Bayer: Rekordjahr mit Nebenwirkungen

KommentarBayer: Rekordjahr mit Nebenwirkungen

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Marijn Dekkers, der Vorstandsvorsitzende der Bayer AG hat nicht viel Hoffnung auf Veränderung. 2012 werde der Chemie-Gewinn das Niveau von 2011 erreichen, prognostiziert er.

von Jürgen Salz

Der neue Bayer-Chef Marijn Dekkers legt gute Zahlen vor, kämpft aber mit Problemen im Chemiegeschäft und im Pharmamarkt USA.

Die Premiere ist durchaus gelungen: Am heutigen Dienstag präsentierte Bayer-Chef Marijn Dekkers die Bilanz für 2011 – es ist das erste Geschäftsjahr, für das der Niederländer, seit Oktober 2010 im Amt, vollständig verantwortlich zeichnet. Dekkers hatte gute Zahlen mitgebracht: Der Umsatz des Leverkusener Pharma- und Chemiekonzerns stieg im Jahr 2011 gegenüber dem Vorjahr um vier Prozent auf 36,.5 Milliarden Euro. Der Konzerngewinn erhöhte sich sogar um 90 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro.

Bayer feiert ein Rekordjahr. Doch insbsondere die schlechte Entwicklung in der Chemiesparte trübt die Stimmung. Und auch im Pharmageschäft zeigen sich bei näherer Betrachtung einige Schwächen.

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Gewinn ging zurück

Zwar konnte die Bayer-Chemiesparte 2011 ihren Umsatz noch um 6,7 Prozent auf 10,8 Milliarden Euro steigern, doch der Gewinn ging deutlich zurück. Der Gewinn (vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Sondereinflüssen) reduzierte sich um 14 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Bayer bekam vor allem in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres die nachlassende Konjunktureuphorie zu spüren. Zudem musste die Bayer-Chemie höhere Preise zahlen, um Rohstoffe einzukaufen – und konnte die höheren Kosten nicht vollständig an die Kunden weitergeben. Viel Hoffnung auf Veränderung hat Dekkers nicht. 2012 werde der Chemie-Gewinn das Niveau von 2011 erreichen, prognostiziert er. Die Kollegen der BASF, die ihre Bilanz am Freitag präsentierten, hattten – was die Entwicklung der Chemie angeht – da noch etwas optimistischer geklungen.

Auffällig ist, das Bayer derzeit viel Geld für Prozesse und Gerichtsverfahren vorhält. Solche Sondereffekte belasten die Bilanz. Allein 229 Millionen Euro wendete Bayer 2011 auf, um sich mit Landwirten in den USA zu vergleichen, die Bayer für gentechnisch verunreinigten Reis verantwortlich gemacht hatten.

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