Autoindustrie: Vorsprung durch Konkurrenz

Autoindustrie: Vorsprung durch Konkurrenz

, aktualisiert 13. Dezember 2011, 10:36 Uhr
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Ein Mitarbeiter des Automobilherstellers BMW am Standort Leipzig.

von Markus FasseQuelle:Handelsblatt Online

Wenn es um automobile Spitzenprodukte geht, dann beherrschen die Deutschen den Weltmarkt. Sie konkurrieren hart, aber genau das macht die Autobauer so stark.

Es ist ein paar Jahre her, da unterhielt ein schwedischer Automanager seine Zuhörer mit einer interessanten Feststellung. Es sei nicht fair, dass sich die deutschen Autohersteller gegenseitig so viel Konkurrenz machten. Bei dem Tempo hätten alle anderen irgendwann keine Chance mehr. Der Mann sollte recht behalten. In diesen Tagen fährt Saab endgültig in die Pleite, Volvo sucht sein Heil bei neuen Eigentümern in China. BMW, Mercedes, Volkswagen und Audi werden hingegen dieses Jahr mit absoluten Rekordzahlen abschließen.

Wenn es um automobile Spitzenprodukte geht, dann beherrschen die Deutschen den Weltmarkt. Global stammen sechs von zehn Nobelautos aus deutscher Produktion. Dabei ist es ausgerechnet der beinharte Wettbewerb der Autobauer aus München, Stuttgart und Ingolstadt, der die deutschen Hersteller so stark macht. Jede kleinste Innovation wird sofort von den Konkurrenten übernommen, verbessert oder mit der nächsten Innovation gekontert. Lange haben vor allem BMW und Mercedes einen erbitterten Kampf um die Vorherrschaft geführt. In deren Schatten hat die VW-Tochter Audi deutlich aufgeholt und wird in diesem Jahr wohl erstmals mehr Autos verkaufen als die Marke Mercedes.

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Platz genug ist für alle deutschen Edelhersteller. Der scharfe Wettbewerb trifft auf Märkte, die aufnahmefähig sind wie nie. Während das Geschäft in Europa stagniert und es sich in den USA langsam erholt, kennt der Nachfrageboom in den Schwellenländern kein Ende. China ist neben Brasilien, Russland und Indien der Markt, der keine Grenzen kennt. Deutsche Automarken werden hier schon fast mystisch verehrt, denn sie verweisen auf Ansehen und Wohlstand des Besitzers.


Überall Rekordzahlen

Zwar braucht in Schanghai oder Mumbai niemand ein Auto, das auch bei Tempo 200 millimetergenau die Spur hält. Gekauft wird es aber trotzdem. Und so freut man sich in München, Stuttgart und Ingolstadt über Rekordzahlen.

Ein nachhaltiges Geschäftsmodell ist das aber nicht. Der Autoboom in Asien wird zwar nicht über Nacht einbrechen, aber das Wachstum hat durchaus Grenzen. Wir befinden uns im letzten Drittel des Ölzeitalters, und der Absatzboom an Verbrennungsmotoren frisst die Grundlagen des eigenen Erfolgs. Und es reicht am Ende nicht, dass die Deutschen in ihrem beinharten Wettbewerb immer nur die bestehende Verbrennungstechnik verbessern.

Der Sprung in alternative Antriebe wird aber ein sehr teures Unterfangen, es müssen viele Wege verfolgt werden. Niemand weiß, ob sich am Ende Elektroantriebe, Brennstoffzellen oder neue Formen von Biosprit durchsetzen. Fieberhaft suchen Daimler, BMW und Audi nach Partnern, die ihnen den Sprung in die neue Zeit ermöglichen und Zugang zu Leichtbau, Batterietechnik und Brennstoffzellen verschaffen. Aber zumindest sind die Deutschen mitten im Spiel und verfügen im Gegensatz zu den Konkurrenten über volle Kassen.

Der Autor ist Korrespondent in München. Sie erreichen ihn unter: fasse@handelsblatt.com

Quelle:  Handelsblatt Online
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