Automesse in China: VW-Chef Müller fehlt in Peking

Automesse in China: VW-Chef Müller fehlt in Peking

, aktualisiert 24. April 2016, 16:04 Uhr
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Anders als auf dem Autosalon in Genf wird VW-Konzernchef Matthias Müller auf der Autoshow in Peking fehlen.

Quelle:Handelsblatt Online

China ist für Volkswagen der wichtigste Markt. Auf der Autoshow in Peking lässt VW-Chef Matthias Müller sich trotzdem entschuldigen. Ein wichtiger Termin zwinge ihn in Deutschland zu bleiben.

PekingDer Volkswagen-Konzern rechnet in diesem Jahr auf seinem wichtigsten Markt in China mit einem Absatzwachstum von mehr als sechs Prozent. Nach der „Trendwende“ seit Ende 2015 entwickle sich der größte Automarkt der Welt im Frühjahr weiter positiv, sagte China-Vorstand Jochem Heizmann am Samstag vor der Eröffnung der internationalen Automesse in Peking.

In einer Videobotschaft am Vorabend bedauerte VW-Chef Matthias Müller, dass er „traurigerweise wegen Verpflichtungen in Deutschland“ nicht teilnehmen könne. „China bedeutet uns und mir persönlich viel.“ Er ging nicht direkt auf die Diesel-Affäre ein - sprach aber davon, dass sich Volkswagen als Konzern verändern müsse. „Wir müssen aus Fehlern lernen.“ Müller soll am Rande der Eröffnung der Hannover Messe mit US-Präsident Barack Obama zusammentreffen. In den USA hatte der Skandal um manipulierte Abgaswerte seinen Anfang genommen.

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Die „Auto China“, die derweil am Montag in Peking eröffnet wird, gehört heute zu den wichtigsten Messen der Branche weltweit. Bis zum 4. Mai werden rund 800 000 Besucher erwartet, etwa 2000 Aussteller aus 14 Ländern präsentieren ihre Neuheiten.

Der chinesische Markt wird nach den Erwartungen Heizmanns in diesem Jahr ungefähr so wie die Wirtschaft insgesamt zulegen: „Unser Ziel ist, da mindestens mitzuhalten.“ Nach der Vorhersage der Regierung soll Chinas Wirtschaft zwischen 6,5 und 7 Prozent wachsen.

Heizmann sagte, kein anderer Automarkt der Welt steigere sich heute in einer solchen Größenordnung: „Das ist sehr wohl ein positiver Ausblick.“ Im Vorjahr hatte die VW-Gruppe in China ein Minus von 3,4 Prozent hinnehmen müssen.

Der chinesische Pkw-Markt entwickelt sich nach Einschätzung des Branchenverbands VDA „robuster als von vielen erwartet“. Für 2016 erwartet Geschäftsführer Klaus Bräunig ein Plus von sechs Prozent auf 21,3 Millionen Neuwagen. Die deutschen Hersteller hielten auch 2015 noch einen „starken“ Marktanteil von 20 Prozent. Im Vorjahr lag der Wert aber noch um gut einen Prozentpunkt höher. Experten zufolge holen chinesische Hersteller auf.

Überraschend stark wächst in der Volksrepublik auch wieder der Oberklassemarkt, der im ersten Quartal um zehn Prozent zulegte. Audi-China-Chef Joachim Wedler nannte die Aussichten „absolut positiv“. Bis zum Sommer werde Audi in China seine Modellpalette zu 60 Prozent erneuern: „Das wird ein Selbstläufer.“ Wedler räumte aber auch ein, dass Audi von Wettbewerbern wie BMW und Mercedes in die Zange genommen werde. „Die Konkurrenz versucht, Marktanteile abzugreifen - in einigen Bereichen erfolgreich.“


Investitionen in China werden fortgesetzt

Trotz der massiven Rückstellungen von über 16 Milliarden Euro wegen des Abgas-Skandals allein für das Jahr 2015 hält VW an seinen Plänen für Investitionen von vier Milliarden Euro in diesem Jahr in China fest. Die „außerordentliche Bedeutung“ Chinas für den Konzern werde in Zukunft noch wachsen, sagte Heizmann.

Erstmals verkaufte die Kernmarke VW im ersten Quartal jedes zweite Auto weltweit in der Volksrepublik, wo aber mit Joint-Venture-Partnern produziert werden muss. Während der globale Absatz von Europas größtem Autobauer im März stagnierte, legte er in China um gut sechs Prozent zu.

Die Diesel-Affäre macht Volkswagen in China vergleichsweise wenig Probleme, weil bisher nur 1950 importierte Fahrzeuge betroffen sind. Die technischen Vorbereitungen für die Umrüstung seien getroffen, sagte Heizmann. Auf Fragen nach der wachsenden Abhängigkeit von China meinte er, die Prioritäten müssten richtig gesetzt und der Markt gemeinsam mit den Joint-Venture-Partnern richtig beurteilt werden: „Was tut sich hier? Welche Autos brauchen wir hier und wie schnell?“

Quelle:  Handelsblatt Online
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