Autokartell-Verdacht: Bosch soll sich an Absprachen beteiligt haben

Autokartell-Verdacht: Bosch soll sich an Absprachen beteiligt haben

, aktualisiert 28. Juli 2017, 11:18 Uhr
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Der Elektronikkonzern soll sich laut Medienberichten an den Absprachen der Autobauer beteiligt haben.

Quelle:Handelsblatt Online

Auch der Zulieferer Bosch soll Medienberichten zufolge Teil des mutmaßlichen Auto-Kartells sein. Gemeinsam mit den Autokonzernen sollen die Stuttgarter Absprachen zum Abgasreinigung getroffen haben.

DüsseldorfDer Autozulieferer Bosch soll sich an Absprachen zwischen den Autobauern Volkswagen, Audi, Porsche, Daimler und BMW beteiligt haben. Wie die „Bild am Sonntag“ am Freitag unter Berufung auf interne Unterlagen berichtete, soll der Konzern den Autoherstellern in einer gemeinsamen Sitzung einen Vorschlag gemacht haben, wie sie Probleme bei der Diesel-Abgasreinigung schnell und günstig lösen könnten.

In der Runde hätten die Autobauer von Schwierigkeiten mit Ablagerungen der Harnstofflösung AdBlue und möglichen Lösungen berichtet. Sie seien zwar effektiv gewesen, aber mit hohem Aufwand verbunden. Bosch habe dann eine „kleinere Maßnahme zum Anlauf“ vorgeschlagen, von der aber noch unklar sei, ob sie womöglich die Reinigungswirkung verringere.

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Bosch betonte, dass dazu keine Anfragen von deutschen oder europäischen Wettbewerbsbehörden vorlägen. „Da uns keine Details zu den untersuchten Sachverhalten bekannt sind, können wir uns auch nicht dazu äußern“, hieß es.

Laut „Spiegel“ taucht der Name Bosch in einem Papier mit Fällen von möglichen Wettbewerbsverstößen auf, das Volkswagen vergangene Woche beim Bundeskartellamt eingereicht hat. Die EU-Kommission geht derzeit dem Verdacht illegaler Absprachen der fünf deutschen Autobauer nach. Nach einem Bericht des „Spiegel“ sollen sie sich mehr als zwei Jahrzehnte lang in über 60 Arbeitsgruppen über die Fahrzeugentwicklung, Lieferanten sowie Märkte abgestimmt haben.

Die „BamS“ zitiert aus einer E-Mail aus dem Jahr 2008 an damalige Audi-Manager. Darin heiße es, dass die Teilnehmer der Sitzung bestätigt hätten, „diese Thematik in keiner Form gegenüber den US-Behörden EPA und CARB zu erwähnen, um den Anlauf in den USA nicht zu gefährden“.

Die Entdeckung einer Abschalt-Software, die die Abgasreinigung im Normalbetrieb der Fahrzeuge stark reduziert, hatte in den USA den Diesel-Skandal bei Volkswagen ausgelöst. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat drei Beschäftigte des Konzerns im Visier. Gegen sie wurde ein Verfahren wegen des Anfangsverdachts der Beihilfe zum Betrug bei einer möglichen Manipulation der Abgasnachbehandlung an VW-Fahrzeugen eingeleitet. Bosch macht als einer der weltweit wichtigsten Autozulieferer unter anderem mit seiner Dieseltechnik viel Geschäft.

Auch im Fall Daimler ermittelt die Staatsanwaltschaft weiterhin gegen unbekannte Bosch-Mitarbeiter. Bosch droht zudem ein drittes Verfahren – in Bezug auf den Autobauer Fiat prüft die Staatsanwaltschaft, ob auch hier ein Anfangsverdacht besteht. Zudem gebe es Vorermittlungen gegen Mitarbeiter des Sportwagenbauers Porsche AG wegen möglicher Beihilfe zum Abgasbetrug.

Quelle:  Handelsblatt Online
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