BASF, Lanxess und Co.: Die Zukunft der Chemiebranche ist klein, aber fein

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BASF, Lanxess und Co.: Die Zukunft der Chemiebranche ist klein, aber fein

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Spezialchemie-Herstellern wie Evonik blüht eine bessere Zukunft als Großchemie-Konzernen.

von Jürgen Salz

Hohe Kosten, zunehmende Verlagerung nach Asien: Ein aktueller Branchenbericht listet die Herausforderungen der Chemiekonzerne auf. Danach wird die Bedeutung der Großchemie abnehmen – gefragt sind Lacke und Klebstoffe.

In den nächsten Wochen legen die Chemiekonzerne ihre Zahlen für 2015 vor. Bei der BASF, soviel ist schon sicher, fällt die Bilanz eher durchwachsen aus – beim größten Chemiekonzern der Welt sinken Umsatz und Betriebsgewinn. Dafür sieht es beim Bayer-Chemieableger Covestro sowie bei Evonik bislang besser aus.

So unterschiedlich die Zahlen ausfallen, einige Probleme sind allen gemeinsam: Die Kosten in Europa, insbesondere für Energie und Rohstoffe, liegen im internationalen Wettbewerb zu hoch; die Produktion verlagert sich – trotz der aktuellen China-Krise – vor allem Richtung Asien.

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„In Europa wird die Bedeutung der Grundstoffchemie aufgrund von Kostennachteilen bei Energie und Rostoffen weiter abnehmen“, sagt Günter Tallner, Bereichsvorstand der Mittelstandsbank der Commerzbank. Tatsächlich macht die deutsche Chemieindustrie  noch immer den Großteil ihres Umsatzes mit ölbasierten Produkten, die in tonnenschweren Anlagen entstehen.

Spezialchemie ist eine Wachstumschance

In ihrem aktuellen „Branchenbericht Chemie“, den die Commerzbank heute in Frankfurt vorstellte, empfehlen die Branchenexperten des Geldhauses, künftig noch mehr auf die Spezialchemie zu setzen – dazu zählen etwa Vorprodukte für die Pharma- und Kosmetikindustrie sowie Lacke und Farben. Alles Produkte, deren Ausstoß nicht in Millionen Tonnen, sondern in kleineren Einheiten gemessen werden.

„Deutsche Hersteller müssen mehr in die Spezialchemie investieren und ihre Innovationskraft weiter ausbauen“, so Tallner, „Gerade die mittelständischen Unternehmen haben dort besondere Stärken. Sie profitieren von der Nähe zu renommierten Forschungseinrichtungen und können sich schneller auf neue Trends einstellen.“

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BASF-Werk in der Dämmerung. Quelle: AP

Als Beispiel nennt Tallner den Fahrzeugbau. Dort wird längst nicht mehr nur geschraubt und geschweißt, sondern vermehrt auch geklebt. Die Verwendung von speziellen Klebstoffen etwa in Autotüren erhöht die Festigkeit und senkt das Gewicht. „Die deutschen Hersteller haben dabei einen Know-how-Vorsprung, sagt Tallner.

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Allerdings müssten die heimischen Produzenten aufpassen, ihren Vorsprung zu halten: „Insbesondere asiatische Hersteller holen bei den Patenten auf. Um mitzuhalten, müssen die Unternehmen auch zunehmend im Ausland forschen. Alles in allem, so Tallner, sollen sich die  Deutschen „mehr auf ihren Intellekt als auf Rohstoffe“ verlassen.

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