Aktie fällt : Henkel droht im Rennen um Wella das Aus

Aktie fällt : Henkel droht im Rennen um Wella das Aus

Der Konsumgüterkonzern Henkel hat offenbar das Nachsehen im Bieterrennen um den Schampoo-Hersteller Wella - die Aktie ist größter Verlierer im Dax.

Die US-Mutter Procter & Gamble könnte einem Insider zufolge Wella und zwei weitere Geschäftsbereiche an den in den USA ansässigen Parfümhersteller Coty abgeben. Coty habe die anderen Interessenten für die Sparten Haarpflege, Duftstoffe und Kosmetik überboten, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters in der Nacht zu Dienstag. Das Geschäft habe einen Gesamtwert von bis zu zwölf Milliarden Dollar. Noch sei die Transaktion aber nicht unter Dach und Fach.

Kosmetikriesen: Henkel und Procter & Gamble im Vergleich

  • Zwei Welten

    Umsatz und Gewinn der Kosmetikparten.

    Quelle: Unternehmen

  • Henkel

    Produkte: Schwarzkopf, Syoss, Dial

    Gesamtumsatz(in Mrd. Euro): 16,4

    ...davon Anteil an Kosmetika: 22%

    ...davon Umsatz mit Kosmetika(in Mrd. Euro): 3,54

    ...davon Gewinn mit Kosmetika(in Mio. Euro): 554

  • Procter & Gamble

    Produkte: Head & Shoulders, Pantene, Wella

    Gesamtumsatz(in Mrd. Euro): 77,6

    ...davon Anteil an Kosmetika: 24%

    ...davon Umsatz mit Kosmetika(in Mrd. Euro): 18,2

    ...davon Gewinn mit Kosmetika(in Mrd. Euro): 2,6

Henkel hatte laut Insidern eine verbindliche Offerte für die Haarpflegesparte Wella vorgelegt, die Experten zufolge fünf bis sieben Milliarden Dollar wert sein könnte. Es wäre für Henkel der größte Zukauf in der rund 140-jährigen Firmengeschichte gewesen. Henkel lehnte einen Kommentar ab. An der Börse reagierten Aktionäre enttäuscht über das mögliche Ausscheiden im Bieterrennen um Wella. Die Henkel-Aktie fiel am Dienstag im frühen Handel um 2,8 Prozent auf 101,2 Euro und war damit größter Dax-Verlierer.

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Konzernchef Kasper Rorsted hatte erst vor wenigen Tagen Spekulationen um eine Wella-Übernahme gedämpft. Der "Welt am Sonntag" hatte er gesagt, dass Großakquisitionen für die Düsseldorfer nicht dringend erforderlich seien. Konkret zu Wella wollte er sich allerdings nicht äußern. "Im vergangenen Jahr haben wir 1,8 Milliarden Euro für Akquisitionen ausgegeben, und auch 2015 haben wir bereits Vereinbarungen für Zukäufe in einer Größenordnung von über 300 Millionen Euro geschlossen", sagte Rorsted. "Wir brauchen also nicht unbedingt große, milliardenschwere Zukäufe, um unsere Finanzziele zu erreichen."

Nach Wella hatte Henkel schon einmal seine Fühler ausgestreckt. Die Düsseldorfer wollten ihren Konkurrenten vor zehn Jahren übernehmen, doch Procter & Gamble schnappte ihnen damals Wella für über sechs Milliarden Euro vor der Nase weg.

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