BASF-Finanzvorstand: „Gazprom-Tausch später nicht ausgeschlossen”

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BASF-Finanzvorstand: „Gazprom-Tausch später nicht ausgeschlossen”

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Trotz des abgesagten Deals machen Gazprom und BASF weiterhin Geschäfte miteinander: Die BASF-Tochter Wintershall investiert in die Erschließung zweier Lagerstätten, beides Projekte mit Gazprom.

Quelle:Handelsblatt Online

Im Dezember sagten BASF und ihr russischer Partner Gazprom ein großes Tauschgeschäft ab. Vorstandsmitglied Engel schließt aber nicht aus, dass später noch etwas daraus wird. In Russland läuft das Geschäft problemlos.

BASF-Finanzchef Hans-Ulrich Engel schließt nicht aus, dass der abgesagte Tausch von milliardenschweren Geschäftsteilen mit dem russischen Partner Gazprom zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt wird. In der „geopolitischen Situation“, in der man sich derzeit befinde, sei das zwar wenig wahrscheinlich, sagte Engel in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur zum 150-jährigen Bestehen des weltgrößten Chemiekonzerns. Aber: „Verändern sich die Verhältnisse wieder, dann legen wir uns die Karten neu, sehen uns mit unserem Partner Gazprom in die Augen und überlegen noch einmal.“

Das haben die einzelnen BASF-Sparten 2014 erwirtschaftet

  • Chemikalien

    Mit der Chemikalien-Sparte hat der Industriekonzern in den ersten neun Monaten des Jahres 2014 23 % des Gesamtumsatzes von 56,3 Milliarden Euro erzielt. Das macht 28 % des operativen Ergebnisses aus, welches im gleichen Zeitraum bei 8,2 Milliarden Euro lag.

    Die folgenden Angaben beziehen sich jeweils auf die ersten drei Quartale 2014.

  • Industrieprodukte

    Katalysatoren, Lacke und andere Industrieprodukte haben 2014 23 % des Umsatzes ausgemacht. Der Anteil am operativen Ergebnis lag allerdings nur bei 16 %.

  • Spezialchemie

    Durch Performance Products aus der Spezialchemie wurden im vergangenen Jahr 21 % des Gesamtumsatzes erzielt. Der Anteil am operativen Ergebnis lag bei 22 %.

  • Öl und Gas

    20 % des Umsatzes von BASF gehen auf die Sparte Öl und Gas zurück. Das macht 25 % des operativen Ergebnisses aus.

  • Pflanzenschutz

    Immerhin 8 % des Umsatzes des Industrieriesen gehen auf die Sparte Pflanzenschutz zurück. Der Anteil am operativen Ergebnis liegt damit bei 14 %.

  • Sonstiges

    Sonstige Sparten von BASF erzielten 5 % des Gesamtumsatzes für das Unternehmen. Daduruch ging das operative Ergebnis 2014 um 5 % zurück.

BASF und Gazprom hatten den lange vorbereitete Tausch am 18. Dezember überraschend abgesagt und dies mit dem „aktuell schwierigen politischen“ Umfeld begründet. Geplant war unter anderem, dass die BASF-Tochter Wintershall das bislang gemeinsam betriebene Erdgashandels- und Speichergeschäft vollständig an Gazprom überträgt. Dies hätte den BASF-Umsatz zunächst um fast 12 Milliarden Euro gemindert. Im Gegenzug war die gemeinsame Erschließung von Gasfeldern in Westsibirien vorgesehen. Die Absage sei zum Bedauern auf beiden Seiten erfolgt, sagte Engel.

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Die Geschichte von BASF

  • 1865

    Friedrich Engelhorn gründet die Badische Anilin- & Soda-Fabrik, Kapital: 1400 Aktien zu je 1000 Gulden. 1886 notiert die Aktie in Frankfurt bei 2380,25.

  • 1925

    BASF fusioniert mit Hoechst, Bayer und anderen zur Interessengemeinschaft Farbenindustrie AG (IG Farben).

  • 1945-52

    Wegen der Kriegsverbrechen der Nazis wird IG Farben zwangsverwaltet, die Aktie gibt es nur schwarz für 200 DM.

  • 1952

    IG Farben kommt zu 122 DM an die Börse , fällt auf 97. Die BASF-Aktie entsteht neu, als die IG Farben entflochten wird, und schließt Ende 1953 bei 125 DM.

  • 1976

    BASF notiert, bereinigt und umgerechnet, sodass sie mit dem heutigen Kurs vergleichbar ist, bei 3,90 Euro. Bis Ende 1999 steigt der Kurs auf 26 Euro.

  • 2008

    Im Krisenjahr fällt die BASF-Aktie von 50 auf unter 20 Euro. Im Juni 2014 notiert sie ihr Allzeithoch bei 87 Euro.

Auswirkungen der Ukraine-Krise bekommt die BASF bei ihren Öl- und Gasaktivitäten in Russland nach Engels Angaben weiterhin nicht zu spüren. Die Tochter Wintershall (Kassel) investiert unter anderem in die Erschließung zweier Lagerstätten, beides Projekte mit Gazprom. „Auf unsere Förderung in Russland wirkt sich die Krise nicht aus. Die Sanktionen gelten für die Felder, an denen wir beteiligt sind, nicht“, sagte Engel. Im russischen Chemiegeschäft des Konzerns habe sich allerdings der abgestürzte Rubelkurs bemerkbar gemacht.

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Einem Verkauf der 1969 erworbenen Öl- und Gassparte erteilte er eine Absage. „Es ist eine Erfolgsgeschichte.“ Das Unternehmen sei hochprofitabel und hochwettbewerbsfähig. Dies sei schon vor 15 Jahren so gewesen, als der Ölpreis gerade einmal zehn bis zwölf Dollar betragen habe. Außerdem fließe das verdiente Geld teilweise auch in die Chemieaktivitäten.

Mit großer Besorgnis sehe die BASF die Entwicklung in Syrien, im Irak und in Nordafrika. In Syrien sei das Geschäft praktisch nicht existent. In Libyen fördere die BASF nur etwa ein Drittel der Kapazität, seit 2011 habe es immer wieder Unterbrechungen gegeben. „Das ist eine ausgesprochen unerfreuliche Entwicklung (...) nicht nur bezogen auf unser Geschäft.“ Wohl und Wehe der BASF hingen aber nicht davon ab, ihre Hauptumsatzträger lägen auf anderen Kontinenten. Gute Noten stellte er Indien aus, das eine „Renaissance“ erlebe. „Es wächst in ähnlichen Größenordnungen wie China.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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