Autokartell-Vorwürfe: VW-Betriebsrat will Aufsichtsrat zusammenrufen

Autokartell-Vorwürfe: VW-Betriebsrat will Aufsichtsrat zusammenrufen

, aktualisiert 23. Juli 2017, 14:27 Uhr
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Die Grünen fordern eine Sondersitzung des Verkehrsausschusses im Bundestag.

Foto: obs/Kraus Ghendler Ruvinskij/Autokartell

Quelle:Handelsblatt Online

Der Kartellvorwurf gegen deutsche Autobauer schlägt hohe Wellen. Die Grünen nennen den Vorgang eine „Fortsetzung des Abgasskandals in neuer Dimension“. Der VW-Betriebsrat fühlt sich ebenfalls schlecht informiert.

Wolfsburg/BerlinNach dem „Spiegel“-Bericht über ein womöglich seit vielen Jahren bestehendes Kartell deutscher Autobauer will der VW-Betriebsrat möglichst rasch die Mitglieder des Aufsichtsrats zusammenrufen. „Es muss sofort in der kommenden Woche eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung geben“, sagte ein Sprecher des Gremiums am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. „Der Vorstand ist in der Pflicht, das Aufsichtsgremium umfassend zu informieren. Das ist bislang nicht geschehen.“ Auch gegenüber den Mitarbeitern sollten die Manager sich erklären.

Laut einem „Spiegel“-Bericht sollen sich VW, Audi, Porsche, BMW und Daimler über eine Dauer von vielen Jahren in einem gemeinsamen Kartell über Technik, Kosten und Zulieferer abgestimmt haben. Die Autobauer schweigen bisher dazu.

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Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hatte bereits am Freitag Aufklärung verlangt. Er habe – wie auch Landes-Wirtschaftsminister Olaf Lies – aus Medien von den Vorwürfen erfahren. Weil und Lies sowie VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh sitzen im Aufsichtsrat des Konzerns.

Die Grünen fordern unterdessen eine Sondersitzung des Verkehrsausschusses im Bundestag. Das Gremium müsse noch vor dem „Nationalen Forum Diesel“ in Berlin (2. August) informiert werden, sagte Verkehrsexperte Oliver Krischer am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Bei dem Treffen wollen Bund, Länder und Autokonzerne über konkrete Schritte gegen zu hohe Diesel-Abgaswerte beraten. Beantragt werde angesichts der weiter reichenden Kartellvorwürfe nun „eine kurzfristig einzuladende Sondersitzung für Ende Juli“, kündigte Krischer an.

Man wolle so Klarheit über die möglichen „Machenschaften des Autokartells“ bekommen, die – sollten sie sich bestätigen – „ungeheuerlich“ seien: „Das Ganze entwickelt sich zur Fortsetzung des Abgasskandals in neuer Dimension.“ Die Bundesregierung müsse das Parlament daher über den aktuellen Stand zum Thema unterrichten.

Quelle:  Handelsblatt Online
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