A320 und A321 benötigt werden. 2018 will EFW erstmals eine A321, ein Jahr später eine A320 für das Frachtgeschäft umbauen. Der erste A330-Umbau ist bereits für 2017 geplant. In Dresden soll dazu eine neue, größere Fertigungshalle errichtet werden. Auch die Zahl der derzeit rund 1200 Mitarbeiter solle steigen.

Allerdings wird nur ein Teil des neuen Geschäfts in Dresden abgewickelt, auch die Standorte von ST Aerospace in Asien, dem Pazifikraum und den USA sollen davon profitieren.

Neben dem Frachtflugzeug-Umbau entwickelt und produziert EFW auch Leichtbaukomponenten für die Inneneinrichtung der gesamten Airbus-Familie. Außerdem werden in Dresden Fracht- und Passagierflugzeuge gewartet und repariert.

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