Automesse Shanghai: Daimler ist endlich Klassenbester

Automesse Shanghai: Daimler ist endlich Klassenbester

, aktualisiert 19. April 2017, 06:23 Uhr
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Für den deutschen Autobauer Mercedes ist China ein Jungbrunnen.

von Lukas BayQuelle:Handelsblatt Online

Daimler feiert in Shanghai nicht nur die Premiere der frisch überholten S-Klasse, sondern auch sich selbst. Im wichtigsten Automarkt der Welt haben die Stuttgarter die Premiumkonkurrenten endlich hinter sich gelassen.

Bei der Inszenierung der S-Klasse hat Daimler noch nie gegeizt. Doch vor Beginn der Autoshow in Shanghai präsentieren die Schwaben ihr runderneuertes Flaggschiff besonders pompös. Rund 500 Zuschauer hat der Konzern in eine Halle des Shanghai Expo Center geladen, um die Weltpremiere für das Facelift der S-Klasse zu erleben. Ein Orchester spielt auf, zwei Tänzer liefern sich ein Duell mit Lichtschwertern. Daimler hat schließlich etwas zu feiern.

Pünktlich zum Jahresbeginn haben die Schwaben im ersten Quartal den Titel des größten Premiumautobauers übernommen, sind mit einem Absatzzuwachs von 26,6 Prozent überraschend an BMW und Audi vorbeigezogen. „Dass es so schnell gehen würde, hätten die wenigsten erwartet“, sagt auch Axel Schmidt, Automotive-Experte der Unternehmensberatung Accenture. „Man kann hier von einer beispiellosen Erfolgsgeschichte sprechen.“

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Daimler hat nicht nur Modellpalette und Vertrieb überarbeitet, sondern scheint die Chinesen mittlerweile auch besser zu verstehen. Daimlers China-Chef Hubertus Troska lässt bei der Premiere der S-Klasse gleich zur Begrüßung seinen Charme spielen, beginnt seine Rede auf Chinesisch.

Auch in China boomen SUV

  • 2008

    Limousinen: 5.047.000 Fahrzeuge
    SUV: 448.000 Fahrzeuge
    MPV*: 197.000 Fahrzeuge
    Minivans: 1.064.000 Fahrzeuge
    Gesamt: 6.756.000 Fahrzeuge

    Quelle: Chinesischer Branchenverband CAAM

    Die Daten beziehen sich auf den Verkauf von Herstellern an die Händler, nicht auf den Verkauf an die Endkunden.

    *Multi Purpose Vehicle, entspricht einem Van

  • 2009

    Limousinen: 7.473.000 Fahrzeuge
    SUV: 659.000 Fahrzeuge
    MPV: 249.000 Fahrzeuge
    Minivans: 1.950.000 Fahrzeuge
    Gesamt: 10.331.000 Fahrzeuge

  • 2010

    Limousinen: 9.494.000 Fahrzeuge
    SUV: 1.326.000 Fahrzeuge
    MPV: 445.000 Fahrzeuge
    Minivans: 2.492.000 Fahrzeuge
    Gesamt: 13.757.000 Fahrzeuge

  • 2011

    Limousinen: 10.123.000 Fahrzeuge
    SUV: 1.595.000 Fahrzeuge
    MPV: 498.000 Fahrzeuge
    Minivans: 2.258.000 Fahrzeuge
    Gesamt: 14.473.000 Fahrzeuge

  • 2012

    Limousinen: 10.745.000 Fahrzeuge
    SUV: 2.989.000 Fahrzeuge
    MPV: 493.000 Fahrzeuge
    Minivans: 2.257.000 Fahrzeuge
    Gesamt: 15.795.000 Fahrzeuge

  • 2013

    Limousinen: 12.010.000 Fahrzeuge
    SUV: 2.989.000 Fahrzeuge
    MPV: 1.305.000 Fahrzeuge
    Minivans: 1.625.000 Fahrzeuge
    Gesamt: 17.929.000 Fahrzeuge

  • 2014

    Limousinen: 125.376.000 Fahrzeuge
    SUV: 4.078.000 Fahrzeuge
    MPV: 1.914.000 Fahrzeuge
    Minivans: 1.332.000 Fahrzeuge
    Gesamt: 19.701.000 Fahrzeuge

  • 2015

    Limousinen: 10.531.000 Fahrzeuge
    SUV: 5.500.000 Fahrzeuge
    MPV: 1.888.000 Fahrzeuge
    Minivans: 1.008.000 Fahrzeuge
    Gesamt: 18.927.000 Fahrzeuge

  • 2016

    Limousinen: 12.150.000 Fahrzeuge
    SUV: 9.021.000 Fahrzeuge
    MPV: 2.496.000 Fahrzeuge
    Minivans: 683.000 Fahrzeuge
    Gesamt: 24.350.000 Fahrzeuge

  • 2017 (bis Ende März)

    Limousinen: 1.849.000 Fahrzeuge
    SUV: 1.553.000 Fahrzeuge
    MPV: 354.000 Fahrzeuge
    Minivans: 94.000 Fahrzeuge
    Gesamt: 3.851.000 Fahrzeuge

Als er über die drei Streifen der neuen LED-Scheinwerfer spricht, spielt er mit der Nostalgie der Zuschauer. In chinesischen Schulen bekäme der Klassenbeste schließlich ebenfalls eine Schuluniform mit drei Streifen, sagt Troska und blendet ein Bild lachender Schüler ein. Das passt bestens zur Gemütsverfassung des Konzerns. Daimler gefällt sich in Shanghai in der Rolle des Klassenbesten.

Optisch hat sich die S-Klasse kaum verändert. Warum auch? Selbst nach vier Jahren ist das Modell in China derzeit die Nummer eins in der Oberklasse – vor Audi A8 und BMW 7er.

China ist für die S-Klasse wie für den Konzern insgesamt längst der wichtigste Markt weltweit. Nahezu jedes dritte Oberklasse, das die Schwaben weltweit verkaufen, geht nach China. Beim Luxusmodell Maybach sind es sogar rund 60 Prozent. In der aufstrebenden Wirtschaftsnation sind die Autos mit dem Stern ein begehrtes Statusobjekt. Zu den erfolgreichsten Modellen im Markt gehören die C-Klasse und die Stadtgeländewagen GLC und GLA, die lokal gefertigt werden.

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