KommentarBASF: Finger weg von DuPont!

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BASF hat mit der Idee DuPont zu übernehmen seine Anleger verärgert

von Jürgen Salz

Die BASF will angeblich die Fusion der Konkurrenten DuPont und Dow Chemical verhindern. Eine schlechte Idee.

Vielleicht wollten die BASF oder ihre Berater von Deutsche Bank und JP Morgan ja nur mal die Reaktion der Aktionäre testen. Doch womöglich meint der Chemie-Primus die Idee, die Fusion der US-Konkurrenz durch ein Gegenangebot für DuPont zu durchkreuzen, tatsächlich ernst.

So oder so: Die BASF sollte den Plan schnell in der Schublade verschwinden lassen – aus mehreren Gründen: Ein Übernahmeangebot an DuPont wäre selbst für die große BASF sehr teuer – die geschätzten 60 Milliarden Euro entsprechen in etwa dem Börsenwert der Ludwigshafener.

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Die Gefahr des Scheiterns ist groß; die Manager und Aufsichtsräte von DuPont und Dow Chemical haben dem Zusammenschluss bereits zugestimmt. Warum sollten sie den Deal noch mal aufrollen? Und schließlich haben die Aktionäre bereits unmissverständlich klar gemacht, dass sie von dem Plan nichts halten. Zu Wochenbeginn war die BASF-Aktie eine der großen Verlierer im Dax.

Wahr ist: Der Ludwigshafener Konzern, der unter mauer Weltkonjunktur, niedrigem Ölpreis und der China-Krise leidet, muss über kurz oder lang mehr zukaufen. Für Konzernchef Kurt Bock wird es immer schwierigen, aus dem bestehenden Chemie-Geschäft noch Wachstum zu generieren, 2015 ging der Umsatz bereits zurück. Aber sich deswegen in einen nahezu aussichtslosen Bieterkampf werfen?

Es gibt bessere Alternativen. Etwa mittelgroße Spezialchemie-Hersteller wie die britische Croda, die gute Margen abwerfen. Oder ein Zusammenschluss mit Bayer in der Agrochemie; die Geschäfte der beiden Konkurrenten würden sich wunderbar ergänzen. Die Verhandlungen mit dem selbstbewussten Konkurrenten dürften allerdings schwierig werden.

Wenn das alles nicht klappt, sollte die BASF einfach abwarten. Aus Wettbewerbsgründen werden sich DuPont und Dow Chemical noch von einigen Geschäften trennen müssen, die für die BASF nützlich sein können. Zudem dürfen die Ludwigshafener h darauf hoffen, dass bei der US-Konkurrenz das Geschäft lahmt, weil die Manager mit Integration und internen Grabenkämpfen beschäftigt sind. Genau die richtige Zeit, um neue Kunden zu gewinnen.

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