Automobilsalon in Paris: Volvo und Ford machen sich rar

Automobilsalon in Paris: Volvo und Ford machen sich rar

, aktualisiert 01. Oktober 2016, 15:10 Uhr
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Ein Bild aus der Vergangenheit: Vor zwei Jahren hat der schwedische Hersteller Volvo noch auf dem Pariser Autosalon ausgestellt. 2016 macht sich Volvo in der französischen Hauptstadt rar.

von Stefan MenzelQuelle:Handelsblatt Online

In diesem Jahr fehlen zwei prominente Namen auf dem Automobilsalon in Paris. Ford und Volvo verzichten auf den teuren Messeauftritt in der französischen Hauptstadt. Sie setzen stattdessen auf neue Marketing-Methoden.

ParisBekannte Automobilhersteller sparen sich in diesem Jahr den Auftritt in Paris und sind erst gar nicht zum Autosalon gekommen. Ford ist der prominenteste Name, der in der französischen Hauptstadt auf der Liste der Aussteller fehlt. Ebenfalls in Paris nicht dabei ist die Edel-Tochter Rolls-Royce aus dem BMW-Konzern.

Genauso fehlen der schwedische Hersteller Volvo und der britische Sportwagenbauer Aston Martin. Sie alle verzichten auf den Auftritt auf dem Autosalon, der schnell Millionen von Euro verschlingt. Paris lockt allerdings die Mehrheit der Autohersteller immer noch an. Deshalb wird die Messe in Frankreich nicht das dasselbe Schicksal erleiden wie die viel kleinere Autoshow in Leipzig, die wegen des fehlenden Interesses der Hersteller komplett abgesagt werden musste.

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Doch für einen Teil der Autohersteller hat die Messe in Paris viel an Attraktivität verloren. Sie setzen stattdessen auf andere Wege, um mit ihren Kunden in Kontakt zu kommen. Sie nutzen dafür soziale Medien und Blogs oder laden ihre wichtigsten Kunden gleich zu einer Fahrpräsentation mit den neuesten Autos ein.

„Es gibt einfach bessere Wege, als eine Show nach der anderen zu besuchen und dafür viel Geld auszugeben“, begründete Aston-Martin-Chef Andy Palmer seinen Rückzug gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Ford sagte zum abgesagten Auftritt in Paris, dass der amerikanische Autokonzern in Frankreich neue Wege im Marketing gehen wolle. Den Sommer über wollte das Unternehmen im ganzen Land Kunden zu eintägigen Testfahrten einladen. Für solche Marketing-Experimente hat Ford seinen Etat sogar um 50 Prozent aufgestockt.

Da sich Autos auch immer stärker zu Computern auf vier Rädern wandeln, besucht Ford mit seinen neuen Fahrzeugen auch immer häufiger einflussreiche Internet- und IT-Events. Rolls-Royce hat einen sehr elitären und wohlhabenden Kundenkreis. Die BMW-Tochter hatte ausgewählte Kunden in diesem Sommer zu Testfahrten an die teure Costa Smeralda auf Sardinien eingeladen.


Nicht jeder hat ein E-Auto im Programm

Der Autosalon in Paris steht in diesem Jahr ganz im Fokus der Elektromobilität. Das könnte ein weiterer Grund dafür sein, dass der eine oder andere Hersteller auf die Messepräsenz in Paris verzichtet. Wer auf dem Weg ins Batteriezeitalter kein adäquates Produktprogramm zu bieten hat, kann sich die Millionen für den Auftritt in der französischen Hauptstadt eher sparen.

Volkswagen präsentiert seine Studie für ein Elektro-Kompaktmodell mit der Abkürzung I.D., das einen ersten Eindruck von der in der Folge der Abgasaffäre angekündigten E-Offensive geben soll. Der Konzern will 20 neue rein batteriebetriebene Elektroauto-Modelle bis zum Jahr 2020 auf den Markt bringen. In Paris ist ebenfalls der neue E-Golf mit 300 Kilometer Reichweite zu sehen. Der Sportwagenbauer Porsche stellt die neue Version seiner Limousine Panamera als Plug-In-Hybrid vor.

Der neue Opel Ampera-e wird ebenfalls in Paris gezeigt. Er soll laut Angaben der deutschen General-Motors-Tochter im Test 500 Kilometer weit gekommen sein. Daimler reicht den Elektroantrieb für den Smart nach und stellt sein rein batteriebetriebenes Elektroauto mit dem Namen EQ mit 500 Kilometer Reichweite vor.

„Paris zeigt den Neuaufbruch in die Mobilität von morgen. Elektromobilität startet dort im zweiten Anlauf“, sagt der Essener Automobilprofessor Ferdinand Dudenhöffer. Es gebe wenig Argumente dafür, dass dieser neue Anlauf beim Elektroantrieb nicht klappen sollte.

Der Dieselskandal bei Volkswagen, eine verschärfte Regulierung in Europa und der Aufstieg der Elektromobilität in China seien die Treiber. „Kein Autobauer kann es sich leisten, dieses Mal die Dinge auszusitzen. Deshalb steht Paris bildlich gesprochen im Jahr 2016 unter Strom“, folgert Dudenhöffer.

Quelle:  Handelsblatt Online
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