Bayer steigert Gewinn: Eine Bilanz mit Risiken und Nebenwirkungen

Bayer steigert Gewinn: Eine Bilanz mit Risiken und Nebenwirkungen

, aktualisiert 26. Oktober 2016, 11:07 Uhr
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Der Konzern konnte im abgelaufenen Quartal vor allem mit dem Pharmageschäft punkten.

von Bert FröndhoffQuelle:Handelsblatt Online

Bayer übertrumpft mit seinem Gewinn im dritten Quartal die Erwartungen der Analysten. Treiber bleibt das Pharmageschäft, während die anderen Sparten kaum zulegen. Ungemach droht dem Konzern ausgerechnet in den USA.

DüsseldorfBei der Bayer AG bleibt der Verkauf von rezeptpflichtigen Medikamenten der große Treiber fürs Geschäft. Vor allem die neuen Medikamente wie der Gerinnungshemmer Xarelto und das Augenmittel Eylea schafften im dritten Quartal deutliche Zuwächse. Der Umsatz der größten Bayer-Division legte zwischen Juli und September um 7,6 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro zu, der bereinigte operative Gewinn wuchs um 13 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro.

Dank der starken Entwicklung im Pharmageschäft schaffte es Bayer, die Erwartungen der Analysten zu übertreffen. Im dritten Quartal stieg der bereinigte Betriebsgewinn (Ebitda) im Konzern um sechs Prozent auf 2,68 Milliarden Euro. Analysten hatten im Schnitt mit 2,5 Milliarden Euro deutlich weniger erwartet. Der Umsatz kletterte um gut zwei Prozent auf 11,26 Milliarden Euro.

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Bayer bekräftigte seine Ziele für das laufende Jahr. Der Konzern rechnet unverändert mit einem Anstieg des bereinigten operativen Gewinns im oberen einstelligen Prozentbereich. Der Konzernumsatz soll währungsbereinigt inklusive der ausgegliederten Kunststofftochter Covestro im unteren einstelligen Prozentbereich auf 46 bis 47 Milliarden steigen.

Bayer steht vor allem wegen seiner angekündigten Übernahme des US-Saatgutherstellers Monsanto im öffentlichen Fokus. Der Konzern arbeitet derzeit die Anträge für die Kartellbehörde aus. Noch in diesem Jahr soll der Antrag beim US-Justizministerium eingereicht werden, im ersten Quartal 2017 soll dann die EU folgen. Die Investoren sehen die Übernahme noch immer als risikoreich: Viele von ihnen erwarten anders als die Bayer-Führung schwerwiegende kartellrechtliche Probleme.

Derzeit ist das Agrochemiegeschäft bei Bayer weiterhin unter Druck. Das liegt an der anhaltend schwachen Branchenkonjunktur. Viele Bauern halten sich wegen des Preisdrucks bei Agrarprodukten mit Investitionen zurück. Im wichtigen lateinamerikanischen Markt kommt dazu, dass die Bauern wegen der Wirtschaftskrise im Land kaum Kredite bekommen.

Der Umsatz in der Division Bayer Crop Science stagnierte im dritten Quartal bei zwei Milliarden Euro. Weil Bayer bei einigen Produkten aber die Preise anheben konnte, fiel der bereinigte operativen Gewinn mit 318 Millionen Euro leicht höher aus als im Vorjahr.


Die rechtlichen Risiken steigen

Experten gehen davon aus, dass die Schwäche in der Agrochemie auch in den kommenden Monaten anhalten wird. Mit einer spürbaren Verbesserung wird erste Ende 2017 gerechnet. Wenn Bayer dann die Übernahme von Monsanto unter Dach und Fach hat, dürfte die Sparte Crop Science als neuer Weltmarktführer vom Aufschwung deutlich profitieren – eine große Chance für Bayer.

Im Vergleich zum Pharmageschäft machte auch die dritte Bayer-Division Consumer Health keine großen Sprünge. Darin sind die Geschäfte mit rezeptfreien Medikamenten (OTC) gebündelt. Der Umsatz legte im dritten Quartal wechselkursbereinigt um 3,6 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro zu. Der bereinigte operative Gewinn sank hingegen um 3,5 Prozent auf 328 Millionen Euro. Bayer leidet hier unter der schwachen Performance einiger Produkte, die der Konzern im Zuge des 14 Milliarden Dollar schweren Kaufs der OTC-Sparte von Merck & Co übernommen hatte. Hier muss der Konzern frisches Geld in Marketing und Vertrieb zuschießen.

Ungemach droht dem Konzern zunehmend in den USA. Dort wächst die Zahl der Kläger wegen angeblicher Nebenwirkungen des wichtigsten Bayer-Medikamentes Xarelto. Nach Angaben von Bayer Finanzvorstand Johannes Dietsch ist die Zahl der Klagen bis Oktober auf 14000 gewachsen. Mit dem Start der ersten Prozesse in den USA wird Ende März gerechnet. Bis dahin wird es weitere Klagen geben.

Bayers rechtliche Risiken steigen aber nicht nur mit Blick auf Xarelto. Bis Mitte Oktober erhielt Bayer rund 3000 Klagen von Patientinnen, die das Verhütungsmittel Essure verwendet haben. Sie machen Gesundheitsschäden geltend. Essure ist eine Methode zur dauerhaften Sterilisation, die von Gynäkologen ohne operativen Eingriff eingesetzt werden kann.

Essure kam 2013 mit der 1,1 Milliarden Dollar teuren Übernahme der auf Verhütungsprodukte spezialisierten US-Firma Conceptus zu Bayer. Weitere 2500 Klägerinnen gehen in den USA wegen eines anderen Verhütungsmittels gegen den Leverkusener Konzern vor: Sie geben an, wegen der Hormonspirale Mirena unter Gesundheitsschäden zu leiden.

Quelle:  Handelsblatt Online
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