Alexandre de Juniac: Air-France-Chef: "Wir werden die Besten"

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InterviewAlexandre de Juniac: Air-France-Chef: "Wir werden die Besten"

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Politiker und Unternehmer - Alexandre de Juniac, Air-France-Chef

von Rüdiger Kiani-Kreß

Alexandre de Juniac, der designierte neue Konzernlenker der Fluggesellschaft Air-France, will zu alter Größe gelangen und sich mit dem Rivalen Etihad verbrüdern.

WirtschaftsWoche: Herr de Juniac, Sie sind einer der wenigen Airline-Chefs, der nicht aus der Flugbranche kommt. Ist das ein Vorteil?

Alexandre De Juniac: Ich glaube schon. Ich war in der Lage, schwierige Problemstellungen unvoreingenommen zu betrachten. Ich denke, ich konnte somit schnell den nötigen Abstand gewinnen, um in aller Unabhängigkeit Entscheidungen zu treffen. Deshalb konnte ich Probleme offener aussprechen, und am Ende konnten wir ambitionierte, jedoch schwierige Maßnahmen, wie beispielsweise den Sanierungsplan, ergreifen.

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Sie waren zuvor in der Politik. Sind Sie eine Art Statthalter der französischen Regierung, die ja der größte Aktionär ist?

Oh nein. Ich war nur kurz in der Politik, wo ich nur ein Techniker war. Der französische Staat sitzt seit der Gründung des Konzerns mit eigenen Vertretern im Verwaltungsrat. Selbst wenn ich dafür sorge, dass der Staat transparent und in Echtzeit informiert wird, halte ich mich deswegen jedoch nicht für einen Emissär der Regierung: Ich bin ein Unternehmer, der in einer schwierigen Wirtschaftslage alles daransetzt, Air France wieder konkurrenzfähig und erneut zur weltweit führenden Airline zu machen – eine Position, die sie nie hätte abgeben sollen.

Amtsantritt von de Juniac Die letzte Chance für Air France

Für Air France ist der neue Chef Alexandre de Juniac die letzte und beste Chance zur Sanierung der krisengeschüttelten Airline. Seit gestern muss der Ex-Rüstungsmanger beweisen, dass er das Zeug dazu hat.

Alexandre de Juniac, neuer Chef bei Air France, gilt als Hoffnungsträger der kriselnden Airline Quelle: dpa

Die größte Überraschung war Ihre Kooperation mit Etihad aus Abu Dhabi. Für Ihren heutigen Konzernchef Jean-Cyril Spinetta galten Fluglinien vom Golf als Erzfeinde.

Wir haben immer für die Gleichbehandlung aller Akteure der Branche gekämpft und werden uns auch weiterhin für dieses Ziel einsetzen. Seit einigen Jahren haben die Fluggesellschaften der Golfstaaten die ganze Branche gewaltig unter Druck gesetzt. Sie haben auch neue Maßstäbe beim Service gesetzt. Heute herrscht Einigkeit darüber, dass intelligente Partnerschaften mit diesen Fluglinien von Interesse sind.

Wird Ihnen Etihad am Ende nicht einfach nur die Passagiere stehlen?

Das glaube ich nicht. Von dem Abkommen profitieren beide Partner. Unsere beiden Netze ergänzen einander. Etihad ist bei vielen Zielen stark, wo wir relativ schwach sind wie Indien, Ostafrika und Richtung Australien. Im Gegenzug verbinden wir Abu Dhabi über Paris und Amsterdam mit Nord- und Südamerika. Und so ganz falsch können wir nicht liegen: Inzwischen kooperiert British Airways mit Qatar Airways und die australische Qantas mit Emirates aus Dubai.

Wenn Sie davon auch finanziell profitieren wollen, brauchen Sie eine Art Gemeinschaftsunternehmen mit Etihad.

So weit sind wir noch nicht. Alles zu seiner Zeit.

Ihre zweite Überraschung war die Zusammenarbeit mit Air Berlin. Was bringt das?

Air Berlin ist der wichtigste Partner von Etihad in Europa. Da ist eine Kooperation naheliegend. Zudem ist das dichte Netz von Air Berlin vor allem in Osteuropa eine gute Ergänzung zu unserem.

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