Explosion bei BASF: Was bisher bekannt ist

BASF: Eine Explosion und viele Fragen

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Feuer im BASF-Werk Ludwigshafen: Viele Fragen sind noch unbeantwortet.

von Jacqueline Goebel

Ludwigshafen trauert: Bei einer Explosion im Chemiewerk von BASF starben wahrscheinlich drei Menschen, weitere Verletzte kämpfen um ihr Leben. Doch was war die Ursache für die Explosion? Was bisher bekannt ist.

Erst schallte ein gewaltiger Knall über den Rhein, über Ludwigshafen und das angrenzende Mannheim. Eine weit sichtbare Säule aus Flammen und Rauch stieg über dem Chemiepark auf. Kurze Zeit später heulten die Sirenen. Anwohner wissen, was das heißt: Ihre Stadt, Ludwigshafen, ist zu einem Unglücksort geworden. Einen Tag nach der verheerenden Explosion ist die Lage in dem Chemiewerk, das zu den größten der Welt zählt, weiter unübersichtlich. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Wie sieht die Lage vor Ort aus?

Auch einen Tag nach der Explosion ist noch nicht klar, wie viele Opfer das Unglück nach sich zieht. Zwei Tote hat BASF bereits bestätigt, ein weiterer Mitarbeiter wird vermisst. Wahrscheinlich befindet er sich im Hafenbecken. Aufgrund der Gefahrenlage an der Unglücksstelle können jedoch noch keine Taucher eingesetzt werden, um den möglicherweise dritten Toten zu bergen.

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Auch im Krankenhaus kämpfen noch immer Menschen um ihr Leben: Sechs Verletzte liegen aktuell auf der Intensivstation. "Es steht zum Teil nicht sehr gut um diese Menschen", sagte Dieter Feid, zuständiger Dezernent der Stadt Ludwigshafen.

Nach Explosion bei BASF Wirtschaftliche Folgen sind noch unklar

Nach der Explosion auf dem BASF-Gelände in Ludwigshafen laufen nun die Ermittlungen an. Bei den zwei Todesopfern der Explosion auf dem BASF-Gelände handelt es sich um Mitarbeiter der Werksfeuerwehr.

BASF: Suche nach Ursache läuft an Quelle: REUTERS

"In Gedanken sind wir bei den Angehörigen und sprechen Ihnen unser tiefempfundenes Mitgefühl aus", sagte BASF-Vorstandsmitglied Margret Suckale, die Standortleiterin für das Werk in Ludwigshafen. "Oberste Priorität hat nach wie vor die Suche nach dem Vermissten, aber auch die medizinische Betreuung der Verletzten."

Ist die Bevölkerung gefährdet?

Die Feuerwehr in Ludwigshafen fordert die Anwohner weiter auf, Türen und Fenster geschlossen zu halten und rät auch von längeren Aufenthalten im Freien ab. Dabei handele es sich jedoch vor allem um eine Vorsichtsmaßnahme.

BASF bekräftigt, dass es keine Gefahr für die Bevölkerung gegeben habe. "Wir haben weder in der Luft, am Wasser oder im Boden kritische Werte gemessen", sagte Werksleiter Uwe Liebelt. Messwagen seien weiter rund um die Uhr im Einsatz.

Was war die Ursache für die Explosion?

Das ist weiter unklar. Fest steht, dass die Werksfeuerwehr der BASF am Montagmorgen in das Hafengebiet ausrückte, weil dort ein kleinerer Brand an den Rohrleitungen für Flüssiggase gemeldet worden war. Kurz nach dem die Feuerwehr eintraf, kam es zu der gewaltigen Explosion. Noch in zehn Kilometer Entfernung soll der Knall zu hören gewesen sein.

Die Explosion löste Brände mit gewaltiger Hitze aus. Dadurch gerieten auch Feuerwehrfahrzeuge in Brand. Dass das Feuer auch auf ein im Hafen liegendes Tankschiff übergreift, konnte die Feuerwehr noch abwenden. Eingedämmt war das Feuer aber erst nach mehreren Stunden, gegen 21:30 Uhr.

Aktie im Fokus BASF-Titel steigen trotz des Unglücks

Nach der Explosion auf dem Werksgelände der BASF werden einige Produktionsanlagen wohl länger abgeschaltet bleiben. Davon könnten mittelfristig Konkurrenten profitieren. Kurzfristig steigt aber auch die BASF-Aktie.

Nach einer Explosion auf dem Werksgelände der BASF in Ludwigshafen könnte die Produktion der betroffenen Anlagen mehrere Wochen stillliegen. Quelle: dpa

Unklar ist vor allem, wieso an den Rohrleitungen überhaupt ein Feuer ausbrach. "Uns fehlt jede Kenntnis der Entstehung dieses ersten Brands", sagte Werksleiter Liebelt. Möglicherweise könnte der Vorfall im Zusammenhang mit Reparaturarbeiten stehen, die bereits seit mehreren Tagen an Unglücksort stattfinden. Dabei seien auch Schweißarbeiten durchgeführt worden, sagte Werksleiter Liebelt.

Die Rohrleitungen selbst seien das letzte Mal "korrekt und turnusgemäß" vor vier Jahren inspiziert worden, sagte Werksleiter Liebelt. In den nächsten Monaten hätte es nächste Inspektion gegeben.

Wie geht es weiter?

An der Unglücksstelle selbst kämpfen die Einsatzkräfte noch immer mit den Folgen der Explosion. Die Feuerwehr hat den Graben mit den Rohrleitungen mittlerweile mit einem Löschschaum abgedeckt und die Rohre gesperrt. Noch tritt aus den zerborstenen Leitungen allerdings weiter Flüssiggas aus. Die Einsatzkräfte rechnen damit, dass es noch mehrere Stunden dauert, bis alle Reststoffe aus den Leitungen ausgelaufen sind. Spätestens morgen soll dann die Aufräumarbeiten beginnen.

Die BASF

  • In 150 Jahren zum weltgrößten Chemiekonzern

    Der Chemiekonzern BASF beschäftigte Ende 2015 weltweit mehr als 112.000 Menschen. Gegründet wurde das Unternehmen 1865 vom Leuchtgasfabrikanten Friedrich Engelhorn mit Partnern. Die Aktiengesellschaft „Badische Anilin- & Soda-Fabrik“ (BASF) sollte aus Steinkohlenteer synthetische Farbstoffe gewinnen. Es folgte der Aufstieg zum weltgrößten Chemiekonzern. Die Bandbreite der BASF reicht heutzutage von Chemikalien, Kunststoffen, Veredlungsprodukten und Pflanzenschutzmitteln bis zu Öl und Gas. Vorstandschef ist seit 2011 Kurt Bock.

Vor Ort sind mittlerweile auch Polizisten und Mitarbeiter der Justiz. Die Staatsanwaltschaft Frankenthal hat wegen der Explosion Ermittlungen eingeleitet. Ein Gutachter wurde zur Klärung der Ursache eingeschaltet, teilte die Behörde mit. "Bei der Suche nach der Ursache werden wir eng mit den Behörden zusammenarbeiten", betonte auch Standortleiterin Suckale.

Die Koalitionsfraktionen im Mainzer Landtag kündigten eine Sondersitzung an. Die zuständigen Ausschüsse sollten darüber beraten, wie es zu dem Vorfall kam und welche Folgen sie für Menschen und Umwelt in der Region habe, teilten die Fraktionen von SPD, FDP und Grünen mit.

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