Aufsichtsrat: Einflussreicher Franzose für Siemens

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Aufsichtsrat: Einflussreicher Franzose für Siemens

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Gerard Mestrallet wird noch diesen Monat Mitglied im Aufsichtsrat von Siemens

von Andreas Wildhagen

Gerard Mestrallet, ein Top-Mann der französischen Industrie, wird am 23. Januar Aufsichtsratsmitglied im Münchner Technologiekonzern. Warum Mestrallet und Siemens eine ideale Kombination bilden.

Siemens ist zu deutsch, das war die Erkenntnis von Siemens-Chef Peter Löscher und dessen Aufsichtsratschef Gerhard Cromme, der zur Zeit stark befehdete Spitzenmanager im Zweitberuf Chefkontrolleur von ThyssenKrupp. Zur Hauptversammlung wird nun der 63-jährige Gerard Mestrallet berufen. Damit wird dem Kontrollgremium von Siemens ab Januar ein Top-Mann der französischen Industrie angehören, der Energiewirtschaft zumal, die in Frankreich eine viel größere Macht auf Politik und Establishment ausübt als dies in Deutschland je der Fall war.

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Mestrallet ist Chef von GdF Suez. Das französische Unternehmen ist der drittgrößte Energieversorger der Welt. Mit 35 Prozent ist der französische Staat Hauptaktionär von GdF, der zweitgrößte Gasanbieter der Welt nach Gazprom.

GdF-Suez greift deutsche Gasversorger an

Der französische Staat als Ankeraktionär macht Mestrallet zu einem ausgesprochen politischen Vorstandschef mit enger Bindung an den Elysee-Palast. GdF-Suez plant unter seinem Chef weit mehr als in die Gasversorgung auch in Deutschland einzusteigen, wo bisher E.On Ruhrgas der bestimmende Faktor war. Diese Rolle will Mestrallet dem bisherigen Platzhirschen streitig machen. Der Franzose will auch in Großbritannien Kernkraftwerke bauen, zusammen mit dem französischen, staatlichen Stromkonzern EdF, mit dem Mestrallet zusammen das Atom-Joint-Venture NuGen für den Bau von Atomkraftwerken in England gegründet hat.

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GdF Suez will weiter wachsen. So hat GdF im April vergangenen Jahres die britische International Power geschluckt, Kaufpreis: 8,4 Milliarden Euro. Mit dem britischen Energieunternehmen im Boot will Mestrallet nun in Schwellenländer investieren, um dort die Energieinfrastruktur zu verbessern. Dasselbe hat Siemens vor.

Mestrallet und Siemens bilden also auch eine ideale Kombination, mit der Ausnahme allerdings, dass Siemens allen Atomgeschäften abgeschworen hat. Aber bei den konventionellen Turbinen ist Siemens zusammen mit General Electric nach wie vor Weltmarktführer. Mit einem so einflussreichen französischen Manager wie Mestrallet im Aufsichtsrat wird der Rückenwind für die Münchner weitaus kräftiger.

Vorbild für Löscher kann Mestrallet allemal sein: Denn Siemens soll nicht nur weniger deutsch sein, was mit Mestrallet ein Stück weit erfüllt wurde, sondern auch weniger „männlich“, wie der Siemens-Chef forderte. Auch da kann er von Mestrallet lernen: Der GdF-Suez-Chef hat eine Frau als Finanzchefin an seiner Seite. Isabelle Kocher sorgt dafür, dass GDF flüssig bleibt für seine ehrgeizigen Expansionspläne.

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