Alstom: Verkauf an General Electric besiegelt

Alstom: Verkauf an General Electric besiegelt

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Die Aktionäre billigten den Verkauf von Alstoms Energiesparte an den US-Konzern General Electric (GE) annähernd. Die französische Regierung hatte zuvor den Weg für den Verkauf freigemacht.

Die Aktionäre des französischen Konzerns Alstom haben sich am Freitag mit 99,2 Prozent für den Verkauf der Energiesparte an den US-Konzern General Electric ausgesprochen.

Annähernd einstimmig haben die Aktionäre des französischen Alstom-Konzerns den Verkauf der Energiesparte an den US-Konzern General Electric (GE) gebilligt. Während einer außerordentlichen Hauptversammlung stimmten am Freitag in Paris 99,2 Prozent der Anteilseigner für den lange umstrittenen Deal.

Kauf durch General Electrics Französische Regierung stimmt Übernahme von Alstom zu

Die französische Regierung stimmt der Übernahme eines Großteils der Energiegesparte von Alstom durch General Electrics zu. Der US-französische Deal ist damit besiegelt.

Der Übernahme-Deal zwischen GE und Alstom ist perfekt. Quelle: REUTERS

Zuvor hatte auch die französische Regierung den Weg freigemacht für den Verkauf. Wegen der strategischen Bedeutung des Unternehmens hatte sich Paris während des Übernahmepokers zwischen GE und Siemens nebst japanischem Partner Mitsubishi Heavy Industries eigens ein Vetorecht gesichert. Gleichzeitig steigt Frankreich mit 20 Prozent als größter Aktionär bei Alstom ein.

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Das Tauziehen um Alstom

  • April

    Am 24. April wird bekannt, dass GE Alstom kaufen will. Der Schritt gilt als Frontalangriff auf Siemens. Am nächsten Tag rufen die Übernahmegerüchte die französische Regierung auf den Plan. Sie will einen Verkauf in die USA mit allen Mitteln verhindern. Am 27. April greift Siemens in den Übernahmepoker ein. Man habe der Alstom-Führung „Gesprächsbereitschaft über strategische Fragen zukünftiger Zusammenarbeit“ signalisiert. Am 28. April schaltet sich Frankreichs Präsident Hollande in das Tauziehen ein. Bei getrennten Treffen berät er mit den Chefs von Siemens und GE. Einen Tag später kündigt Siemens ein Angebot für Alstom an. Bedingung dafür: Siemens will die Alstom-Bücher vier Wochen lang prüfen und Managementinterviews führen. Am 30. April empfiehlt der Verwaltungsrat von Alstom den Aktionären eine bindende Offerte von GE. Dieser will für die Energietechnik-Sparte von Alstom 12,35 Milliarden Euro zahlen.

  • 7. bis 11. Mai

    Siemens-Chef Kaeser betont „ernsthaftes“ Interesse an Alstom. Zugleich sagt der Manager, er wolle mit dem Übernahmeplan auch die Handlungsfähigkeit der Siemens-Führung unter Beweis stellen. Einen Tag später lehnt Montebourg das GE-Angebot für Alstom öffentlich ab. Am 9. Mai berät Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) mit seinem Kollegen Montebourg über einen möglichen Alstom-Siemens-Deal. Am 11. Mai werden Medienberichte bekannt, laut denen Siemens Alstom neben der eigenen Bahnsparte auch das Geschäft mit Signaltechnik anbieten will.

  • 14. und 15. Mai

    Frankreichs Regierung sendet widersprüchliche Signale. Energieministerin Ségolène Royal bezeichnete das GE-Angebot in einem Interview als „sehr gute Gelegenheit“. Nach einem Treffen mit Kaeser teilt sie mit, das deutsche-französische Projekt komme gut voran. Einen Tag später erweitert Paris seine Eingriffsrechte bei internationalen Deals. Mittels Verordnung könne ohne die bei „nationalem Interesse“ nötige Zustimmung eine ungewünschte Alstom-Übernahme gekippt werden.

  • 18. Mai

    Der Siemens-Betriebsrat fordert für den Fall einer Alstom-Übernahme erneut den Erhalt der Arbeitsplätze in der Bahnsparte des Konzerns, die dann an die Franzosen gehen soll.

  • 20. Mai

    Nach Angaben der französischen Regierung hat Siemens um zusätzliche Informationen über das Unternehmen gebeten. Paris wertet dies als Hinweis auf ein bevorstehendes Übernahmeangebot.

  • 24. und 28. Mai

    Hollande lässt erneut ein Treffen mit GE-Chef Jeff Immelt anberaumen. Der Präsident hatte das GE-Angebot zuletzt als nicht ausreichend bezeichnet. Am 28. Mai bessert GE das eigene Angebot nochmals etwas nach.

  • 30. Mai

    Kaeser betont nochmals, dass Siemens keinen Zeitdruck verspüre und bis zum 16. Juni alle Optionen prüfen werde.

  • 11. Juni

    Überraschend geben Siemens und der japanische Konkurrent Mitsubishi Heavy Industries (MHI) bekannt, ein gemeinsames Angebot für Alstom zu prüfen.

  • 16. Juni

    Siemens und MHI legen ihr Angebot für Alstom vor. MHI will sich mit bis zu zehn Prozent an Alstom beteiligen und eine umfassende industrielle Allianz, aber keine Übernahme. Das Gasturbinen-Geschäft der Franzosen soll an Siemens gehen. Insgesamt beinhaltet die Offerte Barzahlungen von Siemens über 3,9 Milliarden Euro und von MHI über 3,1 Milliarden Euro.

Den Zuschlag hatte der US-Industrieriese im Juni erhalten. GE hatte das Energiegeschäft mit 12,35 Milliarden Euro bewertet und will Gemeinschaftsunternehmen mit Alstom gründen. Ziel ist ein weltweit wettbewerbsfähiges Unternehmen im Energie- und Netzbereich. Mit Zustimmung der Wettbewerbshüter soll das Geschäft bis Mitte des kommenden Jahres über die Bühne gehen.

Die Folgen eines noch ausstehenden Bußgeldverfahrens will der Konzern nach Angaben von Alstom-Chef Patrick Kron selbst schultern. Alstom sei in abschließenden Verhandlungen mit dem US-Justizministerium. Nach unbestätigten Meldungen geht es um ein Bußgeld in Höhe von rund 570 Millionen Euro wegen Bestechungsvorwürfen gegen Manager des US-Ablegers von Alstom im Zusammenhang mit einem Geschäft in Indonesien.

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