Bayer: "Man darf sich nicht auf Erfolgen ausruhen"

Bayer: "Man darf sich nicht auf Erfolgen ausruhen"

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Michael König, Vorstand für Personal, Technologie und Nachhaltigkeit bei der Bayer AG.

von Anke Henrich

Bayer-Personalvorstand Michael König verrät beim Weltmarkführertag in Köln fünf Geheimnisse, wie sich der Weltkonzern aus Leverkusen seit 150 Jahren als Weltmarktführer halten kann.

Ein Redner muss schon etwas zu bieten haben, um die Besucher des Weltmarktführer-Tages in Köln auf ihren Sitzen zu halten. Vor den Fenstern lockt bei 20 Grad schließlich der botanische Garten der Flora. Michael König schafft das. Er managet die weltweit rund 120.000 Mitarbeiter des Chemiekonzerns Bayer, von dem Mann kann man was lernen.

Bayer ist mit 42 Milliarden Euro Umsatz und mehr als 100 Milliarden Euro Marktkapitalisierung das wertvollste deutsche Unternehmen. Und Personalvorstand König verrät, wie ein Weltmarktführer seine Position hält:

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1. Weltmarktführer sind in der Regel Innovationsführer

König sagt: "Kein Unternehmen bleibt Weltmarktführer, wenn es weitermacht wie bisher." Ständig alles Etablierte in Frage zu stellen, sei Vorstandssache. Das schlichte Erfolgsgeheimnis von Bayer sei, aus wissenschaftlichen Erkenntnissen nützliche Produkte zu machen und sich keine Minute darauf auszuruhen.

Bayer steckt deshalb immer mehr Geld in die Forschung, erhöhte das Budget 2015 um zehn Prozent auf vier Milliarden Euro. Zugleich öffnet sich der Konzern für Kooperationen weltweit. Die eigenen Wissenschaftler können nicht stemmen, was die Kollegen in Asien und Amerika auch noch entwickeln. Das alles aber unter einer klaren Ansage: Die Forscher müssen sich auf darauf fokussieren, was Bayer am besten kann.

2. Weltmarktführer kümmern sich auch um Marketing und Vertrieb

Ohne ausreichende Vermarktung verkaufe sich kein noch so gutes Produkt, so König. Das alles gehe aber nicht ohne die Nähe zu den eigenen Märkten. In Deutschland hocken und im Rest der Welt nur ein paar stiefmütterlich behandelte Niederlassungen haben, das reiche nicht.

3. Weltmarktführer sind keine Pinguine

Pinguine warten sicherheitshalber ab, bevor sie von der Eisscholle ins Wasser hüpfen. Der erste, der sich traut, könnte ja gefressen werden.

Aber: "Weltmarkführer zögern nicht", so König. "Sie sind die ersten, die springen." Eine steile These, doch König hat gute Argumente. Bayer ging bereits zwei Jahre nach seiner Gründung 1863 nach Amerika, um an Teerfarbstoffen zu arbeiten.

Nach Ende des Ersten Weltkrieges 1918 war das Unternehmen aus dem Bergischen schon in China, Indien, Japan, Amerika und Südamerika präsent.

4. Weltmarktführer sind auch keine Dodos

Der Vogel Dodo starb aus, weil er mangels natürlicher Feinde nicht daran gewöhnt war, sich gelegentlich ökologisch anzupassen. Als Einwanderer dann später feindliche Tiere mit in seinen Lebensraum brachten, war es für den Vogel zu spät.

König zieht daraus die Lehre: "Ein Unternehmen muss sich pausenlos anpassen. Wer sich für unangreifbar hält, wird unbeweglich, kann mit der Entwicklung nicht mithalten und stirbt aus."

König zitiert ein rund 100 Jahre altes Bayer-internes Handbuch "Es darf nirgendwo zu bürokratischer Verknöcherung im Konzern kommen!" Selbst ein Unternehmenslogo müsse sich ändern. Einfach nichts bleibt, wie es war.

5. Kein Weltmarktführer ohne fähige Köpfe und überzeugende Visionen

Für Bayer heißt das: Wer für den Konzern arbeitet, wirkt mit an der Verbesserung der Lebensqualität weltweit.

"Vor einigen Jahren haben wir festgestellt, dass der Bayer-Wertekanon zu kompliziert geworden war. Also formulierten wir ihn neu", so König. Heute geht es kurz und bündig um LIFE. Soll heißen: Leadership, Integrity, Flexibility und Efficiency.

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"Wir haben an allen Standorten weltweit Workshops dazu abgehalten und ich bin überzeugt, dass die Einigung auf diese Werte das komplexe Mitarbeiter-Puzzle zusammenhält", sagt König. 93 Prozent der Angestellten hätten erklärt, sie stünden voll und ganz dahinter. 86 Prozent würden den Konzern als Arbeitgeber empfehlen. Andere Unternehmen träumen von solchen Werten.

Der Erfolg des Ganzen: Bayer ist nicht nur auf vielen Märkten Weltmarktführer, auch die Kündigungsquote der Mitarbeiter ist vorbildlich niedrig, so König.

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