Arconic: Kleinfeld hinterlässt starke Zahlen

Arconic: Kleinfeld hinterlässt starke Zahlen

, aktualisiert 26. April 2017, 00:37 Uhr
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Arconic nach dem Abgang von Klaus Kleinfeld: Das US-Unternehmen überraschte am Dienstag mit positiven Quartalszahlen.

von Thomas JahnQuelle:Handelsblatt Online

Ironie der Geschichte: Kurz nach dem Abgang von Klaus Kleinfeld vermeldet Arconic hervorragende Zahlen. Doch die Hauptversammlung wird verschoben – weil ein Friedensangebot an Aktivist Paul Singer zunächst scheiterte.

New YorkDiese Zahlen hätte Klaus Kleinfeld sicher gerne vorgetragen: Der Arconic-Umsatz im jüngsten Quartal fiel mit rund 3,2 Milliarden Dollar um fünf Prozent höher aus, als Analysten vorhergesagt hatten. Auch der Gewinn übertraf mit 322 Millionen Dollar deutlich die Erwartungen. Die Aktie sprang nachbörslich um mehr als vier Prozent nach oben. Interims-Chef David Hess sprach von einer „soliden Performance und starken Kostensenkungen“.

Nach einigen Verfehlungen in den vergangenen Quartalen erfüllt Arconic nun endlich die Vorgaben. Die Zahlen stützen Hess bei Verhandlungen mit Elliott, dem Hedgefonds von Paul Singer. Elliott forderte seit Monaten vier Sitze im 13-köpfigen Aufsichtsrat und eine Ablösung des Vorstandschefs Klaus Kleinfeld. Letzterer Wunsch wurde vor gut einer Woche erfüllt, als der deutsche Manager nach einem bizarren Brief an Singer zurücktrat.

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Ohne Kleinfeld sucht Arconic nun ein Friedensabkommen mit Singer, bot am vergangenen Wochenende zwei zusätzliche Sitze im Aufsichtsrat, in dem der Hedgefonds bereits drei Vertreter sitzen hat. Im Gegenzug sollte Elliott seinen „Proxy Fight“ beenden – also den Versuch, mit Stimmrechtsvollmachten Kontrolle zu bekommen, ohne neue Aktien zu kaufen.

Doch die Verhandlungen scheiterten bislang an Singers weiterreichenden Forderungen. Diese würden ihm eine Machtfülle geben, die seinen Aktienanteil von 13,5 Prozent an Arconic „bei weitem übertreffen“ und an „Mikromanagement“ erinnern, wie der Verwaltungsrat in einer jetzt veröffentlichten E-Mail an Singer schrieb.

Am Dienstag verschob Arconic den Termin seiner Hauptversammlung vom 16. Mai auf Ende des kommenden Monats, um mehr Zeit für Gespräche zu haben. Man sei weiter zu „bestimmten Konzessionen bereit“, wie es in einer Pressemitteilung hieß.

Zentrale Figuren sind bei Arconic Patricia Russo, die bis auf Weiteres den Aufsichtsrat leitet und früher Chefin des Telekomausrüsters Alcatel-Lucent war. An ihrer Seite sitzt Hess, Interims-CEO vom Konglomerat United Technologies. Der Amerikaner kam erst vor wenigen Monaten in den Aufsichtstrat von Arconic, kennt sich aus im Geschäft von den wichtigsten Kunden des Konzerns. Der 61-Jährige ist ein Luftfahrtexperte und arbeitete lange bei dem Flugzeugmotorenhersteller Pratt & Whitney, einer Tochter von United Technologies.

Die Verhandlungen dürften weiter schwierig bleiben. Neben vier Sitzen im Aufsichtsrat will Singer drei der insgesamt fünf Mitglieder eines Ausschusses im Verwaltungsrat stellen, der den neuen Vorstandschef für Arconic aussucht. Auch möchte der New Yorker die Mehrheit in einem neuen „Operations Committee“ haben, das die operativen Geschäfte des Konzerns begleiten soll.

Der Ausschuss ist eine ungewöhnliche Idee, denn der Verwaltungsrat einer Gesellschaft beaufsichtigt deren Strategie, aber nicht das Tagesgeschäft. „Die Herausforderungen von David Hess sind beängstigend“, begründete Singer den Ausschuss, der eine „Stützungsmaßnahme“ für ihn wäre und „Aktionäre beruhigen“ würde.

Wie wichtig Singer die Sache nimmt, zeigt ein Umstand: Zum ersten Mal äußerte er sich öffentlich zum Fall Arconic. Die Beteiligung gehört mit zu den größeren Positionen seines Fonds, der insgesamt 33 Milliarden Dollar verwaltet. Auch ist sein Name spätestens seit dem Brief von Kleinfeld eng mit dem Unternehmen verbunden: In dem Schreiben spielt der Ex-Siemenschef auf eine Fußballparty von Singer im Jahr 2006 in Berlin an – um sie ranken sich nun wilde Gerüchte.

Quelle:  Handelsblatt Online
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