Airbus: Flugzeugbauer setzt auf Hamburg als Produktionsstandort

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Airbus: Flugzeugbauer setzt auf Hamburg als Produktionsstandort

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Ein Airbus A320 im Landeanflug.

Hamburg kann mit einer Ausweitung der Airbus-Produktion rechnen. Der Flugzeugbauer will noch mehr Exemplare von seinem Erfolgsmodell A320 herstellen. Dafür bekäme Hamburg dann eine zusätzliche Produktionslinie.

Der europäische Flugzeugbauer Airbus setzt bei Ausweitung der Produktion seines Verkaufsschlagers A320 auf den Standort in Hamburg. Eine achte Produktionslinie für den Flieger könnte in der Hansestadt entstehen, hieß es bei Airbus während der Luftfahrtmesse in Le Bourget.

„Hamburg bietet sich an“, sagte ein Airbus-Sprecher. Die Entscheidung für eine Produktionserweiterung über den ohnehin geplanten Ausbau hinaus sei aber noch nicht gefallen. Auch ein Zeitpunkt sei noch unklar. In Hamburg-Finkenwerder hat Airbus sein größtes deutsches Werk.

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Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz (SPD), der am Dienstag mit dem Chef der Airbus Group, Thomas Enders, zusammenkam, bezeichnete die Pläne für einen möglichen Ausbau als einen „Vertrauensbeweis für den Luftfahrtstandort Hamburg. Damit ist Hamburg gut aufgestellt“, sagte Scholz in Paris.

Die Problemzonen der Airbus Group

  • Geschäftsfeld Großraumflugzeuge

    Im Kerngeschäft Ziviljets lebt Airbus fast nur von den A320-Mittelstreckenfliegern. Auf der Langstrecke bringt nur das älteste Modell A330 Geld. Der neue A350 wird netto erst nach 2020 Gewinn abwerfen, der Superjumbo A380 wohl nie.

  • Geschäftsfeld Rüstung

    Kampfjets und Raketen bringen viel Profit. Doch ab 2018 fehlen neue Aufträge. Für die Drohne Talarion fand Airbus keine Kunden, und das Geschäft mit Grenzsicherung wirft weniger ab als erwartet.

  • Organisation

    Die Airbus Group wurde 2000 als EADS gegründet. Dabei wurden völlig unterschiedliche Unternehmen zusammengeworfen, die schon in ihren vier europäischen Heimatländern kaum kooperierten. Trotz mehrerer Umstrukturierungen werkeln Firmenteile weiter vor sich hin, gibt es Doppelarbeiten und kaum Synergien.

  • Politik

    Seit der Airbus-Gründung kämpfen Frankreich und Deutschland darum, mehr High-Tech-Jobs als der andere zu bekommen. Dazu vergeben sie Aufträge und Anlauffinanzierungen. Paris versuchte auch schon, die Mehrheit am Konzern zu erlangen.

  • Enders' Fehler BAE

    Eine Fusion mit dem britischen Rüstungskonzern BAE schien ideal: Sie rettete Airbus das Waffengeschäft und half bei der Globalisierung. Doch Enders hatte unterschätzt, wie viel politisches Porzellan er mit seiner schroffen Art in Berlin zerschlagen hatte. Berlin legte sein Veto ein.

  • Enders' Übermut

    2008 wollte Enders Airbus-Werke an Zulieferer verkaufen. Der Deal platzte, weil er den Käufern auch einen Teil des Wechselkursrisikos aufbrummen wollte.

Airbus produziert aktuell monatlich 44 Flieger des Typs A320. Neben den bereits drei Produktionslinien in Hamburg gibt es zwei im französischen Toulouse, eine in China sowie eine neue Linie in den USA. Bereits beschlossen ist, die Stückzahl in 2017 von 44 auf 50 Exemplare pro Monat zu erhöhen. Wie bisher soll die Hälfte der Produktion in Hamburg entstehen. Die Airbus-Spitze könnte sich eine Ausweitung auf bis zu 63 Exemplare monatlich vorstellen.

Zusätzliche Investitionen bei einer weiteren Erhöhung der Produktion und einer Ausweitung in Hamburg wollte Airbus am Dienstag nicht benennen. Eine Erweiterung könne auch mehr Arbeitsplätze in Hamburg bedeuten. Allerdings reduziert der Flugzeugbauer die Produktion der A330 von zehn auf sechs Exemplare pro Monat. Für diesen Flugzeugtyp entstehen Teile des Rumpfes in Hamburg.

Umsatzzahlen der Airbus-Geschäftsfelder

  • Zivilflugzeuge

    2014: 68 Prozent des Gesamtumsatzes

    2012: 64 Prozent
    2011: 59 Prozent

  • Rüstung

    2014: 10 Prozent des Gesamtumsatzes

    2012: 15 Prozent
    2011: 20 Prozent

  • Hubschrauber

    2014: 11 Prozent des Gesamtumsatzes

    2012: 11 Prozent
    2011: 10 Prozent

  • Raumfahrt

    2014: 118 Prozent des Gesamtumsatzes

    2012: 10 Prozent
    2011: 11 Prozent

    Quelle: Unternehmensangaben

Die Auftragsflut bei den Mittelstreckenjets verdankt Airbus vor allem der spritsparenden Neuauflage A320neo, die 2015 erstmals ausgeliefert werden soll. Ob die Ausweitung der Produktion gelingt, hängt laut Airbus auch von den Zulieferern ab. Dazu gehören die Hersteller der neuen Triebwerksmodelle, mit denen die A320neo um bis zu 20 Prozent sparsamer werden soll als ihre Vorgängerin A320. „Wir arbeiten wenn nötig an zusätzlichen Kapazitäten“, sagte der Präsident des US-Herstellers Pratt & Whitney, Paul Adams, in Le Bourget.

Derzeit macht das Triebwerk jedoch technische Probleme. Seit Anfang Mai sind die Flugtests der A320neo mit dem Antrieb ausgesetzt, an dem auch der deutsche Triebwerksbauer MTU mitarbeitet. Laut Pratt & Whitney handelt es sich um ein Fertigungsproblem im Inneren des Triebwerks. „Wir sind zuversichtlich, dass wir die Erstauslieferung mit Airbus dieses Jahr hinbekommen“, sagte Adams. In wenigen Wochen sollten die Flugtests wieder starten.

Mit dem Konkurrenzantrieb des französischen-amerikanischen Herstellers CFM, für den sich bislang rund die Hälfte der Käufer entschieden haben, gehen die Tests der A320neo weiter. Der erste Jet mit dem CFM-Triebwerk soll aber erst 2016 ausgeliefert werden.

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