Automesse in Guangzhou: Autobauer trotzen der Abkühlung in China

Automesse in Guangzhou: Autobauer trotzen der Abkühlung in China

, aktualisiert 21. November 2011, 13:32 Uhr
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Ein Mercedes SLS AMG auf der Automesse in China.

Quelle:Handelsblatt Online

Das Mega-Wachstum auf Chinas Automarkt ist vorbei. Trotzdem rechnen deutsche Autobauer weiter mit guten Geschäften. Der Wettbewerb wird aber zunehmen, auch drohen Überkapazitäten, sagen Experten.

Trotz der spürbaren Abkühlung auf dem chinesischen Automarkt blicken die großen deutschen Hersteller optimistisch in die Zukunft. ZumAuftakt der Internationalen Automesse am Montag im südchinesischen Kanton (Guangzhou) wurde der Wachstumsrückgang eher als „Beruhigung“ eines überhitzten Marktes gewertet.

Europas größter Autobauer Volkswagen steigerte in den ersten zehn Monaten des Jahres den Absatz auf seinem wichtigsten Markt um 14,8 Prozent auf 1,9 Millionen Autos steigern. Der Marktanteil stieg auf knapp 19 Prozent. In diesem Jahr werde die „historische Marke“ von zwei Millionen Autos überschritten, sagte VW-China-Chef Karl-Thomas Neumann vor Journalisten.

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Erstmals stellte Europas größter Autobauer in Kanton mit dem „Leon Cupra“ und dem „Ibiza Cupra“ seine Marke Seat in China vor, die nächstes Jahr zunächst als Import auf dem größten Automarkt verkauft werden soll. Zwei Jahre nachdem Volkswagen begonnen hatte, im wohlhabenden Süden Chinas seinen Rückstand gegenüber der japanischen Konkurrenz aufzuholen, verkündete Neumann, dass der Konzern noch in diesem Jahr in der Boomregion zum Marktführer aufsteigen wolle. In Hongkong ist Volkswagen jetzt erstmals die Nummer Eins geworden.

Für Elektroautos gab es wenig gute Nachrichten: Die Entwicklung wird durch Zwangsauflagen gebremst, mit denen sich China einen stärkeren Technologietransfer sichern will. So müssen die Urheberrechte für eine der drei Hauptkomponenten wie Motor, Batterie oder Elektronik bei dem chinesischen Gemeinschaftsunternehmen liegen, mit dem der ausländische Hersteller kooperiert.

Selbst Zulieferer für Elektrofahrzeuge sollen jetzt gezwungen werden, dafür Joint Ventures einzugehen. „Wenn zusätzliche Vorschriften erlassen werden, wird es nur noch schwieriger gemacht“, sagte Neumann. „Ich hoffe vielmehr, dass sie die Anforderungen aufheben und den Markt öffnen.“

Nach dem rasanten Wachstum in China von mehr als 30 und 40 Prozent seit 2009 begrüßte Neumann, dass sich der Markt in diesem Jahr „etwas normalisiert“. Volkswagen stoße längst an die Grenzen der Kapazität seiner Fabriken. „Für uns ist es viel besser, wenn es nicht 30 Prozent Wachstum sind“, sagte der VW-China-Chef. Trotz der Abkühlung rechnet Neumann in den nächsten Jahren weiter mit einem Wachstum des Personenwagenmarktes in China von jährlich acht bis zehn Prozent.Volkswagen wolle weiter schneller als der Markt wachsen.


Großes Potenzial für Mercedes

Auch Mercedes zeigte sich optimistisch. Besonders das Premiumsegment werde weiter „deutlich wachsen“, sagte der Daimler-Chef für Nordostasien, Ulrich Walker. Die Fahrzeugdichte sei noch gering und die Mittelschicht wachse rasant. Walker sieht „großes Potenzial“ für Mercedes. „Ich gehe davon aus, dass China 2015 unser weltweit größter Pkw-Markt ist.“ Ein dreistelliges Wachstum wie 2010 mit über 110 Prozent für Mercedes werde es in China aber nicht mehr geben. „Und das ist richtig so.“ Mercedes wolle nachhaltig wachsen und die Qualität sicherstellen.

„Nach dem dramatischen Wachstum muss es einen dramatischen Rückgang geben, um den Markt auszugleichen“, sagte der Chefökonom und Vizegeneralsekretär der Personenwagenvereinigung Chinas (CPA), Cui Dongshu.

Das langsamere Wachstum erhöhe jetzt aber auch die Gefahr von Überkapazitäten, sagte der Direktor des Centers Automotive Research (CAR), Ferdinand Dudenhöffer. „Alle erweitern in China, eröffnen neue Werke, weiten ihre Modellangebote aus.“ Das Geschäft in China werde riskanter. Der Wettbewerb nehme zu. Während sich der Markt beruhige, gehe der Kapazitätsausbau „ungebremst weiter“. Besonders chinesische Autobauer seien betroffen.

Gefahr drohe aber auch im Oberklasse-Bereich. „Audi, BMW, Mercedes werden den Gegenwind im nächsten Jahr auch zu spüren bekommen.“ Da Wettbewerber mit Kaufanreizen kämen, dürften 2012 die Gewinne sinken, sagte Dudenhöffer. Dagegen zeigte sich VW-China-Chef Neumann zuversichtlich, die Profitabilität halten zu können. Volkswagen wird seine Kapazitäten in China auf drei bis vier Millionen Autos verdoppeln. Bis 2016
werden 14 Milliarden Euro investiert. „Wenn sich die Dinge anders entwickeln, können wir die Investitionen auch stoppen.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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