Ausblick 2012: Deutsche Autobauer peilen Rekordjahr an

28. Dezember 2011, aktualisiert 28. Dezember 2011, 07:19 Uhr
Die deutschen Produzenten blicken selbstbewusst ins nächste Jahr. Quelle: dapdBild vergrößern
Die deutschen Produzenten blicken selbstbewusst ins nächste Jahr. Quelle: dapd
Quelle: Handelsblatt Online

Bereits heute gehört jedes fünfte verkaufte Auto auf der Welt zu einer deutschen Marke. Der Automobilverband VDA sieht vor allem in den USA weiteres Wachstumspotenzial.

StuttgartDie deutsche Automobilindustrie sieht sich weiter auf Wachstumskurs. „Ich bin zuversichtlich, dass 2012 die Marktanteile der deutschen Hersteller weiter steigen“, sagte Matthias Wissmann, der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), der „Stuttgarter Zeitung“. Die deutschen Hersteller und Zulieferer seien am Weltmarkt gut positioniert. Jedes fünfte Auto, das auf der Welt verkauft werde, zähle zu einer deutschen Konzernmarke, sagte Wissmann.

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Er erwartet 2012 insbesondere eine Belebung des amerikanischen Automarkts. Dort gebe es einen beträchtlichen Nachholbedarf, da das Durchschnittsalter der US-Flotte mittlerweile zwischen zehn und elf Jahren liege. Die Schwierigkeiten auf dem amerikanischen Immobilien- und Arbeitsmarkt hätten die Autohersteller nicht so stark betroffen wie befürchtet, sagte Wissmann.

So will der Premiumhersteller Audi in den kommenden Jahren sogar mehr investieren als bislang geplant. Bis 2016 werde die Volkswagen-Tochter das Investitionsbudget für Standorte und neue Modelle sowie Zukunftstechnologien wie Elektro- und Hybridantriebe um zwei auf 13 Milliarden Euro aufstocken, teilte das Unternehmen mit. Weltweit schuf Audi 2011 rund 3 500 neue Stellen, mehr als je in einem Jahr zuvor.

Auch die Beschäftigten der Konzern-Mutter Volkswagen können ohne große Sorgen um ihren Job den Jahreswechsel feiern. "Wir als Betriebsrat sind der Auffassung, dass der Absatz 2012 - wenn es nicht so toll läuft - auf dem gleichen Niveau wie 2011 liegen wird", sagte Betriebsratschef Bernd Osterloh der Nachrichtenagentur Reuters. Am Stammsitz in Wolfsburg seien alle Verträge mit Leiharbeitern, die bei Produktionsspitzen eingesetzt werden, bis Anfang 2013 verlängert worden. Eine sinkende Nachfrage erwartet VW demnach nicht.

Bei Porsche laufen die Bänder im Werk Leipzig mittlerweile sogar nachts. Laut Betriebsratschef Uwe Hück sollen 2012 mehr als 38 000 Autos pro Jahr am Stammsitz in Zuffenhausen gebaut werden, das wäre ein neuer Rekordwert.


Wie der Absatz angekurbelt wird

Daimler erwartet im kommenden Jahr vor allem eine hohe Nachfrage nach Lastwagen. "Bis zum jetzigen Zeitpunkt rechnen wir für Daimler Trucks in 2012 mit einem erneuten weltweiten Absatzanstieg", teilte Spartenchef Andreas Renschler mit. Von Januar bis Ende November 2011 steigerten die Schwaben den Lkw-Absatz um 15 Prozent auf 371400 Fahrzeuge. Bis Ende 2013 will Daimler mehr als eine halbe Million Lastwagen jährlich verkaufen.

Trotz aller Zuversicht gibt es aber auch erste Warnsignale bei den Preisen: "In Deutschland stecken wir schon mitten in einer Rabattschlacht", sagt der Duisburger Auto-Professor Ferdinand Dudenhöffer. Insgesamt gewährten die Verkäufer von Neuwagen durchschnittlich Rabatte von deutlich mehr als 18 Prozent. Bei Internethändlern stieg der Rabatt für die 25 verkaufsstärksten Modelle im Dezember noch einmal um 0,2 Punkte auf 15,9 Prozent. Die insgesamt gewährten Preisnachlässe seien die größten seit Einführung des Rabatt-Indexes vor fünf Jahren, heißt es in einer unveröffentlichten Studie des Center Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen, die dem Handelsblatt vorliegt.

Europas größter Autokonzern VW kurbelt den Absatz mit Hilfe des konzerneigenen Absatzfinanzierers und Sonderprogrammen für Händler an. Auch Mercedes, BMW und Audi gaben zum Jahresschluss immer mehr Nachlass. Besonders die "taktischen Zulassungen" wie Tageszulassungen, die es dem Händler erlauben, Fahrzeuge mit Rabatt an Kunden weiterzugeben, sind weiter gestiegen. Mit 76 730 wurde fast jedes dritte Fahrzeug auf Hersteller oder Händler zugelassen.

Die Rabattschlacht setzt auch deshalb ein, weil der deutsche Automarkt, der größte in Europa, nach Einschätzung des Branchenverbandes VDA 2012 kaum wachsen wird. Der Verband erwartet, dass die Staatsschuldenkrise das Verbrauchervertrauen drücken wird.

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