Bayer: Neue Medikamente bringen 1,4 Milliarden Euro Umsatz in diesem Jahr

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exklusivBayer: Neue Medikamente bringen 1,4 Milliarden Euro Umsatz in diesem Jahr

von Jürgen Salz, Reinhold Böhmer und Roland Tichy

Mit einem zusätzlichen Milliarden-Umsatz rechnet Bayer-Vorstandschef Marijn Dekkers durch die führenden neuen Medikamente des Konzerns.

Dekkers sagte, er rechne damit, dass „allein unsere fünf neuen Top-Medikamente dieses Jahr für einen Umsatz von rund 1,4 Milliarden Euro sorgen“. Dabei geht es um die Medikamente Xarelto gegen Thrombosen, Stivarga und Xofigo gegen Krebs, das Augenmittel Eylea sowie das Lungenmedikament Riociguat, das im zweiten Halbjahr 2013 die Zulassung in den USA erhalten könnte. „Wir schätzen das kombinierte Spitzenumsatzpotenzial dieser Produkte auf über 5,5 Milliarden Euro“, so Dekkers. „Eine solche Reihe innovativer Medikamente hat es bei Bayer seit Jahrzehnten nicht mehr gegeben.“

Besondere Wachstumsmöglichkeiten für Bayer sieht Dekkers in nächster Zeit auch in Afrika. „Ich bin überzeugt, dass Bayer dort stärker wachsen kann. Interessant sind vor allem Länder mit vielen Einwohnern und reichen Ölvorkommen wie Nigeria, Angola und Algerien“, so Dekkers. „Da ergeben sich interessante Perspektiven vor allem für unser Pharma- und Pflanzenschutzgeschäft. Derzeit erwirtschaftet Bayer etwa 700 Millionen Euro in Afrika, davon rund die Hälfte in Südafrika.“

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Dekkers sieht die Gefahr, dass Pharmakonzerne Probleme bekommen, die Kosten zur Entwicklung neuer Medikamente angesichts sinkender Preise aufzubringen. „Die Entwicklung eines neuen Medikamentes kostet bis zu zwei Milliarden Euro. Wenn die Rendite aber das Risiko nicht mehr auffängt, trägt das Geschäftsmodell nicht mehr. Dann ist der Punkt erreicht, an dem uns die Investoren drängen, aus Pharma auszusteigen“, droht Dekkers. „Wenn das weltweit so weitergeht, wird es für Pharmaunternehmen sehr schwer, noch in Forschung und Entwicklung zu investieren.“

Bayer will Medikamenten-Studien offenlegen

Dekkers spricht sich für mehr Transparenz bei klinischen Tests neuer Medikamente aus. „Ich bin der Meinung, dass wir die Ergebnisse von klinischen Studien nicht nur den Zulassungsbehörden vorlegen sollten, sondern auf geeignete Art und Weise auch der Öffentlichkeit“, sagte Dekkers. Damit reagiert der Chef des Leverkusener Pharmakonzerns auf Kritiker, die den großen Unternehmen der Branche vorwerfen, ungünstige Ergebnisse medizinischer Studien der großen Mehrheit der Patienten vorzuenthalten. Bayer selbst wehrt sich zur gegen Sammelklagen in den USA wegen angeblicher gefährlicher Nebenwirkungen einiger seiner Antibaby-Pillen.

Dekkers: Energiewende klappt

Als erster Spitzenmanager eines energieintensiven Industriekonzerns hat sich Marijn Dekkers positiv über das Gelingen der Energiewende geäußert. „Ich bin zuversichtlich, dass die Energiewende klappt“, sagte Dekkers in der neuen Ausgabe der WirtschaftsWoche, die am kommenden Montag erscheint. Vor zwei Jahren hatte Dekkers im gleichen Blatt noch gedroht, Produktion zu verlagern, wenn die Energiepreise weiter stiegen. Nun kündigte Dekkers an, steigende Energiepreise durch Investitionen in weniger Energie fressende Verfahren abzufedern. „In Dormagen investieren wir 250 Millionen Euro in eine Anlage für ein Polyurethan-Vorprodukt, die deutlich weniger Strom verbraucht.“ Aus diesem Grunde sehe Bayer auch keinen Sinn, eigene neue Kraftwerke zu bauen, um den Stromkostenanstieg zu begrenzen: „Es gibt bei Bayer derzeit keine Überlegungen, mehr Strom selbst herzustellen.“

Gleichwohl appellierte der Niederländer an die deutsche Bevölkerung, mehr Verständnis für Maßnahmen zum Gelingen der Energiewende aufzubringen: „Allerdings müssen die Bürger auch mal akzeptieren, dass entlang ihrer Gärten Stromleitungen gebaut werden könnten.“

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