Baukonzern: Neue Unsicherheiten bei Hochtief

KommentarBaukonzern: Neue Unsicherheiten bei Hochtief

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Im zweiten Quartal verbuchte Hochtief bei einem deutlich gestiegenen Außenumsatz von 6,4 Milliarden Euro und Auftragseingängen von 8,65 Milliarden Euro einen Gewinn vor Steuern von 166 Millionen Euro. Unter dem Strich und nach Minderheiten stand aber ein Verlust von 15 Millionen Euro - Hochtief musste Rückstellungen bilden, weil es Verzögerungen beim Bau der Hamburger Elbphilharmonie gibt.

von Harald Schumacher

Die Halbjahresbilanz des Essener Baukonzerns fällt durchwachsen aus. Die Unsicherheit um den finanziell angeschlagenen Großaktionär ACS lässt Hochtief nicht zur Ruhe kommen.

Heute kurz nach zwölf ging im Frankfurter Commerzbank-Tower die Analystenkonferenz von Hochtief zu Ende. Vorstandschef Frank Stieler hat über zwei Stunden lang versucht, mit den Halbjahreszahlen rund 20 Bauexperten der Banken von der Strategie seines Unternehmens zu überzeugen. Die Resonanz war verhalten.

Analyst Marc Gabriel vom Bankhaus Lampe etwa bleibt zwar bei seiner Empfehlung, die Hochtief-Aktie zu kaufen. Er traut ihr zu, von jetzt 40 mittelfristig auf 50 Euro zu steigen. Doch damit es so kommt, so Gabriel, „darf es im zweiten Halbjahr keine bösen Überraschungen  mehr geben“.

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Hochtief-Kursentwicklung vor und nach der Übernahme durch ACS Quelle: Thomson Reuters

Hochtief-Kursentwicklung vor und nach der Übernahme durch ACS (in Euro; Klicken Sie für eine detaillierte Ansicht bitte auf die Grafik)

Bild: Thomson Reuters

Die erwischten den Essener Baukonzern zuletzt mit großer Zuverlässigkeit. Der sicher geglaubte Verkauf der Flughafensparte scheiterte kläglich. Die Dividende fiel zuletzt aus. Die Rückstellungen, die Stieler nun angesichts des Desasters beim Bau der Hamburger Elbphilharmonie bilden muss, schätzt Gabriel auf 80 bis 90 Millionen Euro und folgert: „Aus diesem Projekt dürfte Hochtief keine Gewinne mehr ziehen.“ Die tief in die roten Zahlen gerutschte Australien-Tochter Leighton meldet zwar wieder erfreulichere Ergebnisse. Dafür aber schwächelt nun die US-Tiefbau-Tochter Flatiron.

Vor allem aber der spanische Großaktionär ACS, der 2011 Hochtief mittels feindlicher Übernahme schluckte, bringt neue Unruhe in den gebeutelten Essener Konzern.

Übernommener Bauriese Bei Hochtief regiert der Frust

Ein Jahr nach der Übernahme durch ACS kämpft Hochtief mit der verlorenen Identität, missglückten Projekten und dem Frust der Mitarbeiter. Und die Banken zwingen die hoch verschuldete ACS zu Notverkäufen.

Quelle: Reuters

70 Euro zahlte ACS pro Hochtief-Anteil – alles finanziert mit Krediten, und nun sind die Hochtief-Papiere nicht viel mehr als die Hälfte wert. Auch der Kurs anderer ACS-Investments und von ACS selber ist eingebrochen. Damit die Banken noch still halten, stößt ACS Aktienpakte und Immobilien ab und verpfändete fast ein Drittel – 32 Prozent - seiner Hochtief-Aktien an die Banco Bilbao.

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„Zusammenbruch nicht ausgeschlossen“ steht heute über ACS. Am Ende könnte sich der viel kritisierte Umstand, dass die operativen Geschäfte der Spanier und ihrer deutschen Tochter bis heute kaum zusammengeführt wurden, noch als Segen erweisen.

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