
Melbourne /SydneyDie australische Tochter Leighton bleibt auch im neuen Jahr das Sorgenkind von Hochtief. Der führende Baukonzern in Downunder braucht nun ein halbes Jahr länger, um sein bisheriges Gewinnversprechen einzulösen. Das Ziel eines Überschusses ohne Sonderposten von 600 bis 650 Millionen australischen Dollar (umgerechnet 485 bis 525 Millionen Euro) werde erst Ende dieses Jahres erreicht, teilte Leighton am Montag mit.
Bislang galt die Prognose bis Juni und damit für das bisherige Geschäftsjahr, das Leighton aber derzeit in Anpassung an die Bilanz der deutschen Mutter aufs Kalenderjahr umstellt. Die Nachricht schickte den Aktienkurs der Australier auf Talfahrt. Die Anteile notierten gegen den Markttrend mit einem Minus von 3,7 Prozent.
Die australische Polizei leitete zudem ein Ermittlungsverfahren gegen ein Zweigunternehmen des Konzerns wegen des Verdachts auf Korruption ein, wie Leighton weiter mitteilte. Die Niederlassung soll demnach beim Ausbau irakischer Ölförderanlagen bestochen haben.
Fürs erste Geschäftshalbjahr legte Leighton eine Steigerung des Gewinns vor Sonderposten um 26 Prozent auf 272 Millionen australische Dollar vor. Der Netto-Überschuss kletterte von Juli bis Dezember dank des Verkaufs eines Eisenerz-Bergwerks an BHP Billiton um 57 Prozent auf 340 Millionen australische Dollar.
Der Konzern zahlt wieder eine Dividende und äußerte sich optimistisch für die nächsten Monate. „Die Perspektiven sind positiv“, erklärte Leighton-Chef Hamish Tyrwhitt. Der Konzern habe so viele Aufträge wie kaum zuvor, die Bilanz sei solide und das wirtschaftliche Umfeld günstig. Im vergangenen Jahr hat Leighton Hochtief das Geschäft verhagelt. Die deutsche Mutter ist inzwischen selbst Teil des spanischen Baukonzerns ACS.










