Automarkt: Tesla besteht die Bewährungsprobe

Automarkt: Tesla besteht die Bewährungsprobe

, aktualisiert 03. August 2017, 01:45 Uhr
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Wenige Tage vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen am Mittwoch hatte Tesla das Model 3 vorgestellt. Es ist deutlich günstiger als die beiden bisherigen Modelle des Elektroautoherstellers.

von Thomas JahnQuelle:Handelsblatt Online

Kann Tesla seine Produktion deutlich ausbauen? CEO Elon Musk sieht einen Meilenstein erreicht. Der Elektroautobauer schreibt zwar tiefrote Zahlen, übertrifft mit den Quartalsergebnissen aber alle Erwartungen.

New YorkDarauf haben an der Wall Street viele gewartet: Tesla verkündete seine Ergebnisse für das zweite Quartal 2017. Analysten stellten vorab skeptische Fragen: Schafft es der Elektroautohersteller, die Produktion des Model 3 ohne Probleme hochzufahren? Wirkt sich das Massenmodell negativ auf die mehr als doppelt so teuren Model S und X aus? „Das ist definitiv eine Bewährungsprobe für Tesla“, sagte Mike Ramsey, Direktor des Marktforscher Gartner.

Ohne Zweifel, Tesla besteht den Test. Der Umsatz stieg um 1,5 Milliarden auf knapp 2,8 Milliarden Dollar. Damit übertraf der Erlös deutlich die Analystenschätzungen, die sich im Durchschnitt auf 2,5 Milliarden Dollar beliefen.

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Zwar schrieb das kalifornische Unternehmen nach Ausklammerung von Aktienoptionen einen Verlust von 1,33 Dollar je Aktie. Dieser summierte sich aber nicht wie zuvor befürchtet auf ein Minus von 1,88 Dollar. Die Aktie von Tesla kletterte nach Veröffentlichung der Zahlen um mehr als acht Prozent nach oben.

Bei Investoren kamen auch andere Neuigkeiten gut an. Tesla-Chef Elon Musk sprach von einer „überwältigenden Nachfrage“ für das Model 3, wöchentlich würden 1800 Bestellungen eingehen. Anders als beim Model X kommt es bislang nicht zu Produktionsproblemen. Musk bleibt bei seinen Versprechungen: Er will bis zum Jahresende die Produktion wöchentlich auf 5000 Fahrzeuge hochfahren, um die Rate 2018 zu verdoppeln. „Das ist ein wichtiger Meilenstein“, sagte Musk.

Analysten pflichten bei. Kaum einer rechnet bislang damit, dass Tesla die Produktion im nächsten Jahr auf 500.000 Fahrzeuge bringen kann. Zum Vergleich: Das Unternehmen lieferte 2016 nur 84.000 Fahrzeuge aus. „Von einer Produktion von einer halben Million geht eigentlich niemand wirklich aus“, sagte Ramsey von Gartner. „Wenn sie auf 250.000 kommen, wäre das für viele bereits ein riesiger Erfolg.“

Statt der bisher bekannten rund 70.000 Euro kann man nun bei Tesla einen Wagen von etwa 30.000 Euro erwerben - vorausgesetzt man akzeptiert lange Wartezeiten.

Die Aktie von Tesla war in den vergangenen Wochen stark gefallen. Analysten wie David Tamberrino von Goldman Sachs befürchteten stagnierende Verkäufe bei der Luxuslimousine Model S und dem Geländewagen Model X durch die Markteinführung des Model 3 vor wenigen Tagen, das mit einem Basispreis von 35.000 Dollar deutlich preiswerter ist. „Wir raten zum Verkauf“, schrieb Tamberrino, der ein Kursziel von 180 Dollar je Aktie vorgibt. Nachbörslich kostete ein Anteilsschein am Mittwoch zeitweise 351 Dollar.

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Tesla-Chef Elon Musk lässt sich am 28.07.2017 auf dem Fabrikgelände in Fremont, Kalifornien (USA) bei der Übergabe des ersten günstigeren Tesla-Fahrzeugs Model 3 von Mitarbeitern feiern. Tesla will auch seinen günstigeren Wagen (zu dpa «Tesla-Chef schickt günstigeres Model 3 mit Rockstar-Show ins Rennen» vom 29.07.2017) Foto: Andrej Sokolow/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Die Befürchtung von Tamberrino scheint bislang aber nicht einzutreten. Laut Musk stieg die wöchentliche Bestellrate für das Model S und X im Juli um 15 Prozent im Vergleich zur durchschnittlichen Rate im Gesamtquartal.

Tesla feierte am 28. Juli die Markteinführung des Model 3 mit einem großen Event, der in den Medien weltweit für ein starkes Echo sorgte. Das hat potenzielle Käufer offenbar dennoch nicht von den Luxusmodellen abgelenkt: „Wahrscheinlich ist es zu früh, daraus eine starke Schussfolgerung zu ziehen“, sagt Musk. „Aber seit dem Event sehen wir noch stärkere Bestellraten für das Model S.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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