Aktionäre erhalten Sonderdividende: Lagardere will sich bald von EADS-Anteilen trennen

ThemaRüstung

Aktionäre erhalten Sonderdividende: Lagardere will sich bald von EADS-Anteilen trennen

Bild vergrößern

Arnaud Lagardere, Kopf der französischen Mediengruppe.

Der Lagardere-Konzern will noch vor dem Sommer seine gesamten 7,5 Prozent am Flugzeughersteller EADS verkaufen. Die EADS-Aktionäre treffen sich heute zu einer außerordentlichen Hauptversammlung.

Der französische Lagardere-Konzern will sich einem Zeitungsbericht zufolge noch vor dem Sommer von seinen Anteilen am Flugzeug- und Rüstungshersteller EADS trennen. Ziel sei es, die gesamten 7,5 Prozent zu verkaufen, sagte Firmenchef Arnaud Lagardere in einem Interview der Zeitung "Les Echos". Der Anteil sei etwa 2,5 Milliarden Euro wert.

Bild vergrößern

Die neue Eignerstruktur der EADS (zum Vergrößern bitte anklicken, Erläuterung siehe unten)

Lagardere bekräftigte, dass Aktionäre eine Sonderdividende erhalten sollen. Zudem sollen die Schulden verringert und kleinere Firmen gekauft werden. Lagardere hatte bereits kürzlich erklärt, einen Verkauf der EADS-Anteile bis zum 31. Juli zu erwarten.

Anzeige

Wie die neue Eigentümerstruktur der EADS funktioniert

  • Kompliziertes Geflecht

    Monatelange Verhandlungen, buchdicke Verträge, Unter-Unter-Unter-Gesellschaften in einem komplizierten Geflecht und das alles im Legalese genannten für Laien unverständlichen Juristenenglisch formuliert – wenn Großkonzerne wie die EADS Verträge schließen wird nichts dem Zufall überlassen.

    Am Ende ist die neue Aktionärsstruktur von Europas größtem Luftfahrt- und Rüstungskonzern aber doch weniger kompliziert als sie aussieht. Die Struktur, die aus juristischen Gründen bisher nur auf Englisch vorliegt, besteht nach der geplanten Kapitalerhöhung aus insgesamt vier Schichten.

  • Oberste Reihe - Aktionäre

    Hier stehen die aktuellen Aktionäre: Dunkel unterlegt sind die Parteien, die auch künftig Anteile am Konzern halten: der französische Staat, Spanien, die deutschen Staatsbanken KfW und andere öffentliche Institute der Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Hamburg und Niedersachsen. Die hell unterlegten Unternehmen Lagardère und Daimler waren zwar Gründungsaktionäre. Doch sie wollen möglichst bis Ende 2013 komplett aussteigen.

  • Zweite Reihe - Zwischengesellschaften

    Hier stehen die Zwischengesellschaften. Das sind in der Regel Briefkastenfirmen ohne Personal. Diese gründen die Aktionäre in der Regel, um im Falle von finanziellen oder sonstigen Problemen einen Puffer zu dem Unternehmen zu haben. Dazu machen es diese Firmen leichter, die Beteiligung teilweise zu Geld zu machen ohne die Stimmrechte abzugeben. Denn die Konstruktion erlaubt, Teilhaber aufzunehmen und trotzdem die Kontrolle zu behalten. Auch hier gilt: dunkel unterlegt ist ein Daueraktionär, hell unterlegt heißt. Muttergesellschaft will aussteigen.

    Dabei gibt es zwei Besonderheiten. Die deutsche KfW hält einen Teil der AKtien direkt und steuert als Mehrheitseigentümer das deutsche Konsortium aus Länderbanken.

    Ein Sonderregelung gibt es bei dem französischen Staat und Spanien. Diese wollen ihren Anteil herunterfahren, damit sie zusammen mit Deutschland weniger als 30 Prozent der Anteile halten. So verhindern die drei Staaten, dass sie bei einem An- und Verkauf ihrer Anteile allen Aktionären ein Abfindungsangebot machen müssen. Frankreich und Spanien wollen ihre Anteile aber noch nicht auf den Markt werfen, weil das den Aktienkurs drückt. Darum packen sie den Teil ihrer Anteile, den sie quasi zu viel haben (sogenannte excess shares) vorübergehend in eine Art Quarantäne („warehouse“), bei der die Staaten das Stimmrecht nicht nutzen können.

  • Anteile nach der Kapitalerhöhung

    Dritte und vierte Reihe: Das sind die Anteile nach der Kapitalerhöhung. Die hellen Kästchen von Daimler/DLRH sowie Lagardère (Sogeade) werden auf Null gefahren. In welchem Maß hängt davon ab, wie weit sich diese Unternehmen entschließen im Rahmen der geplanten Kapitalerhöhung ihre Aktien an die EADS verkaufen oder später am freien Markt abstoßen.

Am Mittwoch treffen sich die EADS-Aktionäre zu einer außerordentlichen Hauptversammlung in Amsterdam. Chef Tom Enders hat als Ziel ausgegeben, den Konzern zu einem Unternehmen umzubauen, das nicht mehr unter großem Einfluss der französischen und deutschen Politik steht. Dafür soll die Struktur geändert werden.

Zudem sollen die Eigner den Weg zum Ausstieg von Lagardere und Daimler frei machen. Arnaud Lagardere ist auch Verwaltungsratschef des Konzerns.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%