Bayer-Hauptversammlung: Kunststoff-Geschäft soll bis Mitte 2016 an die Börse

Bayer-Hauptversammlung: Kunststoff-Geschäft soll bis Mitte 2016 an die Börse

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Auf der Hauptversammlung des Pharma- und Chemiekonzerns Bayer bestätigte der Vorstandsvorsitzende Marijn Dekkers die Abstaltung der Kunststoffsparte.

Der Vorstand der Bayer-AG, Marijn Dekkers, hat die Aktionäre des Leverkusener Pharma- und Chemiekonzerns auf die Trennung von Material Science eingestimmt. Bis 2016 will Bayer die Sparte an die Börse bringen.

"Wir sind überzeugt, dass Bayer als reines Life-Science-Unternehmen exzellente Wachstumsperspektiven hat", sagte Dekkers am Mittwoch auf der Hauptversammlung in Köln. Die Kunststoffsparte MaterialScience solle bis spätestens Mitte nächsten Jahres an die Börse gebracht werden, bekräftigte er. Die wirtschaftliche und rechtliche Trennung solle bis zum 1. September abgeschlossen sein. "Und in der zweiten Jahreshälfte werden wir voraussichtlich auch entscheiden, welche der möglichen Varianten wir für den anschließenden Börsengang nutzen wollen", sagte Dekkers. Dabei könne das Aktienmarktdebüt über einen Spin-Off oder eine Neuemission (IPO) geschehen.

Stationen des Bayer-Konzerns

  • 2005

    Bayer übernimmt vom Schweizer Pharmakonzern Roche das Geschäft mit rezeptfreien Arzneimitteln.

    Trennung von der Chemie, Teil eins: Die Leverkusener spalten das Kautschukgeschäft und weitere Teile ab und bringen das Unternehmen als Lanxess an die Börse.

  • 2006

    Bayer kauft das Berliner Pharmaunternehmen Schering für 17 Milliarden Euro.

  • 2013

    Übernahme des deutschen Medikamentenherstellers Steigerwald, bekannt für das Magenmittel Iberogast.

  • 2014

    Bayer zahlt umgerechnet 10 Milliarden Euro für das Geschäft mit rezeptfreien Arzneimitteln des US-Pharmakonzerns Merck & Co. Zwei Milliarden Euro ist Bayer das norwegische Pharmaunternehmen Algeta wert, ein Spezialist für Krebserkrankungen.

    Trennung von der Chemie, Teil zwei: Bayer gibt die Abspaltung der Kunststoffsparte (Bayer Material Science) bekannt.

  • 2015

    Der Börsengang von Covestro, ehemals Bayer Material Science, im Oktober 2015 war einer der größten in Deutschland seit dem Boomjahr 2000. 

Das abgespaltene Kunststoffgeschäft werde das viertgrößte Chemieunternehmen in Europa sein. "Wir sind überzeugt, dass MaterialScience als selbstständiges Unternehmen hervorragende Aussichten auf nachhaltigen Erfolg hat", zeigte sich Dekkers optimistisch. Parallel zur Trennung der Kunststoffsparte, die der Vorstand im vergangenen September angekündigt hatte, wolle Bayer seine vollständige Ausrichtung auf das Gesundheitsgeschäft und die Agrarchemie vorantreiben.

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Derzeit würden die Konzernstruktur überprüft und Vorschläge für eine Neuorganisation erarbeitet. "Es geht dabei ausdrücklich nicht darum, Arbeitsplätze abzubauen", sagte Dekkers. Die Zahl der Mitarbeiter werde bei Bayer in den nächsten Jahren weltweit stabil bleiben.

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Die Leverkusener wollen sich darauf konzentrieren, das organische Wachstum in der Gesundheitssparte HealthCare und im Agrarchemiegeschäft CropScience weiter voranzutreiben. "Insgesamt wollen wir in diesem Jahr mehr als vier Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung investieren", bekräftigte Dekkers. 2015 stehe zudem im Zeichen der Integration des Geschäfts mit rezeptfreien Medikamenten vom US-Pharmakonzern Merck & Co, das Bayer im vergangenen Jahr für gut zehn Milliarden Euro übernommen hatte, sowie der 2014 gekauften chinesischen Pharmafirma Dihon.

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