Ausstieg aus Solargeschäft: 3000 Stellen bei Bosch stehen auf der Kippe

22. März 2013
Foto von Solarzellen der Bosch Solar Energy AG Quelle: dpaBild vergrößern
In einer Fabrik der Bosch Solar Energy AG präsentiert Mitarbeiterin Steffi Schröder am 20.08.2010 in Arnstadt (Thüringen) eine Solarzelle. Der Technikkonzerns Bosch steigt aus der Solarsparte aus. Quelle: dpa
von Mario Brück

Der Stuttgarter Technologiekonzern Bosch zieht einen Schlussstrich unter seine Solaraktivitäten. 2,4 Milliarden Euro wurden damit verbrannt. 3000 Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz in der Zukunftsbranche.

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Der Ausstieg ist beschlossen, alle Standorte werden dicht gemacht. Man wolle die Fertigung von Ingots, Wafern, Zellen und Modulen Anfang 2014 einstellen und die einzelnen Bereiche - soweit möglich - zeitnah verkaufen.

Von dem Schritt ist vor allem Thüringen betroffen: An ihrem Hauptsitz in Arnstadt beschäftigt die Bosch Solar Energy AG rund 1 800 Mitarbeiter. Insgesamt arbeiten in der Solarsparte von Bosch rund 3 000 Beschäftigte vor allem in Deutschland und Frankreich.

Als Grund für den von Experten lange befürchteten Ausstieg gab das Unternehmen einen massiven Preisverfall auf dem Markt an. „Trotz umfangreicher Maßnahmen zur Senkung der Herstellkosten im vergangenen Jahr konnten wir den Preisverfall von bis zu 40 Prozent nicht kompensieren“, sagte der Aufsichtsratschef der Bosch Solar Energy, Stefan Hartung. Im vergangenen Jahr habe der Geschäftsbereich rund eine Milliarde Euro Verlust gemacht. Bosch-Chef Volkmar Denner erklärte, man habe in den vergangenen Monaten alle Aspekte des Solargeschäfts geprüft und auch mit potenziellen Partnern gesprochen. Man habe jedoch keine wirtschaftlich und langfristig tragfähige Lösung für den Geschäftsbereich gefunden.

Der aufsummierte Verlust belaufe sich laut Bosch-Chef Denner auf 2,4 Milliarden Euro, einschließlich der Sonderabschreibungen von 1,6 Milliarden Euro. Zusätzlich kommen noch die Kosten für den Ausstieg selber hinzu.

In einem Interview der Mitarbeiterzeitschrift Bosch-Zünder antwortete Aufsichtsratschef Franz Fehrenbach auf die Frage, ob er mit der Entscheidung einverstanden gewesen sei, da er schließlich seit 2008 den schrittweisen, aber großen Einstieg gefördert habe: „Ja, die Entscheidung trage ich absolut mit. Ich habe immer gesagt, dass es eine Querfinanzierung des Solar-Bereiches auf Dauer nicht geben kann. Wir haben heute ganz andere Rahmenbedingungen als 2008. Der Markt unterlag einem dramatischen Preisverfall von bis zu 40 Prozent pro Jahr. Auch andere mussten bereits aus dem Markt aussteigen. Fakten muss man akzeptieren.

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Kommentare | 3Alle Kommentare
  • 19.04.2013, 15:19 Uhrskyjellyfetty

    In ein paar Jahren wird ihr Lobbygeschwätz peinlich verstummt sein und Deutschland wird von solchen armen atomgeplagten Ländern wie Frankreich beneidet werden.Aber die WIWO ist immer noch ein ausgezeichneter Ort für Atom-und Kohlelobbyismus.Wird wahrscheinlich auch ausgezeichnet bezahlt.
    Und je frecher die Lügner auftreten,desto mehr muss man ihnen misstrauen.

  • 23.03.2013, 11:36 UhrHans

    Sie sehen die Entwicklung völlig zutreffend, Bosch verliert Milliarden, Tausende Beschäftigte ihr Arbeitsplätze und in Talkshows lacht sich Trittin ins Fäustchen, das sich alle destruktiv einig sind Altmaier beim Preisbremsen scheitern zulassen.
    Eine Frau Kemfert, ist als Prof. Dr. blond nicht in der Lage zuzugeben, das dort wo die Ökostromlieferanten garantierte Festpreise erhalten und deren Lieferung anschließend meistbietend schnellstens aus dem Netz müssen, wenn keine Nachfrage besteht, weil sonst das überlastete Netz durchschmort und deshalb keine Strom-Börse, sondern eine Verlustverwaltung sitzt. Die Obertrottel „schwadronieren von niedrigem Börsenpreis für Ökostrom“, der zuvor per EEG teuer bezahlt wurde und wollen betrügerisch weiß machen, dieser geringe Verkaufserlös sei ein Zeichen für Wirtschaftlichkeit.
    (Hans Meier)

  • 22.03.2013, 18:01 UhrIngenieur

    Die Autohersteller Audi und BMW sind aus dem Elektroauto-Schwachsinn ausgestiegen. Der führende chinesische Solarhersteller ist bankrott gegangen trotz chinesischer Lohnkosten nahe Null und trotz indirekt geflossener Milliarden, die von deutschen Stromkunden für infantilen Zufallsstrom zwangsbezahlt wurden.

    Bosch hat jetzt die Notbremse gezogen nach Milliardenverlusten mit dieser unsinnigen Technik, die aus den verbohrten Gehirnen technisch komplett ungebildeter Ideologen stammt.

    Nichtsdestotrotz richtet nun ein rot-grün-regiertes Land im Südwesten mit S21-Hintergrund einen Studiengang für Elektromobilität ein und rast mit Vollgas in die Vergangenheit. Und die Leute wählen das, weil es ihnen das Fernsehfräulein mit Schulnote 5 in den entspr. Schulfächern im Zusammenspiel mit dem Sozialpädagogen Özdemir technisch erklärt hat. Manchen ist nicht zu helfen.

    Vielen Menschen hat man so oft das Rückgrat gebrochen, daß ihnen das Wort dieser technisch bis ins Mark ungebildeten Medienschwätzer wichtiger ist als das Wort von Hunderttausenden von Ingenieuren. Noch ein paar Phrasen aus dem Repertoire ‚Neid frißt Hirn’ wie z.B. böse Wirtschaft, Atomlobby und andere Einlullbegriffe auf Kinderniveau, und schon ist der deutsche Neidhammel flachgeklopft und drückt den grünen Knopf

    Die Strafe für diese Entscheidung gegen Ingenieure und für Ideologen kann der Mainstreamler ab jetzt für die nächsten 20 J auf der explodierenden Stromrechnung bewundern. Normaler Strom kostet nur 3 bis 4 Cent/kWh, der schwachsinnige Zufallsstrom dagegen mehr das 10-fache.

    Wenn Laien und Ideologen an der Energieversorgung herumdrehen und die Wähler den Ingenieuren nicht mehr zuhören, wird die Strafe eben so ausfallen, wie es bei der Geschichte vom Rattenfänger von Hameln erzählt wird.

    Der Energie-Rad ist ein großes ideologisches Monster, an dem die grüne Szene Milliarden einstreicht und gleichzeitig das von ihm gehaßte Bürgertum auf Jahrzehnte schädigt. Kein Land auf der Erde macht so etwas.

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