Arzneimittel-Atlas: Krankenkassen geben weniger Geld für Medikamente aus

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Arzneimittel-Atlas: Krankenkassen geben weniger Geld für Medikamente aus

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Die Pharmaindustrie umtreibt die Sorge um sinkende Preise.

Quelle:dpa, Reuters

Die Ausgaben für Medikamente sind 2011 um vier Prozent gefallen. In Ostdeutschland geben die Krankenkassen die höchsten Beträge aus. Die Pharmaindustrie sorgt sich derweil um die sinkenden Preise.

Die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) haben im Jahr 2011 ungefähr 29 Milliarden Euro für Arzneimittel ausgegeben. Das sind etwa 1,2 Milliarden Euro oder vier Prozent weniger als im Jahr 2011. Dies teilte der Verband für forschende Pharmaunternehmen (vfa), am Montag in Berlin anlässlich der Präsentation des neuen Arzneimittel-Atlasses, mit.

Nach Angaben des Berliner IGES-Instituts, das im Auftrag des vfa den Arzneimittelatlas erstellt, hatten 2010 die Ausgaben der GKV für Medikamente noch um 0,6 Prozent zugenommen. "Unter dem Strich sind Arzneimittel der einzige der großen Leistungsbereiche der Gesetzlichen Krankenversicherung, dessen Ausgaben 2011 rückläufig waren", erklärte die Hauptgeschäftsführerin des Verbands der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa), Birgit Fischer.

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Ausgaben im Osten höher als im Westen

Den stärksten Einfluss hatten laut vfa gesunkene Medikamenten-Preise. Dadurch seien die Kosten um 1,76 Milliarden Euro gedrückt worden. die Pro-Kopf-Ausgabe ging auf durchschnittlich 388 Euro zurück, wobei die GKV in Ostdeutschland mehr Geld für Medikamente ausgegeben wird als im Westen der Republik. So lagen die Arzneimittelausgaben in Mecklenburg-Vorpommern bei ungefähr 494 Euro pro Patient. In Bayern waren es hingegen nur 342 Euro. Hinter Mecklenburg-Vorpommern folgten die Bundesländer Berlin (482 Euro), Sachsen (474) und Thüringen (463). Das dürfte auch daran liegen, dass in Ostdeutschland überdurchschnittlich viele alte Menschen leben, die besonders viel Medizin benötigen.

Die Industrie warnt vor weiteren Preiseingriffen

Die gesunkenen Preise sind laut Fischer nicht nur eine Folge staatlicher Eingriffe wie des gesetzlichen Herstellerabschlags von 16 Prozent für Medikamente. "Patentabläufe, stärkerer Preiswettbewerb und freiwillige Rabatte der Hersteller haben zusätzlich zu sinkenden Preisen bei Arzneimitteln beigetragen", erklärte Fischer.

Laut Arzneimittel-Atlas verursachten neue patentgeschützte Präparate 2011 zwar Mehrkosten von 430 Millionen Euro. Demgegenüber standen aber Kostensenkungen von 640 Millionen Euro als Folge von Patentabläufen, des Wettbewerbs der Firmen sowie Sparschritten. Zu den umsatzstarken Präparaten, die inzwischen patentfrei sind, gehört beispielsweise der Blutverdünner Plavix von Sanofi und Bristol-Myers Squibb und das Magenmittel Pantoprazol der Takeda -Tochter Nycomed. Zudem liefen 2011 für drei Brustkrebs-Präparate die Patente ab.

Aus diesem Grund hat die Pharmaindustrie eindringlich vor neuen gesetzlichen Preiseingriffen bei Medikamenten gewarnt. Die Fortschritte bei der Versorgung der Patienten würden dadurch gefährdet, erklärte die vfa- Hauptgeschäftsführerin Fischer. "Die Grenze, bis wann Arzneimittelpreise für die Hersteller noch wirtschaftlich sind, auch um an weiteren dringend benötigten Arzneimitteln zu forschen, ist erreicht", sagte sie.

Der vfa vertritt die Interessen der Pharmaindustrie in Deutschland. Zu seinen Mitgliedern gehören unter anderem Bayer, Boehringer Ingelheim und Merck aber auch internationale Pharmagrößen wie der US-Konzern Pfizer, die französische Sanofi oder die britische GlaxoSmithKline.

Quelle:  dpaReuters
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