Angeschlagener Stahlriese: Thyssen-Manager müssen um ihre Jobs bangen

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Angeschlagener Stahlriese: Thyssen-Manager müssen um ihre Jobs bangen

, aktualisiert 05. September 2013, 07:42 Uhr
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Die Zentrale von ThyssenKrupp in Essen

Kaum ein Tag vergeht mittlerweile ohne schlechte Nachrichten vom Essener Stahlriesen ThyssenKrupp. Der Verkauf der Übersee-Stahlwerke ist weiter in Gefahr, jetzt müssen auch Führungskräfte um ihre Jobs bangen.

Die Krise um den angeschlagenen ThyssenKrupp-Konzern zeigt Wirkung. Das Unternehmen greift im Management seiner europäischen Stahlsparte durch. Geplant sei eine "Optimierung der Führungsorganisation", erklärte ein Sprecher am Mittwochabend.

Das "Handelsblatt" hatte zuvor aus Aufsichtsratskreisen erfahren, dass der Bereichsvorstand von fünf auf vier Posten verkleinert werden soll. In der zweiten Führungsebene müsse jede fünfte Führungskraft gehen. Der Aufsichtsrat der ThyssenKrupp Steel Europe AG werde sich in seiner Sitzung am Donnerstag mit den "organisatorischen Veränderungen" befassen, berichtet das Blatt weiter. Die Zustimmung gelte als sicher, da auch die Betriebsräte hinter den Plänen stünden. Zum neuen Geschäftsjahr, das am 1. Oktober startet, soll der Umbau der Führungsspitze von Thyssen-Krupp Steel Europe demnach bereits umgesetzt sein.

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Quelle: REUTERS

Konzernchef Heinrich Hiesinger begründete der Zeitung zufolge in einem Brief an die Aufsichtsräte der Stahlsparte die Einschnitte mit dem laufenden Sparprogramm, das auch die Führungsriege einbeziehe. Ziel sei eine schlankere und effizientere Organisationsstruktur. Bis zum Geschäftsjahr 2014/15 sollen in der Stahlsparte die Kosten um 500 Millionen Euro gedrückt werden, wie der Konzern bereits vor mehreren Monaten angekündigt hatte. Im gesamten Konzern will Hiesinger zwei Milliarden Euro einsparen. Zu Details hatte sich das Unternehmen aber bislang zurückgehalten.

In Konzernkreisen wurde die Verschlankung des Managements laut "Handelsblatt" als „überfällig“ bezeichnet. Die europäische Stahlsparte habe große Freiheiten genossen, die von der Führung nicht immer zum Wohle des Unternehmens eingesetzt worden sei, sagte ein Insider.

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Die Krise in Essen hatte sich zuletzt wieder zugespitzt. Bereits vor der Aufsichtsratssitzung am Dienstag hatte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" unter Berufung auf das Umfeld des Konzerns berichtet, dass der Vorstand die geplante Veräußerung der Stahlwerke in Übersee abbrechen werde. Vorstandschef Heinrich Hiesinger versucht seit über einem Jahr, die verlustträchtigen Werke in Übersee abzustoßen. Durch ein mögliches Scheitern des Verkaufs ist aus Sicht von DZ-Bank-Analyst Dirk Schlamp die Wahrscheinlichkeit einer umfangreichen Kapitalerhöhung weiter gestiegen.
Sollte ThyssenKrupp ein Abschluss des Verkaufs bis zum Ende des Geschäftsjahres im September nicht gelingen, könnten die Banken den Druck auf den mit mehr als fünf Milliarden Euro verschuldeten Konzern erhöhen. Eine Kapitalerhöhung könnte dann für Entlastung sorgen.

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