Aufsichtsrat: ThyssenKrupp wird schärfer kontrolliert

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exklusivAufsichtsrat: ThyssenKrupp wird schärfer kontrolliert

von Andreas Wildhagen

Der Aufsichtsrat des Stahlkonzerns ThyssenKrupp soll den Vorstand strenger überwachen. Am 20. November will Oberaufseher Ulrich Lehner seinen Plan vorstellen.

ThyssenKrupp-Aufsichtsratschef Ulrich Lehner verordnet dem angeschlagenen Ruhrgebietskonzern eine Radikalkur. Künftig soll das Kontrollgremium dem Vorstand strenger auf die Finger schauen und das operative Geschäft schärfer überwachen. Lehner wolle sich „intensiver als bisher“ in die operative Arbeit des Vorstands einschalten und „die Brennpunkte des Tagesgeschäfts“ besser ausleuchten, sagt ein ThyssenKrupp-Manager. Schon auf der Sitzung am 20. November will Lehner seinen Plan dem Aufsichtsrat vorstellen.

So will sich Lehner vor Überraschungen schützen, wie sie sein Vorgänger Gerhard Cromme erleben musste. Der erfuhr viel zu spät, in welch existenzbedrohende Lage die neuen Werke in Brasilien und den USA den gesamten Konzern gestürzt hatten. Im vergangenen Geschäftsjahr erlitt der Stahl- und Industriegüterhersteller einen Verlust von 4,6 Milliarden Euro. Im März dieses Jahres gab Cromme sein Amt auf.

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Thyssen Krupp Gewinne und verluste

Gewinne und Verluste von ThyssenKrupp (zum Vergrößern bitte anklicken)

Was Lehner bei ThyssenKrupp plant, hat er bei der Deutschen Telekom schon im vergangenen Herbst durchgesetzt. Auch dort leitet er den Aufsichtsrat. Bei der Reform bei ThyssenKrupp kann er sich sogar auf einen Kenner des Umbaus stützen: Voraussichtlich auf der Hauptversammlung im Januar rückt Telekom-Vorstandschef René Obermann in das Kontrollgremium von ThyssenKrupp auf.

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Neben den bereits bestehenden Standardausschüssen will Lehner im ThyssenKrupp-Aufsichtsrat Sonderausschüsse einsetzen. „Die Aufsichtsratstätigkeit ist eine komplexe Aufgabe, deswegen muss sich das Gremium eine entsprechende Struktur geben. Das schließt neben den Standardausschüssen auch ad hoc gebildete, themenbezogene, temporäre Ausschüsse mit ein“, heißt es im Konzern. Mit den Arbeitnehmervertretern hat Lehner sein Konzept schon abgesprochen. Wie viele Sonderausschüsse notwendig sind und zu welchen Themen, soll der Aufsichtsrat am 20. November entscheiden.

In Planung ist die Bildung eines „Sonderausschusses Stahl“, der vor allem die Zukunft der Hütte in Duisburg mit 20.000 Beschäftigten mit dem Vorstand diskutieren soll. Ferner ist ein Sonderausschuss „Kartell-Risiken“ vorgesehen sowie ein „Innovationsausschuss“. Ein Ad-hoc-Ausschuss für den stockenden Verkauf der defizitären Übersee-Stahlwerke ist nach Aussagen von Konzerninsidern bisher nicht geplant.

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