Auftragsrückgang: Ferrostaal baut massiv Stellen ab

Auftragsrückgang: Ferrostaal baut massiv Stellen ab

, aktualisiert 07. Dezember 2011, 18:43 Uhr
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Die Firmenzentrale des Anlagenbauers Ferrostaal in Essen.

Quelle:Handelsblatt Online

Einst galt der Anlagenbauer als Ertragsperle. Die rosigen Zeiten sind allerdings vorbei. Wegen eines massiven Rückgangs an Aufträgen baut der Essener Konzern in seiner Zentrale Personal ab - und das nicht zu knapp.

EssenDer Essener Anlagenbaukonzern Ferrostaal baut wegen erheblicher Umsatz- und Auftragsrückgänge Personal ab und spart drastisch an den Sachkosten. Bis zu 175 der 700 Stellen in der Essener Zentrale müssten gestrichen werden, teilte das Unternehmen am Mittwoch nach einer Mitarbeiterversammlung mit. Dabei seien auch betriebsbedingte Kündigungen nicht mehr ausgeschlossen.

Überprüft würden auch die Personalkapazitäten am Standort Geisenheim (Hessen). In Geisenheim arbeiten rund 160 Beschäftigte im Öl- und Gasanlagenbau unter anderem für Libyen. Insgesamt sollten die Einsparungen zu gleichen Teilen aus Sach- und Personalkosten erzielt werden, sagte eine Firmensprecherin.

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Das Geschäft des Ferrostaal-Konzerns leidet seit 2010 unter einer langwierigen Korruptionsaffäre und einem Streit der Eigentümer MAN und des Abu Dhabi-Fonds IPIC. 2010 hatten rund 5300 Mitarbeiter 1,8 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet. Für das laufende Jahr erwartet das Unternehmen Rote Zahlen.

Der Auftragseingang sei von 1,6 Milliarden Euro 2009 schon im vergangenen Jahr auf knapp 800 Millionen Euro eingebrochen und werde 2011 voraussichtlich auf 700 Millionen Euro schrumpfen, sagte die Sprecherin. Besserung sei auch 2012 nicht in Sicht.

Im nächsten Jahr will die Beteiligungsgesellschaft MPC Ferrostaal für bis zu 160 Millionen Euro übernehmen. Der Preis wird branchenweit als sehr niedrig beurteilt. Der jetzige Ferrostaal-Chef Jan Secher verlässt das Unternehmen nach Abschluss des Verkaufs an MPC, wie Anfang der Woche bekannt wurde.

Ferrostaal galt viele Jahre als Ertragsperle und Vertriebsplattform der Deutschland AG. Das Unternehmen vermittelte für die gesamte deutsche Industrie Geschäfte auch mit Rüstungsgütern und baut Großanlagen auch in als korruptionsanfällig geltenden Ländern in Lateinamerika, Nordafrika und im Nahen Osten. In dem Korruptionsskandal wirft die Staatsanwaltschaft dem ehemaligen Ferrostaal-Vorstand und einem früheren Prokuristen des Essener Unternehmens vor, in Griechenland und Portugal Bestechungsgelder gezahlt zu haben, um den Verkauf von U-Booten in den Ländern anzuschieben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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