Baubranche: Hochtief im Fernduell mit Bilfinger Berger

Baubranche: Hochtief im Fernduell mit Bilfinger Berger

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Hochtief, anstatt anzupacken befindet sich der Baukonzern im Bürokratiestreit

von Harald Schumacher

Wie Vorstandschef Frank Stieler seine erste Hochtief-Jahresbilanz und sich selbst präsentierte.

„Einfach war nichts 2011“, sagt Frank Stieler in seiner sympathisch legeren Art und versucht gar nicht erst, die Hochtief-Bilanz schön zu reden. Mittwochmorgen im Wöllhaf-Konferenzcenter im Düsseldorfer Flughafen. Hier lädt Hochtief traditionell zu Bilanzpressekonferenzen.

Ein paar Euro Innenumsatz fallen dabei ab, weil Hochtief ungewollt ja immer noch an sechs Flugpisten und auch am Airport Düsseldorf beteiligt ist. Der misslungene Verkauf des Beteiligungspakets ist nur eine der Schwierigkeiten, die Stieler im abgelaufenen Geschäftsjahr zu verkraften hatte. Probleme gab es ohne Ende: mit der australischen Tochter Leighton, wo Stieler das Management austauschte und wo nun auch noch Korruptionsermittlungen drohen; mit unerwarteten Kündigungen von Vorstandskollegen, die Stieler unbedingt hatte halten wollen, mit dem Prestige-Bau der Hamburger Elbphilharmonie, die zum für Stadt und Baukonzern zum Imagedesaster geworden ist. 

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Ein Konzern der sich weiterentwickelt

Neidisch muss Stieler nach Mannheim schauen, wo fast gleichzeitig mit ihm 2011 ebenfalls ein neuer Vorstandschef antrat und vieles einfacher erscheint als in der Hochtief-Zentrale in Essen. Der Ex-Politiker Roland Koch übernahm bei Bilfinger Berger ein Unternehmen mit einer ausgereiften Strategie. Bilfinger löst sich soweit wie möglich vom riskanten Baugeschäft und entwickelt sich zum Dienstleistungskonzern, in dessen Wertschöpfungskette Bau nur noch ein kleiner Baustein ist. Ausgerechnet heute verkündete Koch mal wieder Vollzug: Einen Zukauf in den Niederlanden  und ein Joint Venture in Russland hat er unter Dach und Fach gebracht. 

Als wolle er im Fernduell mit Koch einen Konter setzen, sagt Stieler, Hochtief werde das Dach der Elbphilharmonie nun zunächst auf eigene Kosten verstärken: „Wir werden nicht riskieren, dass uns passiert“, was beim U-Bahn in Köln passiert sei. Bilfinger steht nämlich unter Verdacht, für den Einsturz des Stadtarchivs vor drei Jahren, bei dem zwei Menschen starben, zumindest mitverantwortlich zu sein.    

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