Ausstieg aus Solargeschäft: 3000 Stellen bei Bosch stehen auf der Kippe

Ausstieg aus Solargeschäft: 3000 Stellen bei Bosch stehen auf der Kippe

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In einer Fabrik der Bosch Solar Energy AG präsentiert Mitarbeiterin Steffi Schröder am 20.08.2010 in Arnstadt (Thüringen) eine Solarzelle. Der Technikkonzerns Bosch steigt aus der Solarsparte aus.

von Mario Brück

Der Stuttgarter Technologiekonzern Bosch zieht einen Schlussstrich unter seine Solaraktivitäten. 2,4 Milliarden Euro wurden damit verbrannt. 3000 Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz in der Zukunftsbranche.

Der Ausstieg ist beschlossen, alle Standorte werden dicht gemacht. Man wolle die Fertigung von Ingots, Wafern, Zellen und Modulen Anfang 2014 einstellen und die einzelnen Bereiche - soweit möglich - zeitnah verkaufen.

Von dem Schritt ist vor allem Thüringen betroffen: An ihrem Hauptsitz in Arnstadt beschäftigt die Bosch Solar Energy AG rund 1 800 Mitarbeiter. Insgesamt arbeiten in der Solarsparte von Bosch rund 3 000 Beschäftigte vor allem in Deutschland und Frankreich.

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Als Grund für den von Experten lange befürchteten Ausstieg gab das Unternehmen einen massiven Preisverfall auf dem Markt an. „Trotz umfangreicher Maßnahmen zur Senkung der Herstellkosten im vergangenen Jahr konnten wir den Preisverfall von bis zu 40 Prozent nicht kompensieren“, sagte der Aufsichtsratschef der Bosch Solar Energy, Stefan Hartung. Im vergangenen Jahr habe der Geschäftsbereich rund eine Milliarde Euro Verlust gemacht. Bosch-Chef Volkmar Denner erklärte, man habe in den vergangenen Monaten alle Aspekte des Solargeschäfts geprüft und auch mit potenziellen Partnern gesprochen. Man habe jedoch keine wirtschaftlich und langfristig tragfähige Lösung für den Geschäftsbereich gefunden.

Der aufsummierte Verlust belaufe sich laut Bosch-Chef Denner auf 2,4 Milliarden Euro, einschließlich der Sonderabschreibungen von 1,6 Milliarden Euro. Zusätzlich kommen noch die Kosten für den Ausstieg selber hinzu.

In einem Interview der Mitarbeiterzeitschrift Bosch-Zünder antwortete Aufsichtsratschef Franz Fehrenbach auf die Frage, ob er mit der Entscheidung einverstanden gewesen sei, da er schließlich seit 2008 den schrittweisen, aber großen Einstieg gefördert habe: „Ja, die Entscheidung trage ich absolut mit. Ich habe immer gesagt, dass es eine Querfinanzierung des Solar-Bereiches auf Dauer nicht geben kann. Wir haben heute ganz andere Rahmenbedingungen als 2008. Der Markt unterlag einem dramatischen Preisverfall von bis zu 40 Prozent pro Jahr. Auch andere mussten bereits aus dem Markt aussteigen. Fakten muss man akzeptieren.

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