BASF: Matratzen mit krebserregender Chemikalie belastet

BASF: Matratzen mit krebserregender Chemikalie belastet

, aktualisiert 11. Oktober 2017, 16:51 Uhr
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Der Chemiekonzern räumt eine fehlerhafte Produktion mit Folgen ein.

Quelle:Handelsblatt Online

BASF räumt ein, dass bestimmte Chargen des Kunststoffgrundprodukts TDI eine erhöhte Dichlorbenzol-Belastung aufweisen. TDI wird in Matratzen verwendet. Die Chemikalie steht im Verdacht, krebserregend zu sein.

LudwigshafenDie BASF ist von einem Kunden auf die Dichlorbenzol-Belastung in ihrem Kunststoffprodukt für Möbel und Matratzen aufmerksam gemacht worden. Das sagte eine Sprecherin des Chemieunternehmens am Mittwoch auf Anfrage. Dichlorbenzol kann Haut, Atemwege und Augen reizen und steht im Verdacht, Krebs zu verursachen. BASF selbst mache normalerweise einmal im Monat eine Probe bei dem Kunststoffgrundprodukt Toluoldiisocyanat (TDI), in dem Dichlorbenzol enthalten ist, ergänzte sie. Das entspreche den Anforderungen der Kunden.

Der Chemiekonzern hat zwischen dem 25. August und dem 29. September TDI hergestellt, das nach Unternehmensangaben eine deutlich erhöhte Konzentration an Dichlorbenzol aufwies. Nach Angaben der Sprecherin wurde bei der betroffenen Produktionsmenge ein Dichlorbenzol-Anteil von mehreren Hundert ppm (parts per million – Anteile pro Million) gemessen, normalerweise liege das Level unter drei ppm.

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Die betroffene TDI-Menge von 7500 Tonnen sei an 50 Kunden gegangen, sagte die Sprecherin. Ob und in wie vielen Matratzen sie dann verarbeitet wurde, war zunächst nicht bekannt.

TDI ist ein Ausgangsstoff für den Kunststoff Polyurethan, der zur Herstellung von Matratzen sowie für Polsterungen benutzt wird. In der Autoindustrie wird er für Sitzpolster verwendet. Ein Sprecher des Fachverbandes Matratzen-Industrie warnte vor Panik. Die Schaumstoffhersteller müssten prüfen, wofür sie das TDI verwendet hätten und ob die Schäume in Verkehr gebracht werden könnten.

Bei Unternehmen und an der Börse kam die Nachricht offenkundig schlecht an. Anleger haben Aktien von BASF aus ihren Depots geworfen, die Titel gaben 1,3 Prozent auf 88,84 Euro ab und waren damit größter Verlier im Dax. Mehrere Matratzenhersteller stoppten Medienberichten zufolge ihre Produktion. Betroffen war unter anderem der belgische Schaumstoff-Hersteller Recticel, dessen Aktien 2,3 Prozent verloren.

Quelle:  Handelsblatt Online
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