Alstom-Chef Patrick Kro: "Der Euro ist ein Segen"

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InterviewAlstom-Chef Patrick Kro: "Der Euro ist ein Segen"

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Kron, 59, übernahm das Ruder bei Alstom vor zehn Jahren. Damals stand der Konzern vor dem Konkurs und musste mit Steuergeldern gerettet werden.

von Karin Finkenzeller und Lothar Schnitzler

Der französische Technologiekonzern Alstom hat seine Umsatzprognose gekappt. Warum Konzernchef Kro bei der Windkraft den Angriff auf Siemens scheut und sich eine schwächere europäische Gemeinschaftswährung wünscht.

WirtschaftsWoche: Monsieur Kron, der Alstom-Konzern ist dafür bekannt, dass er viele Aufträge im Ausland, zum Beispiel für Eisenbahnzüge, vor allem dem direkten Einsatz der französischen Regierung verdankt. Ist das auf Dauer das richtige Geschäftsmodell?

Kron: Alstom erhält genau wie Siemens oder Bombardier keinen einzigen Auftrag aufgrund der Intervention des Staates. Diese Aussage entbehrt jeder Grundlage. Die Märkte für Züge sind fast überall in öffentlicher Hand. Das sind seriöse Kunden, die ihre Lieferanten ausschließlich nach der Qualität des Angebots auswählen.

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Anfang des Jahres zog Alstom bei einer Ausschreibung der Moskauer S-Bahn den Kürzeren, im Herbst bei der Moskauer Trambahn. Und das, obwohl Alstom 25 Prozent an Russlands größtem Bahnbauer TMH erworben hat. Sind Sie enttäuscht?

Nein, wir bereuen den Einstieg beim größten Bahnbauer Russlands überhaupt nicht. TMH operiert in einem der dynamischsten Märkte der Welt und legt von Jahr zu Jahr schönere Zahlen vor. Was die Ausschreibungen anbetrifft, beanspruchen wir keine Exklusivität mit unserem Partner in Russland. Der russische Markt ist da wie jeder ander Markt: Wer bestellt, entscheidet.

Was bringt Ihnen dann das Engagement in Russland?

TMH spielt für Alstom bei der Lieferung von Einzelteilen eine wichtige Rolle. Seit dem Einstieg haben wir mit TMH Lieferverträge in Höhe von rund 1,5 Milliarden Euro geschlossen. Wenn TMH zum Beispiel an die russische Staatsbahn RZD liefert, ist Alstom indirekt häufig dabei.

Bezieht Alstom im Gegenzug auch kostengünstige Vorprodukte aus Russland?

Natürlich, das ist Teil unserer Strategie.

Das heißt, Alstom lässt in Russland auch für seine Eisenbahnfabriken in Deutschland produzieren?

Das gilt für alle unsere Standorte, wenn es sinnvoll ist. Wenn es günstig ist, einzelne Bauteile zusammen zu entwickeln und zu produzieren, verzichten wir nicht auf diese Möglichkeit. Der deutsche Standort Salzgitter, das sei hier erwähnt, ist übrigens unsere wichtigste Fabrik für Züge und Waggons.

Und wie sicher ist der Standort?

Salzgitter ist für die kommenden Jahre sehr gut ausgelastet.

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