Baukonzern: Hochtief korrigiert seine Prognose

Baukonzern: Hochtief korrigiert seine Prognose

, aktualisiert 14. November 2011, 09:31 Uhr
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Ein Schild mit dem Unternehmenslogo des Baukonzerns Hochtief.

Quelle:Handelsblatt Online

Hochtief wird seine Flughafen-Beteiligungen womöglich später verkaufen als geplant und könnte daher 2011 Verluste schreiben. Der Essener Baukonzern hat die konjunkturelle Entwicklung offenbar überschätzt.

BerlinDer Essener Baukonzern Hochtief wird seine Flughafen-Beteiligungen womöglich später verkaufen als geplant und könnte daher 2011 Verluste schreiben. Wegen des unsicheren konjunkturellen Umfelds korrigierte das Unternehmen zudem seine Prognose für das kommende Jahr. Hochtief leidet unter anderem unter der Krise in Griechenland. Im dritten Quartal konnte das Unternehmen seinen Gewinn zwar steigern, blieb aber leicht unter den Erwartungen des Marktes.

„Die makroökonomische Situation hat zu Verzögerungen beim Verkauf der Flughafen-Sparte geführt“, räumte der neue Hochtief-Chef Frank Stieler am Montag ein. Es könne daher sein, dass dieser „nicht mehr - wie angekündigt - im Geschäftsjahr 2011 erfolgt“. Für diesen Fall geht das von der spanischen ACS beherrschte Unternehmen für das laufende Jahr von einem Verlust vor Steuern im niedrigen zweistelligen Millionenbereich sowie einem Konzernverlust von etwa 100 Millionen Euro aus. Hochtief vollzieht damit eine Kehrtwende - noch am 30. September hatte der Konzern eine Erhöhung seiner Jahresprognose angekündigt.

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In der zum Verkauf gestellten Sparte sind Minderheitsanteile an den Flughäfen in Düsseldorf, Hamburg, Athen, Budapest, Tirana und Sydney gebündelt. Nach Auskunft von Personen, die mit den Gesprächen vertraut sind, bemühen sich darum der französische Baukonzern Vinci sowie der chinesische Luftfahrt- und Logistikkonzern HNA. Hochtief zeigte sich nun zuversichtlich, die Transaktion in „naher Zukunft“ abzuschließen. Sollte dies doch noch vor dem Jahresende geschehen, bleibe es bei der bisherigen Geschäftsprognose für 2011. In Verhandlungskreisen hatte es geheißen, vor allem Nachfragen der Bieter zum Flughafen Athen verzögerten einen Abschluss. Dieser sei aber weiter möglich.


Unter den Erwartungen

Aber nicht nur der Flughafen Athen bereitet Hochtief Sorgen. Weitere Belastungen drohen durch in Kooperation mit öffentlichen Einrichtungen (PPP) betriebene Straßenprojekte im überschuldeten Griechenland sowie in Chile. Hier werde die Bewertung möglicher Risiken geprüft. In Griechenland weigern sich zahlreiche Autofahrer, die fälligen Gebühren für die Nutzung der Mautstraßen zu zahlen.

Für 2012 gab der Konzern wegen der weltwirtschaftlichen Eintrübung einen neuen Ausblick. Erwartet werden nun beim Vorsteuerergebnis und Konzerngewinn jeweils Werte, „die deutlich über dem bisherigen Rekordergebnis aus 2010 liegen“. An der Prognose für 2013 ändert sich den Angaben zufolge nichts.

Im dritten Quartal schrieb Hochtief bei einem Außenumsatz von 5,38 Milliarden Euro ein Ergebnis vor Steuern von 333 (Vorjahr: 128,6) Millionen Euro. Unter dem Strich verblieb ein Konzerngewinn nach Minderheiten von 98,7 (54,6) Millionen Euro. Der Auftragseingang sank zum Quartalsende um 16,6 Prozent auf 16,12 Milliarden Euro - unter anderem liege dies an der Verschiebung von Großprojekten in das vierte Quartal.

Mit seinen Gewinnzahlen blieb Hochtief damit unter den Erwartungen des Marktes. Von Reuters befragte Analysten hatten im Mittel bei einem Außenumsatz von 4,896 Milliarden Euro ein Ergebnis vor Steuern von 340 Millionen Euro und einen Überschuss nach Anteilen Dritter von 109 Millionen Euro erwartet.

Quelle:  Handelsblatt Online
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