Arzneimittelhersteller: Stada-Übernahme wird wieder zur Zitterpartie

Arzneimittelhersteller: Stada-Übernahme wird wieder zur Zitterpartie

, aktualisiert 15. August 2017, 14:17 Uhr
Quelle:Handelsblatt Online

Die Übernahme des Arzneimittelherstellers Stada durch die Finanzinvestoren Bain und Cinven steht erneut auf der Kippe. Bislang haben erst 43 Prozent der Aktionäre dem Angebot zugestimmt. Nun wird die Zeit knapp.

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Beim ersten Übernahmeversuch von Bain und Cinven vor wenigen Wochen hatten sich die Hedgefonds verspekuliert und nicht genügend Aktien angedient, wodurch die Finanzinvestoren die damals geforderte Quote von 67 Prozent knapp verfehlt hatten.

FrankfurtDie Finanzinvestoren Bain und Cinven müssen auch beim zweiten Anlauf zur Übernahme des Arzneimittelherstellers Stada bis zur letzten Minute bangen. Bis Montagabend nahmen knapp 43 Prozent der Aktionäre das Angebot an, wie die Finanzinvestoren am Dienstag mitteilten.

Bis Mittwochabend müssen Cinven und Bain mindestens 63 Prozent der Stada-Aktien einsammeln, sonst ist ihr 5,3 Milliarden Euro schweres Angebot über 66,25 Euro je Aktie erneut gescheitert. Entscheidend dafür sind Hedgefonds und andere kurzfristig orientierte Investoren, die nach früheren Angaben rund 50 Prozent an Stada halten.

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Die Andienungsquote unter den Privatanlegern, die rund ein Viertel der Stada-Aktien halten, ist dieses Mal viel niedriger als beim ersten Anlauf. Eine Online-Kampagne unter den Privatanlegern, darunter viele Ärzte und Apotheker, brachte bislang nicht den erhofften Erfolg.

Beim ersten Übernahmeversuch von Bain und Cinven vor wenigen Wochen hatten sich die Hedgefonds verspekuliert und nicht genügend Aktien angedient, wodurch die Finanzinvestoren die damals geforderte Quote von 67 Prozent knapp verfehlt hatten. Allein der US-Investor Paul Singer, der oft bei Übernahmen in Deutschland mitpokert, hält mit seinem Fonds Elliott fast zehn Prozent – was er mit seinem Anteil plant, ist nicht bekannt.

Dabei hatten sich Bain und Cinven für ihren erneuten Anlauf vorab knapp 20 Prozent an Stada gesichert, um auf Nummer sicher zu gehen. Stada-Interimschef Engelbert Tjeenk Willink hatte in einem offenen Brief an die Aktionäre ungewöhnlich deutlich vor einem abermaligen Scheitern des Angebots gewarnt und an die Hedgefonds appelliert, die Übernahme nicht zu blockieren.

Die zuständige Gewerkschaft IG BCE hat bereits gedroht, sich jedem weiteren Verkaufsprozess zu widersetzen, sollte die erneute Übernahmeofferte wiederum ergebnislos verlaufen. Bei Stada werde "auf hohem Niveau gezockt". Das monatelange Hickhack um die Übernahme hat das Unternehmen bereits eine zweistellige Millionensumme gekostet und den Gewinn im vergangenen Quartal verhagelt.

Quelle:  Handelsblatt Online
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